Stuttgart21

Wenn das das Kalkül sein sollte, sollte die Bahn besser heute als morgen vollständig privatisiert werden. Allerdings, wer würde deren Aktien schon kaufen... :D
Genau UM privatisiert zu werden spart sich die Bahn kaputt, damit sie finanziell attraktiv ausschaut (und dabei ihre Reserven in Sachen Wartung und Infrastruktur aufbraucht).

Das geht dann eben wie in GreatBritain: Die privaten Investoren sparen die Bahn NOCH mehr kaputt, bis zig dutzende Menschen bei Zugunglücken sterben aufgrund von Mängel an der Infrastruktur und den Zügen und dann darf der Staat die Bahn für nen paar Millarden zurückkaufen und für noch ein paar Millarden mehr wieder in Schuß bringen.
 
Also bei katastrophalen Zugunglücken mit zig Toten liegt Deutschland in jüngerer Vergangenheit vermutlich eher vor Großbritannien. Alleine Eschede dürfte dafür gereicht haben.
 
Bei der Bahn natürlich. Aber warum willst Du das wissen? Wer anders kann doch gar keine Schuld haben.

Wie man sich allerdings mit solchen Unglücken und all den weiteren Pannen und vor allem dem unsäglichen Service für Investoren attraktiv machen soll, ist mir weiterhin völlig schleierhaft. In so einer Bruchbude versenkt doch kein klar denkender Mensch sein Geld. Extreme Spielernaturen könnte das vielleicht noch ansprechen, aber auch die möchten normalerweise wenigstens den Hauch einer Chance auf Gewinn.
 
Tjo. Wenn Führungsebene/von Finanzern beschlossen wird, dass Sparmaßnahmen sein müssen, um die (politischen) Ziele zu erreichen, dann fehlt eben oft das nötige betriebstechnische Verständniss, um zu bemerken, dass DIESE Sparmaßnahmen nicht unbemerkt bleiben werden. Man geht stillschweigend davon aus, dass sich alles unendlich minimieren lässt - und wenn es dann komplett daneben geht, gibts halt einen Führungswechsel... (siehe Berliner S-Bahn. Afaik wurde da bis heute auch niemand verurteilt, obwohl de facto jahrelang nicht betriebssichere Züge fuhren)

Bezüglich Todesstatistiken: Da dürfte Deutschland in der Tat vor England liegen - aber nur aufgrund einiger sehr weniger Unfälle mit sehr vielen Toten. In der Gesamtzahl größerer Unfälle kann UK sehr gut mithalten (vor allem, wenn man die geringere Landesgröße mit einberechnet). Tippe mal darauf, dass das Todespotential einfach geringer ist, wenn Hochgeschwindigkeitsverbindungen keine 300, sondern maximal 200 km/h fahren und das auch nur auf wenigen Strecken, weil selbst diese Züge schon neuer sind, als die letzten großen Ausbaumaßnahmen. (während in Deutschland in den 90ern noch ordentlich investiert wurde)
 
Also bei katastrophalen Zugunglücken mit zig Toten liegt Deutschland in jüngerer Vergangenheit vermutlich eher vor Großbritannien. Alleine Eschede dürfte dafür gereicht haben.
Auch da: Geld gespart bei der ICE-Entwicklung. Dann nicht zu vergessen das Zugunglück mit dem Güterzug und der Regionalbahn. Klar, ist ja auch völlig logisch das zweigleisige Strecken, wo Züge nebeneinander herfahren unbedingt Sicherheitstechnik Pflicht ist, während bei eingleisigen Strecken bei denen die Züge aufeinander zufahren diese nur freiwillig ist.:stupid:

Wie man sich allerdings mit solchen Unglücken und all den weiteren Pannen und vor allem dem unsäglichen Service für Investoren attraktiv machen soll, ist mir weiterhin völlig schleierhaft. In so einer Bruchbude versenkt doch kein klar denkender Mensch sein Geld. Extreme Spielernaturen könnte das vielleicht noch ansprechen, aber auch die möchten normalerweise wenigstens den Hauch einer Chance auf Gewinn.
Schonmal was von "Hedge Fonds" gehört?
 
Auch wenn ich Heuschrecken mag handelt es sich hier eher um eine "Private Equity" Transaktion. Das Personal wird bis auf das Minimum reduziert, in kurzer Zeit der Gewinn maximiert, und dann das Unternehmen mit unverschämten Gewinn wieder verkauft.
 
Jaja, die bösen Unternehmen und der edle Bürger .... Die meisten Schäden, die ich an Bahnhöfen sichten konnte, sind nicht durch Baufälligkeit sondern Vandalismus entstanden. Und den verursacht kein Hedgefond. Wenn Kleinstadtbahnhöfe optisch nichts her machen, ist die Bahn noch lange kein Kaputtsparer. Der Anspruch einiger Leute erscheint mir sehr hoch. Unfälle würde ich auch nicht per se der Gewinnmaximierung in die Schuhe schieben. Bis zum besagten Unfall haben die Testmethoden der Bahn immer ausgereicht. Manchmal muss der Ernstfall erst eintreten, um zu realisieren, dass man etwas braucht. Die Ernährung umstellen tut man doch auch erst, wenn Krankheitsbilder auftauchen.

Übrigens belegen immer wieder Umfragen, dass die Mehrheit der Baden Würtemberger Stuttgart 21 will. Vielleicht sollten das die selbsternannten Parkschützer endlich akzeptieren und sich nicht als empörte Mehrheit wähnen, nur weil sie am lautesteb plärren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Übrigens belegen immer wieder Umfragen, dass die Mehrheit der Baden Würtemberger Stuttgart 21 wollen. Vielleicht sollten das die selbsternannten Parkschützer endlich akzeptieren und sich nicht als empörte Mehrheit wähnen, nur weil sie am lautesteb plärren.

Das sind dann aber auch die, die eh mit dem Flugzeug fliegen oder den Bentley nehmen. ;)
Fragst du aber die, die tatsächlich mit der Bahn fahren und zwar die, die regional fahren, denn das sind die, die leidtragend sein werden, sind die doch eher dagegen (doch die fragt ja keiner, weil es besser für die Zahlen ist).
 
Trotzdem darf es jeder Steuerzahler tragen und ist damit persönlich betroffen. Und mal ehrlich: Die Hauptsteuerlast wird doch von Leuten getragen, die eher weniger mit der Bahn pendeln. Ergo betrifft S21 die Leute am meisten. Zwar nicht im Alltag, aber finanziell ;)
 
Die Bahn soll den Bahnhof finanzieren und nicht der Steuerzahler. ;)
Kann ja nicht sein, dass die Bahn die Gewinne einfährt und wenns was zu bezahlen gibt, muss der Staat ran.
 
Jaja, die bösen Unternehmen und der edle Bürger .... Die meisten Schäden, die ich an Bahnhöfen sichten konnte, sind nicht durch Baufälligkeit sondern Vandalismus entstanden. Und den verursacht kein Hedgefond. Wenn Kleinstadtbahnhöfe optisch nichts her machen, ist die Bahn noch lange kein Kaputtsparer. Der Anspruch einiger Leute erscheint mir sehr hoch. Unfälle würde ich auch nicht per se der Gewinnmaximierung in die Schuhe schieben. Bis zum besagten Unfall haben die Testmethoden der Bahn immer ausgereicht. Manchmal muss der Ernstfall erst eintreten, um zu realisieren, dass man etwas braucht. Die Ernährung umstellen tut man doch auch erst, wenn Krankheitsbilder auftauchen.

Unfälle, die Aufgrund fehlender Nachrüstung von Sicherheitssystemen geschehen (siehe S-A) kann man wohl darauf zurückführen. Ein Großteil der Unfälle in England z.B. auch (guck mal durch, wieviel davon auf Fahrzeuge auf Gleisen zurückgehen - also eine Ursache, die sich durch Schranken recht wirkungsvoll verhindern lässt bzw. auf modernen Schnellverbindungen komplett ausgeschlossen sein sollte). In Bezug auf dem Einzelfall Enschede hast du sicherlich recht - da wäre vorher niemand draufgekommen (und die schwere der Folgen lag ja letztlich auch nur an einer unglücklichen Verkettung von Zufällen). Aber dass die Bahn im Privatisierungs-/Börsenwahn an der Sicherheit gespaart hat, hat man z.B. an der Berliner S-Bahn trotzdem mehr als deutlich gesehen.
Und so sachen wie die Wagonklimatisierung mögen vielleicht nicht Sicherheitskritisch sein, aber offensichtlich trotzdem ein Punkt, an dem weniger "WENIGER" mehr gewesen wäre...


Übrigens belegen immer wieder Umfragen, dass die Mehrheit der Baden Würtemberger Stuttgart 21 will. Vielleicht sollten das die selbsternannten Parkschützer endlich akzeptieren und sich nicht als empörte Mehrheit wähnen, nur weil sie am lautesteb plärren.
Das sind dann aber auch die, die eh mit dem Flugzeug fliegen oder den Bentley nehmen. ;)
Fragst du aber die, die tatsächlich mit der Bahn fahren und zwar die, die regional fahren, denn das sind die, die leidtragend sein werden, sind die doch eher dagegen (doch die fragt ja keiner, weil es besser für die Zahlen ist).

Wie wärs, wenn ihr mal beide Zahlen auf den Tisch knallt? ;)


Die Bahn soll den Bahnhof finanzieren und nicht der Steuerzahler. ;)

Macht sie aber nicht :P
 
Ruyven: Du meinst sicher Eschede und nicht Enschede - Enschede war die Feuerwerksfabrik mit Sylvester im Sommer im holländischen Wohngebiet.

Und auch Eschede ist meiner Meinung nach auf - falsche - Sparsamkeit der DB zurückführbar: es wurden Räder von Nahverkehrszügen (der Hersteller weigerte sich bezeichnenderweise, diese Räder für den ICE frei zu geben und war daher auch nicht mit verantwortlich - die Bahn baute die Räder dennoch ein!) eingebaut, um Schallschutz und Bequemlichkeit für die Reisenden zu erreichen.
Das hätte auf anderem Wege mehr Geld gekostet als mit den Gummi-Zwischenlagen in den Rädern.

Und bei der Berliner S-Bahn wurde noch an ganz anderen Ecken an der Sicherheit gespart, das lasst Euch von einem Insider gesagt sein.
(Mehr darf ich nicht verraten, leider....)
Grüße

Jochen
 
Wie wärs, wenn ihr mal beide Zahlen auf den Tisch knallt? ;)

Brauche ich ja nicht, da ich ja eingangs gesagt habe, dass die Gruppe, von der ich spreche, erst gar nicht danach gefragt wird. ;)
Wo nicht gefragt wird, gibts keine Zahlen. :P

Macht sie aber nicht :P

Das ist mir auch aufgefallen. :ugly:
Die Frage ist nur, wieso ist die Politik so dahinter her, dass der Bahnhof umgebaut wird?
Es geht ihr doch nur um den Fernverkehr, damit macht die Bahn ihr Geld und da ja immer noch ein Börsengang aussteht, muss die Bahn eben wirtschaftlich gut gestellt werden, damit möglichst gut betuchte Investoren angelockt werden. Die kommen eben nicht, wenn man den Regionalverkehr ausbaut und Inner städtlich das Bahnangebot verbessert.
 
Und bei der Berliner S-Bahn wurde noch an ganz anderen Ecken an der Sicherheit gespart, das lasst Euch von einem Insider gesagt sein.
(Mehr darf ich nicht verraten, leider....)
Das wollen wir lieber gar nicht wissen. Angesichts der eingesparten Werkstattkapazitäten kann ich mir das allerdings ziemlich gut ausmalen. Gefälschte Protokolle da, ausgelassene Prüfungen hier....

Bis es knallt. Und dann ists am Ende nicht der Manager gewesen, der 50% der Kosten eingespart hat sondern der arme Karl Arsch in der Werkstatt, der nach 10 Stunden Arbeiten die Schraube nicht richtig angezogen hat.
 
Die Bahn enthält den Politikern und uns seit Jahren die wahren Zahlen vor - und die liegen (laut Spiegel 27/2011 vom 04.07.) erheblich über den offiziellen Zahlen.
Und dann sollen wir trotzdem zahlen?

Erstmal soll doch die Bahn die wirklichen Zahlen auf den Tisch packen.
Nach eigenen Vorgaben darf das Projekt nicht mehr als 4,5 Milliarden € kosten - und mit der Summe wurde bahnintern bereits 2005 (oder war's 2008?) gerechnet.
Heute wird bahnintern mit 5,1 Milliarden gerechnet, dem Volk und der Politik gegenüber aber 'nur' 4,5 zugegeben.

Wenn die Bahn Geld vom Staat - also vom Volk - haben will, soll sie uns doch erstmal die echten Zahlen auf den (öffentlichen) Tisch legen.

Grüße

Jochen
 
Ruyven: Du meinst sicher Eschede und nicht Enschede - Enschede war die Feuerwerksfabrik mit Sylvester im Sommer im holländischen Wohngebiet.

Stimmt.


Brauche ich ja nicht, da ich ja eingangs gesagt habe, dass die Gruppe, von der ich spreche, erst gar nicht danach gefragt wird. ;)

Auch das könnte man zumindest anschaulicher erklären.

Die Frage ist nur, wieso ist die Politik so dahinter her, dass der Bahnhof umgebaut wird?

Frage ich mich auch. Ggf. Anschluss. Die Linienführung im Großraum Stuttgart muss, wenn entsprechende EU-Pläne umgesetzt werden, so oder so umgebaut werden. Mit einem Durchgangs- statt Kopfbahnhof können die neu entstehenden Hauptrouten durch Stuttgart geführt werden - ansonsten würden sie außen herum verlaufen und Züge müssten einen Bogen zum Kopfbahnhof schlagen. Oder würden das eben sein lassen und Stuttgart wäre ein Ort neben, statt an, der Strecke.
 
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