derLordselbst
Software-Overclocker(in)
Nach dem großen Erfolg des Katastrophen-Epos 2009 erspart uns Lordywood nicht die Peinlichkeit, einen weiteren, diesmal pseudo-dokumentarischen Beitrag zum Thema „Wie sich der Mensch in den Abgrund stürzt“ auf den Markt zu werfen:
THE DAY AFTER
Tage nach dem großen Störfall im Lordkraftwerk (LKW) Trümmel:
Der Pressesprecher Watt nen Fall steht Haare raufend im Kontrollzentrum des abgeschalteten Kraftwerkes. Der Boden ist noch bedeckt von den Spuren der Notabschaltung:
Umgestoßene Kaffeebecher und ausgedrückte Zigaretten (manche mit seltsamer Kegelform), zerrissene Wartungsberichte und leere Tablettenschachteln von Aufputschmitteln liegen schmutzig und zertreten herum (aus Kostengründen wird im LKW Trümmel nur einmal im Monat geputzt).
„Was sollen wir nur machen! Alles ist kaputt! Wenn das die Presse erfährt! Wir können den Laden dicht machen oder auf Windkraft umstellen“, stöhnt verzweifelt Watt nen Fall. „Ist überhaupt noch irgendetwas heile?“
Der verantwortliche Kraftwerksingenieur derLordselbst versteht den Ausruf als Frage:
„Hmm, der mittlere Kühlturm ist eingestürzt, diverse Rohre ausgebaut, mehr radioaktives Kühlwasser ausgetreten als bei Tschernobyl und der nagelneue, unversehrte Reaktorblock 2 ist noch nicht auf Wasserkühlung umgerüstet, sondern benötigt weiterhin Stickstoff als Kühlmittel.“
DerLordselbst lächelt verzerrt, im schwachen Versuch Optimismus zu verbreiten:
„Immerhin ist Reaktorblock 1, der Hauptreaktor, ohne offensichtlichen Schaden davon gekommen. Und, wie ich eben erfahren habe, sind die provisorischen Arbeiten an Reaktorblock 3 abgeschlossen.“
„Wird er funktionieren?“
„Äh, jedenfalls ist beim Zusammenschrauben kein Teil übrig geblieben! Wir haben gefräst, geschraubt, geklebt und gebogen. Alle Schrauben sind weit über das zulässige Drehmoment angezogen! Das muss halten.“
Watt nen Fall wendet sich direkt an denLordselbst: „Wenn hier noch eine weitere Woche der Betrieb still steht, können wir gleich die Presse einladen, um ihnen den Anblick der lose herumhängenden Kabelbündel und der provisorisch gestopften Lecks vorzuführen. Können wir denn nicht irgendetwas tun?“
Der praxiserprobte Autodidakt derLordselbst nippt ein letztes Mal an Wodka und trifft eine folgenschwere Entscheidung:
„Wir haben zwei Reaktoren, die eventuell funktionieren. Der große und der kleine Kühlturm stehen noch. Wir könnten alle Rohre provisorisch flicken, einen Notablass einbauen, der direkt in den Fluss führt, Schlauchklemmen, Dichtmasse und Heißkleber bereit halten, und –„
„Und was????“
„— Trümmel einfach wieder einschalten!“
„Das geht nicht! Vor wenigen Tagen haben noch die Kinder der Besucher in den strahlenden Pfützen aus Kühlwasser gespielt!“
„Wer weiß davon? Wenn das LKW Trümmel wieder am Netz hängt, werden alle glauben, dass es wirklich nur ein unbedeutender Störfall war, wie Sie immer wieder gegenüber der Presse behaupten!“
Watt nen Fall überlegt kurz. Wenn das Ganze schief geht, ist er seinen Job los. Angeklagt werden kann er nicht, er berichtet ja nur, entscheidet offiziell nicht. Sein Haus steht 500 km entfernt außerhalb der Hauptwindrichtung. Wenn das LKW noch ein Jahr stillsteht, bis alles repariert ist, kann er seinen Job auch vergessen.
„Tun Sie es.“ Watt nen Fall schaltet unauffällig die ständige Gesprächsaufzeichnung im Kontrollraum ab. „Ich übernehme die Verantwortung.“
„In Ordnung, dann werde ich das Hochfahren riskieren!“ sagt derLordselbst, natürlich ist längst wieder die Sprachaufzeichnung eingeschaltet.
Fortsetzung folgt....
THE DAY AFTER
Tage nach dem großen Störfall im Lordkraftwerk (LKW) Trümmel:
Der Pressesprecher Watt nen Fall steht Haare raufend im Kontrollzentrum des abgeschalteten Kraftwerkes. Der Boden ist noch bedeckt von den Spuren der Notabschaltung:
Umgestoßene Kaffeebecher und ausgedrückte Zigaretten (manche mit seltsamer Kegelform), zerrissene Wartungsberichte und leere Tablettenschachteln von Aufputschmitteln liegen schmutzig und zertreten herum (aus Kostengründen wird im LKW Trümmel nur einmal im Monat geputzt).
„Was sollen wir nur machen! Alles ist kaputt! Wenn das die Presse erfährt! Wir können den Laden dicht machen oder auf Windkraft umstellen“, stöhnt verzweifelt Watt nen Fall. „Ist überhaupt noch irgendetwas heile?“
Der verantwortliche Kraftwerksingenieur derLordselbst versteht den Ausruf als Frage:
„Hmm, der mittlere Kühlturm ist eingestürzt, diverse Rohre ausgebaut, mehr radioaktives Kühlwasser ausgetreten als bei Tschernobyl und der nagelneue, unversehrte Reaktorblock 2 ist noch nicht auf Wasserkühlung umgerüstet, sondern benötigt weiterhin Stickstoff als Kühlmittel.“
DerLordselbst lächelt verzerrt, im schwachen Versuch Optimismus zu verbreiten:
„Immerhin ist Reaktorblock 1, der Hauptreaktor, ohne offensichtlichen Schaden davon gekommen. Und, wie ich eben erfahren habe, sind die provisorischen Arbeiten an Reaktorblock 3 abgeschlossen.“
„Wird er funktionieren?“
„Äh, jedenfalls ist beim Zusammenschrauben kein Teil übrig geblieben! Wir haben gefräst, geschraubt, geklebt und gebogen. Alle Schrauben sind weit über das zulässige Drehmoment angezogen! Das muss halten.“
Watt nen Fall wendet sich direkt an denLordselbst: „Wenn hier noch eine weitere Woche der Betrieb still steht, können wir gleich die Presse einladen, um ihnen den Anblick der lose herumhängenden Kabelbündel und der provisorisch gestopften Lecks vorzuführen. Können wir denn nicht irgendetwas tun?“
Der praxiserprobte Autodidakt derLordselbst nippt ein letztes Mal an Wodka und trifft eine folgenschwere Entscheidung:
„Wir haben zwei Reaktoren, die eventuell funktionieren. Der große und der kleine Kühlturm stehen noch. Wir könnten alle Rohre provisorisch flicken, einen Notablass einbauen, der direkt in den Fluss führt, Schlauchklemmen, Dichtmasse und Heißkleber bereit halten, und –„
„Und was????“
„— Trümmel einfach wieder einschalten!“
„Das geht nicht! Vor wenigen Tagen haben noch die Kinder der Besucher in den strahlenden Pfützen aus Kühlwasser gespielt!“
„Wer weiß davon? Wenn das LKW Trümmel wieder am Netz hängt, werden alle glauben, dass es wirklich nur ein unbedeutender Störfall war, wie Sie immer wieder gegenüber der Presse behaupten!“
Watt nen Fall überlegt kurz. Wenn das Ganze schief geht, ist er seinen Job los. Angeklagt werden kann er nicht, er berichtet ja nur, entscheidet offiziell nicht. Sein Haus steht 500 km entfernt außerhalb der Hauptwindrichtung. Wenn das LKW noch ein Jahr stillsteht, bis alles repariert ist, kann er seinen Job auch vergessen.
„Tun Sie es.“ Watt nen Fall schaltet unauffällig die ständige Gesprächsaufzeichnung im Kontrollraum ab. „Ich übernehme die Verantwortung.“
„In Ordnung, dann werde ich das Hochfahren riskieren!“ sagt derLordselbst, natürlich ist längst wieder die Sprachaufzeichnung eingeschaltet.
Fortsetzung folgt....
Zuletzt bearbeitet:

Genial wie der rest des Tagebuches! Hier wird es echt nie Langweilig!! Viel Glück mit deinem Reaktorblock 3, auf das er endlich fertiggestellt wird! 




Das klingt zwar jetzt komisch aber dein PC darf nie ans Netzt gehen, es macht einfach zu viel Spass dein Tb zu lesen. Alternativ darfst du Dir aber auch sofort nen neuen Rechner zusammenbasteln. Natürlich mit Tb...
Hab viel geschmunzelt.
Man merkt dass du nicht nur von Hobbywegen her schreibst.
Dass du bei all dem Elend noch die Nerven hast hier aus dem Nähkästchen zu plaudern finde ich echt beachtlich. Ich hätte schon längst den Hammer gezückt.