...es war der größte Fehler seiner bisherigen Laufbahn als Pressesprecher gewesen!
Er hatte sich mit etwas gebrüstet, mit dem er sich nicht auskannte:
Die Wahrheit
Der erste Teil der Pressekonferenz lief ab wie üblich. Es kamen die bohrenden Fragen, die er routiniert abschmetterte.
Nein, der Kühlturm war nicht eingestürzt! Es handele sich um eine geplante Umbaumaßnahme. Die Plexi-, äh, Panzerglasbereiche hätten zu vielen Vögeln das Leben gekostet.
Nein, das waren keine wichtigen Leitungen, die Außen an der Fassade herumbaumelten, sondern nur Versorgungsleitungen der Fassadenputzer.
Warum soviele Wandplatten herausgenommen worden waren? Nur um zum rechtzeitig zum 50zigsten Betriebsjubiläum die Fassade zu verschönern. Das ist ungefährlicher, wenn man dafür die Platten auf den Boden bearbeitet.
Keiner hatte ihm geglaubt.
Aber keiner hatte auch eine Chance gesehen, in diesem öligen Redeschwall eine Lücke zu finden, einen angreifbaren Punkt.
Es lief also alles bestens!
Doch dann konnte er den Mund nicht halten!
Gestern hatte ihm derLordselbst die speckigen Messprotokolle der Temperaturen gegeben. Perfekt für die Minimalkonfiguration an Kühltürmen, zumindest wenn das Lordkraftwerk mal wieder ohne Last lief:
Natürlich waren alle Fenster auf Durchzug und alle Türen offen und die Heizungen abgestellt, damit auch ja keine zusätzliche Wärme die Messergebnisse "verfälschte":
Doch sogar als derLordselbst mit seiner fundierten Erfahrung aus abbruchreifen russischen Reaktoren den Versuch wagte und für volle 15 Minuten den höchste Leistung abrief, fing nichts an zu kochen:
Schön, innerhalb der 15 Minuten war es in den Gängen und Hallen des Kraftwerkes spürbar wärmer geworden. Aber man baut Kernkraftwerke ja auch nicht für den Hochsommer!
Zwei Kühltürme reichen für einen am Anschlag laufenden Hauptreaktor und einen fast noch hitzigeren Bastelreaktor, selbst wenn beide gleichzeitig laufen!
Begeistert hatte er diese tollen Ergebnisse der Versammlung der schreibenden Zunft präsentiert.
Doch es fehlte an Übung. Tatsachen präsentieren hatte er noch nie versucht. Er wirkte unsicher, überhastet, verlegen.
In den Augen der Weltpresse leuchtete der Gedanke an Kernschmelze bei angeblich so brauchbaren Temperaturen.
Doch es kam noch schlimmer...
Statt auf der faulen Haut zu liegen, hatte sich einer der Pressefritzen als investigativer Reporter versucht. Er hatte es geschafft, geheime und streng vertrauliche Unterlagen aus der Schaltzentrale des Konzerns zu "organisieren."
Echte Unterlagen!
Der Inhalt war verherrend!
So verherrend, dass der Konzern sogar Watt nen Fall nicht informiert hatte.
Im Moment verbrauchte das LKW Trümmel mehr Energie, als es selbst herstellte!
Zwar nur lächerliche 600 Watt mehr, aber trotzdem keine rühmliche Bilanz für ein LKW, dass Millionenstädte erleuchten sollte.
Watt nen Fall, redete, schwitzte und machte seinen größten Fehler:
Er versprach die Inbetriebnahme des zweiten Nebenreaktors!
KOMMENTAR DES AUTORS: Wird Watt nen Fall einen Dieselgenerator im Baumarkt kaufen, um die Energiebilanz von Trümmel zu schönen? Gleich geht es weiter....
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