Mehr Markt heißt mehr Leute die interessante Projekte umsetzen wollen und nicht einfach nur Geld sehen und zwar überall
Nein. "Mehr Markt" heißt nicht "mehr Leute, die interessante Projekte umsetzten wollen". Wir haben keinerlei Mangel an Leuten, die Projekte umsetzen
wollen. "Können" ist das Problem. Und "mehr Markt" bedeutet immer und zu allererst "nur wer viel Geld hat kann viel machen". Und: "Wer kein Geld übrig hat kann gar nichts machen". Mehr Markt reduziert den Aktionsspielraum der meisten potentiellen Innovateure auf null.
Wenn Immobilien nicht als Massenware verscherbelt werden und keine Quasi-Monopolisten entstehen die tausende von Wohnungen und ganze Gebiete aufkaufen,...
... dann verhindert das wohl offensichtlich jemand aktiv. Und das ist dann "weniger Markt" und "mehr Kontrolle". "Mehr Markt" wäre das genau Gegenteil.
Was das mit sozialer Gerechtigkeit zu tun hat wenn die Leute kaufen statt mieten (was übrigens nicht so teuer ist wie man denkt wenn man umrechnet), verstehe ich auch nicht.
Es ist offensichtlich, dass du nicht verstehen willst beziehungsweise ignorierst, dass ein großer Teil der Leute hier und ein immer größer werdender Teil der Leute in den USA keine Möglichkeit hat, zu kaufen und immer mehr mieten müssen. Oder sich derart mit Krediten übernehmen müssen, dass die Zinsen höher als etwaige Mieten sind, was auf die gleiche Armutsfalle hinausläuft.
Damit das hier passiert, müssen die Leute allgemein mehr Eigentum haben. Der fällt nicht vom Baum, den muss man kaufen. Und wir sind hier stinkreich, das Privatvermögen der Deutschen ist irre hoch gemessen an den Bevölkerungszahlen.
Das Medianvermögen in Deutschland liegt bei 47000 € (bzw. tat es in 2017). Zieh Auto, Wohnungseinrichtung und andere nicht-liquidirbare Mittel ab und es dürften deutlich unter 20000 bleiben. Welche Wohnung genau sollen sich 50% der Deutschen denn davon kaufen???
Wonvia hat das Geld und wer das Geld hat in einem freien Markt das Sagen. Der Rest muss sehen, wo er bleibt. Willkommen im Kapitalismus.
Einfache Sache: Vorkaufsrecht für Mieter oder Einheimische
Ist kein freier Markt, sondern ein massiver Eingriff ins Eigentumsrecht. Erst recht wenn du die Preise begrenzt, denn kein Mieter kann die Gebotene des durchschnittlichen Immobilieninvestors toppen.
Dazu Tauschgeschäfte mit Immobilien vereinfachen - Haus gegen Wohnung mit Zuzahlung von einer Seite, ist an sich auch nichts unbekanntes.
Ist für Privatpersonen eine organisatorisches Mammutaufgabe, weil sie nicht nur einen Kaufinteressenten und ein passendes Objekt finden müssen, sondern auch noch eine Kombiantion aus beiden. Und da die meisten Umzugsbewegungen in Deutschland in die gleiche Richtung laufen (alle ziehen in Boom-Gebiete, kaum jemand weg) ist das für die Mehrheit komplett unmöglich.
Umgekehrt ist es für Konzerne ein super komfortables Steuerschlupfloch.
Mir geht es doch nicht um den freien Markt an sich
Dann solltest du das vielleicht auch schreiben und nicht 3-4-5 mal "mehr Markt [Ende der Argumentation]" fordern...
P.S. Ich mag Investoren. Wenn sie neues erschaffen, ist es immer willkommen. Aber sie erschaffen auf dem Immobilienmarkt zu wenig, sie wandeln diesen einfach um.
Letzteres bringt halt in gleicher Zeit mehr ein.
Willkommen bei "mehr Markt".
Eigenheim ist kein Tattoo das bleibt, man kann es verkaufen, tauschen, vermieten etc.
Solche Umzüge fallen selten vom heiteren Himmel, wer umzieht kann meist den Umzug planen. Und sollte es doch dringend sein, kümmert sich ein Makler drum. Die Verluste bei einem ungünstigen Geschäft halten sich trotzdem in Grenzen und bei steigenden Immobilienpreisen quer durch alle Bereiche lohnt es sich sowieso.
Ach, eine neue Immobilie kaufen zu müssen, lohnt sich bei steigenden Immobilienpreisen? Für Makler vielleicht, aber nicht für Käufer. Und wer eilig verkaufen muss, kriegt auch selten den vollen Wert.
Und wenn jemand weiß das der oft umziehen wird bei dem Job, der kann sich auch einmieten, zumal solche Jobs oft sehr gut bezahlt sind und die Miete nicht wirklich weh tut.
Echt? Ist mir jetzt irgendwie ganz neu, das Putzfrauen, Kassierer, Berufskraftfahrer, Callcenter-Mitarbeiterinnen und all die anderen Millionen von Deutschen, die heute nicht wissen, ob sie nächsten Monat gefeuert werden oder nicht, "sehr gut bezahlt" werden. Hätte ich doch lieber in eine dieser Luxusbranchen gehen sollen?
