Was ist los in Syrien?

Von Wahlen sprechen ist ein Witz.

Na ja, wie auch der Artikel hergibt, sagen ja auch die genannten Analysten dazu, dass es kaum so zugehen kann, wie bei uns.
Für ein Land, in dem Jahrzehnte lang ein Gewaltherrscher regierte, z. T. immer noch von diverse Fraktionen, Gruppen, IS, Warlords besetzt ist und ein "islamistischer Eroberer" das Sagen hat, finde ich unvollkommene demokratische Wahlen mit dezidierter Frauenquote ein erstaunliches Ergebnis.
 
Na ja, wie auch der Artikel hergibt, sagen ja auch die genannten Analysten dazu, dass es kaum so zugehen kann, wie bei uns.
Für ein Land, in dem Jahrzehnte lang ein Gewaltherrscher regierte, z. T. immer noch von diverse Fraktionen, Gruppen, IS, Warlords besetzt ist und ein "islamistischer Eroberer" das Sagen hat, finde ich unvollkommene demokratische Wahlen mit dezidierter Frauenquote ein erstaunliches Ergebnis.
Für mich m wirkt das so, als wenn man bestimmte Gruppen nicht will, weil man dann Macht teilen müsste.
 
Für mich m wirkt das so, als wenn man bestimmte Gruppen nicht will, weil man dann Macht teilen müsste.
Sicherlich ist das so.
Restsyrien hat allgemein riesige Vorbehalte gegenüber der Volksgruppe der Alawiten.
Ein Alawiten-Clan waren z. B. die Assads.
Wer könnte dies allen anderen Syrern verübeln?
Diese hatten nahezu alle wichtigen Funktionen im Lande für Generationen inne und spielten entscheidende Rollen im Bürgerkrieg, inkl. der Ermordung von Tausenden, wenn nicht Hunderttausenden.
Das alles wird nicht einfach werden aber bisher immer noch deutlich besser als unter Assad.
 
Richtig, aber es braucht nicht noch Staaten wie Libyen oder Somalia.
Das muss die Staatengemeinschaft verhindern.
Nun, Vorraussetzungen hierzu wären z. B.,
dass der IS komplett verschwindet - hält immerhin irgendwas um die 5-10 % des Landes.
dass die Türkei aus der Grenzregion verschwindet - halten > 10% des Landes.
dass die Russen und Amis aus ihren Armee-Stützpunkten verschwinden, sind immer noch, so gerade gelesen 2000 Russen und fast 8000 Amis im Lande.
und dass die Israelis aufhören, ständig die Grenzregion zu bombardieren.
und die EU eingefrorene Gelder, m. W. ca. 6 Mrd. US$ dem Staat Syrien zurückgeben.

Die Staatengemeinschaft verhindert dann Failstates, wenn Interessengruppen nicht ständig über die Köpfe der Regierung hinweg ihre eigenen Süppchen kochen.
 
Das alles wird nicht einfach werden aber bisher immer noch deutlich besser als unter Assad.
Mich würde interessieren wie du persönlich zu dieser Einschätzung kommst. Nehmen wir mal Themen wie allg. Sicherheitsempfinden, Recht auf Bildung, Rechte der weiblichen Bevölkerung, allg. Menschenrechte und Perspektiven für die Zukunft.
 
Mich würde interessieren wie du persönlich zu dieser Einschätzung kommst. Nehmen wir mal Themen wie allg. Sicherheitsempfinden, Recht auf Bildung, Rechte der weiblichen Bevölkerung, allg. Menschenrechte und Perspektiven für die Zukunft.
Nun, um die 500.000 Tote in einem Bürgerkrieg gegen das eigene Volk muss man ja erst mal toppen.

Die Fragen Recht auf Bildung, Rechte der weiblichen Bevölkerung lässt sich relativ einfach beantworten in dem ich auf die verbindliche Frauenquote bei den jetzigen Wahlen hinweise.
Sowas gibts ja nicht mal bei uns.
Die nachlesbare allgemeine verpflichtende Schulbildung für alle, Männlein wie Weiblein. kann man bei z. B. UNO-/UNICEF-Plattform nachlesen.
Ob das alles wie auf dem Papier bzgl. Schulbildung auch im letzten Kuhkaff umgesetzt wird, weiss ich natürlich nicht.
Immerhin sind die Papierregelungen besser als in vielen anderen islamisch geprägten Staaten (siehe Saudi-Arabien).
Dass sich Syrien in der jetzigen politisch-religiösen Konstellation noch mit Divers schwer tut, dürfte kaum jemanden überraschen und ist kein Alleinstellungsmerkmal Syriens.

Bei den allg. Menschenrechte muss ich die jetzige Übergangsregierung wie auch die künftige Regierung eben beweisen. Alleine die Anzahl der Flüchtlinge aus Syrien bei und ist ein recht starkes Indiz dafür, dass es zuvor unter Assad schlechter denn jetzt war. Immerhin gibt es zaghafte Rückkehrer, die sich besseres erhoffen.
Die Perspektiven für die Zukunft kann ja kaum einer beantworten.
Das kann von richtig rosig bis grottenschlecht werden.
Einige Bedingungen hierzu habe ich oben schon formuliert.
 
Die Staatengemeinschaft verhindert dann Failstates, wenn Interessengruppen nicht ständig über die Köpfe der Regierung hinweg ihre eigenen Süppchen kochen.
Das ist das größte Problem.
Ideologie kann man auch nicht austreiben. Das geht nur über Bildung. Was gebraucht wird ist eine weltweide Bildungsoffensive, um Extremismus zu beseitigen.
 
Was gebraucht wird ist eine weltweide Bildungsoffensive, um Extremismus zu beseitigen.
Mit welchem Inhalt? Da hört das dann schon auf. Du wirst immer wieder Typen treffen, die einem sagen, dass selbst empirisch nachgewiesenes Wissen nicht stimmt. Wie willst du dem Herr werden? Wenn du hier schon Millionen solcher Lost-People hast, wie soll das dann erst global ablaufen?
 
Bildung selbstvernatürlich.
Ideologie ist schon trickreicher.
Spontan fällt mir kein Mensch auf der Erde ein, der völlig ideologiefrei agiert.
 
1 + 1 = 2, das geht noch durch. A, B, C vllt auch noch. Conny geht mit ihrer syrischen Flüchtlingsfreundin reiten wird schon härter. Demokratie > all ? Menschenwürde > all ? Die Erde dreht sich um die Sonne? Kapitalismus oder doch eher Sozialismus? Welche Bildung genau?
 
Mit welchem Inhalt? Da hört das dann schon auf. Du wirst immer wieder Typen treffen, die einem sagen, dass selbst empirisch nachgewiesenes Wissen nicht stimmt. Wie willst du dem Herr werden? Wenn du hier schon Millionen solcher Lost-People hast, wie soll das dann erst global ablaufen?
Wissenschaft, Verständnis. Offenheit.
 
Das ist das größte Problem.
Ideologie kann man auch nicht austreiben. Das geht nur über Bildung. Was gebraucht wird ist eine weltweide Bildungsoffensive, um Extremismus zu beseitigen.
Selbst Bildung dürfte an Grenzen stoßen bzw. lange Zeit brauchen. (Ich beziehe mich im folgenden mal auf Beispiele aus Deutschland, da ich mich da besser auskenne) Es gibt auch Akademiker:innen, die rechts sind oder es gibt Akademiker:innen, die irrationale Positionen vertreten wie Esoterik inkl. bspw. Anthroposophie zum Beispiel. Zu Corona-Zeiten wurde das deutlich sichtbar. Wobei die akademische Gruppe von Impfgegner:innen und Maskengegner:innen es auch jenseits von Esoterik gab, aber offenbar bspw. Schnittmengen mit (deren) Natürlichkeitsideologie hatte.
Damit will ich aber keine Gegenrede zu Bildungskampagnen halten, sondern nur aufzeigen, dass Verbesserungen schwer bzw. langwierig zu erreichen sind.
Außerdem, denke ich, ist es schwierig, Vorannahmen/Ideologien entgegenzuwirken bspw. die Fragen nach Menschenbild und Gesellschaftsbild - was ist Natur und was Kultur? Zumal von jetzigen Gesellschaftsverhältnissen aus Schlüsse auf Menschenbild gezogen werden ...
 
Wobei die Aussage aus Post #1905 das der Rest Wirtschaftsflüchtlinge sind, so ja nicht richtig ist. Wer subsideren Schutz erhält ist kein Wirtschaftsflüchtling. Diese Menschen sind vor Krieg geflohen.
Es ist ja schön, dass es noch Gutmenschen gibt. Wie wäre es denn, wenn ihr dass versucht den Opfern oder Hinterbliebenen der Opfer verständlich zu machen? Es ging mir nicht um diese die sich hier integriert haben, sondern um die Anderen. Ich habe selbst Syrer im Freundeskreis, da könnte sich mancher Biodeutscher ein Beispiel daran nehmen.
 
Und ich finde es scheiße, dass noch Schlechtmenschen gibt. Einer meiner Nachbarn ist auch Syrer. An dem kann sich so manche vermeintliche Biokartoffel auch ein Beispiel dran nehmen. :ugly:
 
Schlechte Menschen gibt es schon immer und wird es immer geben. Darüber sind wir uns einig. Warum aber die schlechten Menschen in unserem Land behalten wenn wir die rechtlichen Möglichkeiten haben dies zu ändern?
 
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