Meine kurze Recherche ergab, dass die hohen Temperaturen nicht das Problem des Treibers waren, sondern Teil der Spezifikation sind, also i.d.R. ein gefühltes Problem waren. Sowohl die 4870X2 wie auch deren später erschienene Konkurrenz GTX295 liefen laut PCGH unter Volllast locker mit 93° und machten einen heiden Radau bei der Kühlung. Techpowerup notierte gar 95°C.
Grenzwertig wird es ab 100°C, heutige Radeons bremsen ab 105°C, um sich vor Überhitzung zu schützen.
Deine kurze Recherche hat leider nichts sinnvolles ergeben.
Das Problem waren die Spannungswandler, genauer gesagt deren Auslegung. Wenn man zwei GPUs um CF oder SLI betreibt dann ziehen sie nicht das doppelte, sondern deutlich weniger, da sie nicht voll ausgelastet sind. AMD hat da an den Spannungswandlern gespart und das einfach mit einberechnet. Das Problem kam dann in Gestalt von FurMark, denn der kann zwei GPUs tatsächlich zu 100% auslasten und auf einmal ziehen beide GPUs das doppelte einer normalen GPU. Oben drein zieht die GPU auch mehr, als in einem normalen Spiel, sodass der Verbrauchj noch weiter ansteigt. Im Ergebnis sind die 4870X2 abgeraucht, sowie der Fur Mark gestartet wurde. AMD hat das Problem umgangen, indem sie die Karte einfach deutlich herunter getaktet haben, wenn man die furmark.exe ausgeführt hat. Hat man die umbenannt, dann sind die Karten wieder abgeraucht. Bei der HD 5970, dem Nachfolger der HD 4870X2, wurde dann ein modernes Powerbudget eingeführt und die GPU automatisch heruntergetaktet, wenn dieses überschritten wurde.
(...) also i.d.R. ein gefühltes Problem waren.
Wenn dir deine Karte binnen einer Sekunde abraucht, sowie du den FurMark ausführst und das auch bei allen anderen der Fall ist, dann handelt es sich um kein "gefühltes Problem", sondern um ein sehr reales.
Irgendwie liest sich das wie "Die-Hard AMD Fan versucht Problem zwanghaft wegzureden".
Allerdings... Single-GPUs, eine davon eine Mittelklasse-GPU, anhand einer offenbar am technischen Limit designten Dual-GPU, die schon ganz andere Probleme mitbringt, weil Dual-GPU (Mikroruckler, Stromverbrauch, mangelnder Spielesupport), zu bewerten ist m.M. sehr speziell und nicht wirklich objektiv...
Zunächstmal sind wir hier nicht vor Gericht. Es geht nicht darum, ob die Leute von ATi dafür hinter Gittern sollen, sondern ob ich mir diese Karte kaufe. Deshalb gibt es auch kein "im Zweifel für den Angeklagten". Wenn ich mir bei etwas nicht sicher bin, dann kaufe ich es mir nicht - fertig. Das gilt natürlich auch für Nvidiakarten oder Intel CPUs. Auch die Angewohnheit von AMD, die Treiberunterstützung ihrer Karten nach teilweise 5 Jahren einzustellen, während Nvidia mindestens 7 Jahre geboten hat, berücksichtige ich (deshalb wäre ich auch bei den 9000er Karten vorsichtig und würde eher zu Blackwell tendieren).
Damals hatte ich vor einem Jahr einen Laptop, mit GeForce 8400M G gekauft, ein echter Glücksgriff, so dachte ich. Kurz darauf kam heraus, dass die GPUs einen Seriendefekt hatten und ich nun mit dem Risiko leben mußte, dass sich der Laptop nach der Garantie verabschiedet, die 14 Tage waren schon längst abgelaufen. Da hatte ich damals keinen Bock mir noch so einen Klotz ans Bein zu binden. Also habe ich mir eine EVGA Karte, mit 10 Jahren Garantie, gekauft. Wenn damit irgendwas gewesen wäre, dann hätte sich EVGA darum kümmern müssen und bis 2019 hätte ich wohl schon längst eine andere Karte (es wurden sogar zwei).
Zum technischen Hintergrund:
Die HD 4870 hatte eine TDP von 157W, unter extremer Last konnte sie aber auch auf 200W hochgehen. AMD hat also hier ebenfalls gespart. Wie sich das auswirken würde? Das wußte damals keiner so genau, aber gut war es nicht.
Ich habe sehr objektiv entschieden, mir die Karte nicht zu kaufen. Wenn du dir Zeug von AMD kaufst, auch wenn es eventuell kaputt geht, nur weil es von AMD kommt, dann kannst du das gerne machen, ich tue es nicht.