Dann wird es höchste Zeit, daran was zu ändern. Falls es nicht für viele Anwendungsszenarien doch eh schon Alternativen gibt.
Was soll daran unmöglich sein? Dass das ein Riesenaufwand ist und nicht über Nacht geht, ist mir auch völlig klar, aber gerade deswegen muss damit zeitnah angefangen werden.
Ich hoffe einfach stark darauf, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Hammer aus der Gesetzgebung kommt und dann fristgerecht umgestellt werden muss, sobald persönliche Daten betroffen sind. Der aktuelle Zustand ist komplett untragbar. Da kann noch so viel zertifiziert und vertraglich zugesichert sein, wenn es keinerlei Kontrollmöglichkeiten gibt.
Im privaten Umfeld gebe ich dir recht, da ist ein Umstieg möglich. Da gibt es auch genug alternative Software.
Im Betrieblichen Umfeld sieht das aber ganz anders aus.
Da hängt es auch gar nicht so sehr am Aufwand. Klar muss erst einmal die Linux-Infrastruktur geschaffen werden, aber das ist oftmals nicht der größte Aufhänger. Und ob wir für 1000 Arbeitsplätze Windows 11 ausrollen oder halt Linux ist da nicht der entschiedene Punkt.
Der Punkt ist die Software. Da gibt es oftmals schlicht keine Alternativen.
In vielen Bereichen ist man (teilweise gesetzlich) gezwungen, bestimmte Software einzusetzen. Das fängt schon bei Buchhaltungs-Software an. Hier muss die Software oftmals zertifiziert sein. Du hast dann die Wahl zwischen zwei oder drei Anbietern, von denen sich keiner die Mühe macht, ihre Software für Linux herauszubringen und neu zu zertifizieren.
Macht bei der geringen Verbreitung ja auch keinen Sinn.
Versuchst du aber die in Eigenarbeit unter Linux zum Laufen zu bekommen, mit Proton oder Wine, merkt die Software das und du kannst (aus Sicherheitsgründen; wie AntiCheat

) keine Rechnungen mehr einreichen, Archivieren, etc..
Dann gibt es, vor allem was Wissenschaftliche-, Mathematische- und Simulations-Software angeht, teilweise nur ein einziges Produkt.
Teile von diesen stammen zum Teil noch aus den 80'ern und sind in BASIC oder in Turbo Pascal oder ähnlichem geschrieben. Glaubst du, dass der Hersteller seit dem ihre Software mal angefasst hat? Nö, warum auch!
Die haben bestimmte Patente, sodass kein alternativer Anbieter so eine Software auf den Markt bringen kann. Also halten die ihre Software nur irgendwie über Wasser, weil sie genau wissen, dass sie keine Konkurrenz haben. Die Lizenz kostet trotzdem Millionenbeträge pro Jahr.
Dummerweise musst du aber, damit du deine Produkte auf dem Markt anbieten darfst, Zertifikate dafür haben. Um die zu bekommen müssen die Teile aber einen Simulationstest bestehen. Überraschung: Die einzige Software die das kann, ist die oben genannte.
Du stehst dann also vor der Wahl: Bei Windows bleiben, bzw. auf Windows 11 wechseln, oder das Geschäft aufgeben.
Viele Hersteller werden also erst tätig, wenn das Ende von Windows gesetzlich beschlossen und die Übergangsfrist fast verstrichen ist. Solange tut sich da rein gar nichts!
Wie gesagt, der Unterschied vom privaten Umfeld zum Unternehmerischen ist gerade hier gigantisch groß!