AW: Wärmeleitpaste erneuern wie oft?
Man muss aber auch sagen das verschiedene Wärmeleitpasten verschiedenlang halten.
Während Flüssigmetallpasten praktisch ewig halten bestehen klassische Wärmeleitpasten aus zwei Komponenten: einerseits einem feinen Pulver aus Keramik und/oder Metall (etwa Kupfer, Silber, Aluminium, Bornitrid, Aluminiumnitrid, Aluminiumoxid, Kohlenstoffnanopartikel*, Berylliumoxid**) und andererseits aus einer fettähnlichen Substanz, in der Regel Silikonfett oder Alkanfett (aka Vaseline), einige Hersteller nutzen auch andere synthetische Fettähnliche Stoffe, etwa Polyolester und Polyethylenglycol; das Fett wird bei hohen Temperaturen zunehmend flüssig und kann auch langsam verdunsten, ist eine gewisse Menge verdunstet nimmt die Wärmeleitfähigkeit langsam ab, ist die Paste vollständig ausgetrocknet kann sie zum Teil erheblich an Wärmeleitfähigkeit verlieren.
Wie schnell die Pasten austrocken hängt von verschiedenen Faktoren ab:
-von den Eigenschaften des Fetts
-vom "Fettanteil" der Paste
-von der Schichtdicke der Paste; eine zu dicke (!) Schicht kann unter Umständen schneller austrocknen
-von der Betriebstemperatur
-Wenn die Wärmeleitpaste so großflächig aufgetragen wurde das sie am Rand hinausquillt kann das Fett an diesen Stellen verdunsten und sickert auch aus den restlichen Bereichen nach; das kann das austrocknen beschleunigen
-Große Flächen trocknen langsamer aus (etwa ein CPU mit Heatspreader)
Billige, schlampig aufgetragene Industriewärmeleitpasten trocknen zum Teil bereits nach wenigen Jahren aus, "provisorische" Wärmeleitpasten wie etwa Zahnpaste unter Umständen bereits nach Monaten; hochwertige, gut aufgetragene Paste sollte aber, wie gesagt, >10 Jahre halten.
Beachtenswert ist auch: manche Wärmeleitpasten haben zusätzlich zu dem Fett noch ein flüchtiges Lösungsmittel, das das Auftragen erleichtern und im Betrieb verdunsten soll, etwa Ethylenglycol.
*Diamantstaub oder kurze Nanoröhrchen
**gifitig aber der Beste keramische Wärmeleiter