Das mit den PC Spielen finde ich auch sehr Schade. Es ist einfach doof das viele Spiele einfach runtergeladen werden ohne den Wert der Entwickler zu schätzen und zu ehren. Denn sie sitzen da und arbeiten 5 Tage die Woche um uns Freizeitspaß zu entwickeln.
Nö. Die sitzen da, um ihr Gehalt zu bekommen. Das nehm ich ihnen nicht übel, seh mich aber auch nicht zu Dank verpflichtet.
Dass die Spiele aber immer schlechter werden liegt nicht nur daran, dass es Konsolenports sind. Klar Menü und Speicherpunkte, das kommt eindeutig von der Konsole. Aber dass es immer mehr Richtung schnelle Action geht, war früher ja auch auf Konsole nicht (immer) so. Man erinnere sich an ein Metal Gear Solid oder Shadow of the Colossus. So etwas wie "Drücke jetzt A, um dem Gegner auf den Rücken zu springen, drücke jetzt B damit eine brutale Randomaktion folgt, bevor dich der Gegner wieder runterschmeißt und du wieder von vorne anfangen musst" (QTE) hat sich auch erst in letzter Zeit vermehrt durchgesetzt. Alte Konsolenspiele boten früher durchaus eine anspruchsvollere Steuerung, die teilweise sogar durchaus frustrieren konnte.
Das war nicht anspruchsvoll, das war hakelig

Ich kann mich noch gut an Goldeneye aufm N64 oder gar DOOM auf ner PS erinner - grauenvoll zu zielen, trotz gigantischer Hitboxen. Ein Gamepad ist einfach ungeeignet für präzise räumliche Eingaben. Das früher, als Sportspiele und 2D-Jump'n'Runs die Hauptlast der Konsolen ausmachten, egal - da galt es eh nur eine Richtung vorzugeben, aber nicht einen Punkt zu treffen. Seit dem Wechsel in fp/3rdp hatten Konsolen ein Problem (bei allem, was kartenbasiert ist, also Strategie/Wisim haben sie es immer noch) und der Wechsel zu einer Eingabe, die räumliche Präzision durch zeitliche ersetzt, war der einzige logische Schritt. Aber für Actionspiele ist das einfach nur die zweitbeste Wahl und es führt dazu, dass die entscheidenden Funktionselemente von Assassins Creed bis Guitar Hero die gleichen sind: Drücke im richtigen Moment die richtige Taste. Ob die dann nen Riff ergibt oder eine Schlagkombination auslöst - mir fehlt da der Bezug, die Steuerung wird zu einer extrem unbequemen "Play"-Taste für einen verdammt schlechten Spielfilm. Zum Eintauchen in ein Spiel gehört für mich auch die Eingabe und das heißt: Wenn ich zielen muss, dann muss ich zielen. Nicht im richtigen Moment drücken, um das Ziel auszuwählen und später nochmal, um es zu bekämpfen.
Ich denke es liegt einfach daran, dass viele genau so simple Sachen einfach bevorzugen, wo sie schnell mit spektakulären Erfolgen belohnt werden. Der Spieler soll ja kein Frusterlebnis haben. So lange sich solche Spiele wunderbar verkaufen, wird's fleißig weiter gehen.
Das ist sicherlich ein weiteres Problem: fast-Casual Gamer. Früher habe ich Spiele typischerweise auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad angefangen und ggf. bin ich auf mittel gewechselt, wenn es zu leicht war. Heute nehme ich den schwersten und bleibe dabei (und fühl mich z.B. in der Crysis -1!- Demo immer noch verarscht), weil sich trotzdem keine Herausforderungen ergeben. Aber wo man früher für Freaks programmiert hat, die ein Erlebniss suchten, entwickelt man heute für die Masse von Leuten, die eine schnelle Runde Unterhaltung mit 0-Frust-Garantie suchen. Damit einher geht auch, dass die Spiele einen nicht mehr mit aufwendiger Story,... in den Bann ziehen. Das würde viel zu lange dauern. In den ersten fünf Minuten wirkt nur Bombastgrafik. (wo ich ganz ehrlich auch da sagen muss: Sorry, aber wenn ich vor lauter Effekten nicht mitbekommen will, was für Action eigentlich gerade läuft, dann ziehe ich mir ne Schlachtszene aus LotR rein und mecker über den Schnitt. Ein Spiel sieht anders aus. Nämlich Interaktiv.)
Und um zurück auf die PC-Problematik zu kommen. So lange die Spiele runtergeladen werden, heißt es ja, dass sie trotzdem am PC gezockt werden, warum wenn sie so schlecht sind? Klar bei Spielen ohne Demo kann ich das teilweise nachvollziehen.
Man kann Spiele z.B. aber auch bei Onlive anzocken, oder man schaut sich Gameplay Trailer an, oder leiht sie sich einfach aus. Klar die Qualität von Onlive ist noch net wirklich der Hit, aber zum Reinschnuppern langt es und um zu Wissen, ob das Spiel für einen interessant ist.
Ich vermute mal, dass ein nenneswerter Teil der Downloads auf die Kosten von "Sammlern" geht. Ich kenne auch solche Leute - 40 GB MP3s, 1,5 TB Filme. Wenn man drei Minuten drinne sucht findet man garantiert etwas, dass ihnen hoch peinlich ist und von dem sie tatsächlich nicht wussten, dass sie es überhaupt haben. Downloads zeigen nicht an, dass das auch gespielt wird. Aber ausprobiern spielt sicherlich auch ne Rolle. Mitlerweile gibt es ja zu recht vielen Spiele gar keine Demo mehr, nur eine stark verspätete, stark beschnittene (z.B. nur Multiplayer...) oder eine, die ausdrücklich nicht das finale Spiel wiederspiegelt. Ich für meinen Teil sage dann: 'k. Wenn ihr nicht mal in der Lage seit, ein Spiel vernünftig zu präsentieren, dann glaube ich nicht, dass ihr in der Lage seit, eins zu programmieren -> für euren Schrott habe ich keine Zeit.
Leute, die mehr Zeit und weniger Geld haben (z.B. Schüler) werden da vielleicht noch ne Raubkopie einschieben. Ich muss ehrlich gestehen: In meinen Prä-Flatrate-Schulzeiten habe ich mir auch häufiger mal was von Freunden kopiert, um es auzuprobieren. Demos gabs damals zwar, aber nur, wenn man die richtige Zeitschrift abgepasst und gekauft hatte.
War das Spiel gut, wurde es dann nochmal richtig gekauft. (war es mittelmäßig ggf. nur der Nachfolger

).
Grandiose Kolumne, Marc. Man liest in der geschönten Computerwelt nur noch selten solch ehrliche Meinungen
Höchste Zeit für eine Wiederauferstehung der PCPower
