[Wahl April 2010] Monatliche Community-Bundestagswahl

Welche Partei würdet Ihr diesen Monat wählen?

  • SPD

    Stimmen: 16 13,4%
  • Union

    Stimmen: 5 4,2%
  • FDP

    Stimmen: 8 6,7%
  • Die Linke

    Stimmen: 15 12,6%
  • Piratenpartei

    Stimmen: 46 38,7%
  • Die Grünen

    Stimmen: 13 10,9%
  • Sonstige

    Stimmen: 6 5,0%
  • Enthaltung/gehe nicht wählen

    Stimmen: 10 8,4%

  • Umfrageteilnehmer
    119
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Das Problem betrifft nicht nur Deutschland. Außerdem ist der Austritt aus der WTO doch sehr weit geholt.

Die Einhaltung von TRIPS ist zumindest Vorraussetzung für den Einstieg. Beispiele für eine nachträgliche Außerkraftsetzung gibt es in der Tat nicht, aber die Abschaffung mehrere Multi-Milliarden-Branchen werden die anderen Teilnehmer nicht einfach so hinnehmen.

Deutschland ist Global Player und wenn man dieses Gewicht mal einbringt (nicht nur um griechische Neiddebatten auszulösen), sehe ich sogar Chancen.

Du "siehst sogar Chancen"?
Imho sollte eine politische Partei ein bißchen mehr als "Chancen sehen". Die sollte einen (zumindest ihrer Meinung nach) realistischen Weg in der Hinterhand haben, wie sie etwas erreichen.

Es geht doch bei der Zielformulierung darum sich ein Idealziel zu setzen. Dieses muss dann mit operativen Zielen versucht werden über die politische Beeinflußung zu ändern.

Nichts gegen Fernziele, sowas vermisse ich in der Politik sehr häufig.
Aber wer einen ggf. mehrere Jahrzehnte wärenden diplomatischen Prozess anstrebt, der sollte das imho klarstellen und ein paar Wegpunkte angeben - nicht von "greifbare Nähe" sprechen. Das grenzt an Wählerverarsche. So oder so ist es keine Angabe dessen, was die Piratenpartei (jetzt bzw. in nächster Zeit) machen möchte (wie weiter oben gefordert/-sucht)

Übertrieben, aber es geht in diese Richtung. Der Künstler soll sein Album selbst vertreiben dürfen, es muss auch alternative Wege geben, sowie wir die Contentindustrie schwächen wollen, weil sie ihre Selbsterhaltung über den Usernutzen stellt. Da gebe ich dir Recht.

Dazu wollen wir dem Künstler das Urheberrecht lassen, das Verwertungsrecht stark einschränken. Sprich wenn der Urheber mit 50 sagt, die Verbreitung seiner Werke soll eingestellt werden, dann ist dies immer noch möglich. Er soll aber nicht noch 50 Jahre danach finanziell profitieren. Wenn sie regelmäßig am Markt etwas bringen erhalten sie trotzdem ihr Geld.

Äh: Die Forderrung lautet, jegliche nichtkommerzielle Kopie zu legalisieren. Kannst du mir mal erklären, was da noch vom Urheberrecht übrig bleibt und wie jemand unter diesen Bedingungen irgendwelchen Content vermarkten soll?


Du vergisst den Unterschied zwischen dem Sinn der GEZ und deren Methoden. Aber hier stehe ich mit meiner Meinung in der Informatikerbranche relativ allein da, was GEZ angeht.

Falls du damit die generelle Ablehnung der ÖR meinst, hast du sicherlich recht.
Es sei aber angemerkt, dass ich diese nicht Teile. Ich bin lediglich gegen staatlich vorgeschriebene Bespaßung.


Du weißt, die Lösung ist nicht einfach und ich habe es unterschwellig angedeutet das die perfekte Lösung Zeit braucht, da die Piraten bestimmt schon längst mit Büsosprüchen rumgelaufen wären (Wir haben die Patentlösung)
Die Piraten haben versprochen sich nach dem Wahlkampf ihren Programm zu widmen. Wenn du den kommenden BPT anschaust und dessen Anträge, sieht man das erste Lösungen/Problemstellungen erarbeitet wurden. Aber nach einem 3/4 Jahr Optimallösungen zu erwarten ist Schwachsinn. Und gerade beim Thema Urheberrecht kann man sich schön aufhängen.:D ich weiß.

Insofern machen die Piraten genau das, was sie versprochen haben. Das in sie dabei hohe Erwartungen gesetzt werden und einige dies nutzen um ihnen ein Scheitern/Unwählbarkeit voherzuorakeln, ist nicht schön aber wird sich legen. Ich persönlich bin da sehr zuversichtlich.

Grüße Nuklon

*Tee aufsetzt und abwart*

(übrigens finde ich es nicht sehr seriös, dass man mit Themen Wahlkampf macht, zu denen man ein Jahr später die ersten konkreten Konzepte liefern möchte)
 
Zuletzt bearbeitet:
Übertrieben, aber es geht in diese Richtung. Der Künstler soll sein Album selbst vertreiben dürfen, es muss auch alternative Wege geben, sowie wir die Contentindustrie schwächen wollen, weil sie ihre Selbsterhaltung über den Usernutzen stellt. Da gebe ich dir Recht.

Dazu wollen wir dem Künstler das Urheberrecht lassen, das Verwertungsrecht stark einschränken. Sprich wenn der Urheber mit 50 sagt, die Verbreitung seiner Werke soll eingestellt werden, dann ist dies immer noch möglich. Er soll aber nicht noch 50 Jahre danach finanziell profitieren. Wenn sie regelmäßig am Markt etwas bringen erhalten sie trotzdem ihr Geld.

Ich frage mich, wie ein Künstler, wenn er nicht bereits im Vornherein seine Werke verwerten (sprich zu Geld machen) konnte, ohne eine andere Gesellschaft als Initiator und Geldgeber seine Werke unter das Volk bringen will?

Ich habe da zwar einige Lösungen gehört, aber keine ist rechtlich sauber durchdacht bzw. einer legislativen Kontrolle notwendig:

1. Vereine (GEMA z.B.!) in denen der Künstler Mitglied wird und über diese seine Werke verwertet werden. Hier haben wir besonders das Problem der Kontrolle dieser Vereine. Die GEMA arbeitet auf Grundlage verschiedener Gesetze und ist einer der wenigen letzten Beispiele eines wirtschaftlichen Vereins. An den Gesetzen kann man drehen, nicht aber an den Vereinspraktiken. Was man aber machen könnte, ist Aufklärung. Warum das? Die GEMA schließt Verträge mit den einzelnen Urhebern. Ist der Vertrag "richtig" ausformuliert, braucht es im Grunde keine Gesetzesänderungen mehr, da der Urheber bereits mit einem schuldrechtlichen Anspruch seine Rechte schützt.

2. Die Selbstvermarktung vom Urheber. Im Grunde ein Ding der Unmöglichkeit, außer der Urheber geht das extrem hohe Risiko einer persönlichen, unbeschränkten Haftung ein oder gründet selbst eine Körperschaft (wenn er denn das Geld hat). Man muss da aber nicht bis zwei zählen können, um zu sehen, dass in Laufe der Zeit es zu Konsolidierungen kommen wird unter den einzelnen Gesellschaften der verschiedenen Urheber. Das Ergebnis wäre wieder große diktierende Publisher.

Aber ganz davon abgesehen - und das ist wohl den meisten Piraten nicht bewusst - sind die Ideen der Beschränkung der "Contentindustrie" nicht Verfassungskonform. Sprich kollidieren mit dem GG. Besonders mit dem Art. 9 GG und Art. 14 GG. Wenn die neuen Gesetzesformulierungen (wie auch immer die aussehen sollen) nicht lückenlos und verfassungskonform sind, sind die Gesetze genauso schnell außer Kraft gesetzt, wie die Partei im Erdboden verschwunden.

Was ich auch merkwürdig finde, ist diese extreme Fixierung auf Musik, Film und Software. Gerade dort, wo es maßig Urheberrechtsverstöße von Privatpersonen gibt. Nach den Ideen der Piratenpartei wären diese Verstöße nicht mehr zu ahnden. Das kann doch auch nicht im Sinne des Urhebers sein, wenn gerade diese Schicht nach Bedarf kopieren und verbreiten darf, bei der sich der Urheber einen angemessenen finanziellen Ausgleich erwünscht? Wie soll das gelöst werden?

Noch eine Frage.

Was soll denn nun konkret geändert werden? Es fallen zwar Stichworte wie "Verwertungsrechte" und die damit verbundene Dauer, aber in welchen §§ soll was geändert werden? Vielleicht kannst du mir das sagen. Die Mitglieder eines Kreisausschusses konnten es nicht. Wichtig sind die §§15ff, 31ff, 69a ff. und 97-111c UrhG und natürlich das gesamte UrhWG. Was soll da konkret geändert werden?

Du weißt, die Lösung ist nicht einfach und ich habe es unterschwellig angedeutet das die perfekte Lösung Zeit braucht, da die Piraten bestimmt schon längst mit Büsosprüchen rumgelaufen wären (Wir haben die Patentlösung)

Bis spätestens 2012 solltet ihr fertige Gesetzesentwürfe haben, die für die breite Öffentlichkeit zur Disposition gestellt werden und 2014 als Entscheidungsgrundlage dienen. Alles andere wäre unseriös, fahrlässig, nicht mandatsfähig, nicht wählbar.
 
Die Einhaltung von TRIPS ist zumindest Vorraussetzung für den Einstieg. Beispiele für eine nachträgliche Außerkraftsetzung gibt es in der Tat nicht, aber die Abschaffung mehrere Multi-Milliarden-Branchen werden die anderen Teilnehmer nicht einfach so hinnehmen.
Bei solchen Argumenten denk ich mir immer: Eigentlich sollte Politik die Interessen der Gesellschaft vertreten. Warum zum Teufel aber hören die auf andere?
Nichts gegen Fernziele, sowas vermisse ich in der Politik sehr häufig.
Aber wer einen ggf. mehrere Jahrzehnte wärenden diplomatischen Prozess anstrebt, der sollte das imho klarstellen und ein paar Wegpunkte angeben - nicht von "greifbare Nähe" sprechen. Das grenzt an Wählerverarsche. So oder so ist es keine Angabe dessen, was die Piratenpartei (jetzt bzw. in nächster Zeit) machen möchte (wie weiter oben gefordert/-sucht)
Da müssen wir wirklich aufpassen. Natürlich wollen die Piraten ihren Wählern nichts vormachen, auf der anderen Seite will man es so schnell wie möglich. Anderseits les ich grad, das der CCC an nem Konzept bastelt und man arbeitet an einer Übersetzung eine Modells aus GB (Copy-remix-share)
Wenn da ordentliche Ideen drin sind, kann man ja durchaus schneller vorankommen.
Aber um zu dem Punkt klar Stellung zu nehmen. Hier scheint meine Meinung mit denen der Piraten zu divergieren, was das arbeiten über Zeiträume angeht.
Äh: Die Forderrung lautet, jegliche nichtkommerzielle Kopie zu legalisieren. Kannst du mir mal erklären, was da noch vom Urheberrecht übrig bleibt und wie jemand unter diesen Bedingungen irgendwelchen Content vermarkten soll?
Es ist schlicht und einfach die Antwort auf die Realität. Die wenigstens haben nur 100% legal erworbene Software zuhause. Entweder wir lassen die Situation wie sie jetzt ist, man legalisiert es oder man setzt drastische Strafen mit einer Totalkontrolle des Internets durch. Die Industrie geht Richtung Kontrolle, jemand muss am anderen Ende des Seils ziehen. Es geht hier um mehr als Legalisierung von nichtkomerziellen Kopien.



Es sei aber angemerkt, dass ich diese nicht Teile. Ich bin lediglich gegen staatlich vorgeschriebene Bespaßung.
meine Meinung zum OR ist, das alle Altersgruppen was zu meckern haben, was ihnen nicht gefällt, was mir sagt, das sie genau ihren Auftrag nachkommen Sendungen für alle anzubieten. Unterhaltung, Sport, Nachrichten, Bildung.
*Tee aufsetzt und abwart*

(übrigens finde ich es nicht sehr seriös, dass man mit Themen Wahlkampf macht, zu denen man ein Jahr später die ersten konkreten Konzepte liefern möchte)
Hey, Die Piraten sind angetreten weil sie was verändern wollten und im Sommer letzten wurden sie überannt. (Mitgliedermäßig)
Alle wollten sie was verändern und hatten keine Ahnung, wie der politische Prozess abläuft. Diese muss man sich hart erarbeiten. Ich persönlich bin selbst gespannt was nach dem Bundesparteitag passiert

Pokerclock schrieb:
Was soll denn nun konkret geändert werden? Es fallen zwar Stichworte wie "Verwertungsrechte" und die damit verbundene Dauer, aber in welchen §§ soll was geändert werden? Vielleicht kannst du mir das sagen. Die Mitglieder eines Kreisausschusses konnten es nicht. Wichtig sind die §§15ff, 31ff, 69a ff. und 97-111c UrhG und natürlich das gesamte UrhWG. Was soll da konkret geändert werden?
Woran erkennt man den Juristen im Forum? Drei Punkte für den der es errät. :devil:
Ich habe weiter oben geschrieben, das ich kein Experte auf dem Gebiet Urheberrecht bin. Im Prinzip verteidige ich eine Idee, dessen Ansatz mir wahrscheinlich nicht mal 100% klar aufgrund der Komplexität der Lage

zu 1. Das die Gema besonders erfolgreiche Künstler stützt ist bekannt. Wenn es so einfach wäre diese Praxis umzustellen, hätten sie es längst getan. Abgesehen davon schrieb ich bereits oben, das die Verkürzung des Verwertungsrechtes hier Abhilfe schaffen könnte.
zu 2. Selbstvermarktung ist heute sehr wohl möglich. Internet is not only for pron.
Wir wollen dabei keineswegs Märkte verbieten, sondern neue schaffen. Es ist für einen guten Künstler heute so gut wie unmöglich sein werk ohne Label und Gema zu vertreiben.
Grund: Rundfunkt/Fernsehen spielen keine gemafreie Musik, Onlineanbieter schreiben fast immer zwanghaft ein Label vor. So kann man über ein "Tarnlabel" bei itunes seinen Auszahlanteil von wenigen Cents auf über 70 Cent pro Stück steigern. Und das bei einem Preis von 1€/$. 5000-10000 Downloads weltweit führen hier schon zu einigermaßen Einkommen.

Wie oben gesagt, ich will eigentlich nur der Mehrheit der Gesellschaft sämtliche Kultur zugänglich machen, weil ich einen großen Mehrwert drin sehe. Die Gesellschaft sollte die Wirtschaft gestalten und nicht andersherum.

So damit Schluss für heute von meiner Seite.
 
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