- Das Storytelling, gerade am Anfang war mies : "Hallo, das ist Ciri, sie ist deine Ziehtochter, oh, Ciri ist weg, rette sie" - Sorry, Nein, das ist kein gutes Storytelling. Als Gegenbeispiel The last of Us, so bringt man eine Figur dem Spieler nahe, bevor man sie dem Spieler weg nimmt um Gefühle für diesen Charakter zu erzeugen. Ciri hat mich dagegen null interessiert.
Das Problem ist halt das sie krampfhaft versucht haben alle noch offenen Punkte mit The Witcher 3 zu einem Abaschluss zu bringen (Yennefer finden / retten, Ciri abhandeln, die Prophezeihung zu einem Ende bringen).
Das ist viel zu umfangreich und Komplex für ein Spiel gewesen und hätte unter normalen Umständen noch mehr als genug Story-stuff für 2 oder 3 weitere Spiele geboten.
Das darunter letztlich die Darstellung / Präsentation der Charaktere, wie Ciri, leiden würde war eigentlich absehbar, da man einfach garnicht den nötigen Handlungsspielraum im Spiel zur Verfügung hatte um sie vernünftig einzuführen.
- Die Entscheidungen. Auch wenn es von vielen gelobt wird, für mich war das häufig Müll. Lieber treffe ich als Spieler keine Entscheidung, als zwischen zwei dummen Entscheidungen wählen zu müssen. Beispiel Achtung SPOILER !!!!!
Naja, es ist aus Hexersicht aber die naheligenste Entscheidung. Geralt als Hexer soll nach dem Kodex der Hexer eigentlich die Menschen vor Monstern schützen und nicht über Menschen urteilen (Neutralität).
Unter diesem Gesichtspunkt steht es Geralt eigentlich nicht zu darüber zu urteilen ob die Schwester ihre Schwester aus Eigennutz umgebracht hat.
Die Entscheidung den Werwolf am leben zu lassen und die andere Schwester dafür töten zu lassen ist daher im Grunde das höchste der Gefühle darauf Einfluss zu nehmen.
Somal der Werwolf halt ansonsten niemanden getötet hatte, da er sich ja immer vor seiner Verwandlung wegschloss.
Im Grunde hat also nicht der Werwolf sie aus eigenen Antrieb getötet, dann hätte Geralt ihn als Hexer töten müssen, sondern hat die Schwester ihre Schwester umgebracht indem sie sie zum Werwolf gebracht hat, was es zu einer "Familienangelegenheit" macht in die Geralt sich nicht einmischen muss, aber auch nicht "Neutral" bleiben muss.
Die Entscheidung finde ich daher alles andere als Müll, oder unlogisch, aus Sicht des Hexerkodex ist sie sogar völlig nachvollziehbar und das einzige was Sinn macht.
- Das Kampfsystem hat mir persönlich nicht gefallen, zu viel herumgespringe
Muss man nicht mögen, aber es entspricht nunmal den Büchern.
- Immersion in der Spielwelt. Die Spielwelt an sich war wie gesagt gut, aber es war schlecht, dass Handlungen keine Auswirkungen hatten, wie beispielsweise stehlen.
Geralt ist nunmal Hexer, kein Dieb, es täte nicht zu der Romanvorlage passen wenn er Diebastahl begehen könnte. Das Problem ist daher auch nicht so sehr das Diebstahl keine Auswirkungen hat sondern das man alle 2 Meter Zeug in fremden Häusern looten kann. Teil 1 hat das besser gelöst, wenn auch nicht perfekt, indem es bei weiten nicht soviel Zeug zu looten gab und schon garnicht in den Häusern von Fremden (sofern sie bewohnt waren).
The Witcher 3 übertreibt es sowieso etwas was das looten angeht, aber damit ist es nicht alleine, die meisten modernen RPGs meinen ja heutzutage das es total toll ist wenn der Spieler alle 2 Ingame-Meter irgendwas looten kann. Eine Besinnung dahingehend das weniger mehr ist wäre mal wieder toll und würde auch oft die dadurch völlig entwerteten Nebenquests wieder aufwerten. Weil was interessiert einen die 200 Münzen Belohnung aus irgend einer Nebenquest wenn man durch 10 Minuten Looten schon 1000 Münzen zusammen bekommt.
- Ich persönlich konnte mich mit Geralt nicht identifizieren. Dadurch viel es mir schwer das Spiel als RPG zu spielen.
Subjektiv. Ist halt bei vordefinierten Charakten immer möglich, dafür sind sie halt nicht so generisch / austauschbar wie ein selbsterstellter in z.B. Skyrim.
Hat halt Vor- und Nachteile.
- Die Charakterentwicklung war zu marginal
War das was der Romanvorlage entsprechend möglich war. Geralt ist nunmal ein im Roman vordefinierter Charakter, ein Hexer, mit festgelegten Fertigkeiten, daraus kannst du nunmal keinen Schwert und Shield schwingenden Ritter in Platte machen, oder einen Vollmagier der Feuerstürme wirft und einen Zauberstab schwingt.
CDPR hat aus der Charakterentwicklung das rausgeholt was im Rahmen der Romanvorlage möglich war, das kann einem Gefallen, oder eben nicht, aber es ist halt kein objektiver Kritikpunkt.
Quest annehmen, Hexersicht, Pfad folgen, Quest lösen und abgeben war im Grunde das übliche.
Warum hast du es dann genutzt? Man konnte (fast) alle Quests auch ohne Hexersinne lösen, indem man nach den Spuren sucht und ihnen folgt, sogar die Hexersinne waren in den Optionen ausschaltbar, wenn ich mich nicht täusche.
Die Hexersinne waren nur ein Kunstgriff um das Spiel "zugänglicher" zu gestalten.
- Ab Novigrad ließ gefühlt die Qualität der Quests, stark nach
Hat sie "teilweise" auch, schlicht weil man das Spiel fertig bekommen musste und es eigentlich viel zu umfangreich war.
- Das Kampfsystem hat mir persönlich nicht gefallen, zu viel herumgespringe wie beispielsweise stehlen.
- Ich persönlich konnte mich mit Geralt nicht identifizieren. Dadurch viel es mir schwer das Spiel als RPG zu spielen.
- Die Charakterentwicklung war zu marginal- Das Übliche, keine Charakter Auswahl, bzw Erschaffung
Das wären doch Punkte gewesen über die du dir aber im Vorfeld hättest klar sein können, bzw. dich informieren können.
