AW: Studiokopfhörer bis 150€~
Das vom Hi-Fi Geschäft in Wien hab ich auch gelesen, aber nicht kommentiert.
Es wird halt häufig in die eine oder andere Richtung übertrieben, und ohne im besten Fall einen eigenen Hörtest zu machen, ist es schwer da wirklich fündig zu werden. Dass es unter 200€ nix gibt, was den DT770 mit 250 Ohm nicht gescheit antreibt, wage ich anzuzweifeln.
Im Endeffekt ist es so: Wenn der Kopfhörer nicht gut genug angetrieben wird, leidet häufig die Lautstärke - das ist das, was den allermeisten Leuten sofort auffällt.
Und wenn man beispielsweise, wie viele hier, von einem Trötenheadset auf einen DT770 umsteigt, der aber gegebenenfalls nicht richtig angetrieben wird, muss das auch nicht auffallen - solange er laut genug ist. Laut genug ist aber immer noch kein Indikator, da, wie ja auch Seite 2 auch steht, Leute da ein vollkommen unterschiedliches Empfinden haben.
Wie man das merkt ist: gegentesten.
Man nehme den schwer anzutreibenden Kopfhörer in Frage und zwei Quellen - die eine stark genug, die andere nicht stark genug. Aus dem "richtig" betriebenen Kopfhörer kommt also beispielsweise ein bumm-bumm-tschak. Nun kommt aus dem schlecht betriebenen Kopfhörer aber eher ein pomm-pomm-tsssss. Zwei Verstärker sind nicht unbedingt bereits eine Aussage darüber, welcher Korrekt angetrieben wird - holt man sich jetzt eine dritte Quelle dazu, die aber auch bumm-bumm-tschak ausgibt, dann nähert man sich hier schon dem Ziel.
Generell ist zu beachten, dass aber ein Verstärker nochmal unabhängig davon, ob der genug Saft für den Kopfhörer hat, sein eigenes Klangbild mit reinspielt (Nein, kein Hi-Fi-"Voodoo"!). Ob man diese Unterschiede hört, ist was anderes.
Um das genauer auszuführen, wie auf Seite 2 erwähnt ist die Impedanz, die in den technischen Daten angegeben wird, ein standardisiertes Messverfahren. Was nicht ganz stimmte, ist dass es ein Durchschnittswert ist - die Impedanz wird für 1 Kiloherz gemessen. Also weißt du: Um 1 khz "korrekt", also so wie 1Khz soundingbedingt am Kopfhörer klingt, auszugeben, muss der Verstärker mit den 250 Ohm des Kopfhörers klarkommen. Tut er das nicht, klingen die 1khz eben nicht, wie es gedacht war, sondern anders. Das sagt aber noch lange nix darüber aus, ob der Kopfhörer im gesamten Frequenzspektrum alles richtig ausgibt - so kann der Kopfhörer bei 100hz beispielsweise schon einen Widerstand von 300 Ohm haben. Wieder das gleiche Bild, schafft die Quelle das nicht, wird es nicht korrekt ausgegeben.
Insgesamt einfach: Das Klangbild ist nicht so, wie gedacht. Wie weiß man es? Mehrere Quellen und Verstärker testen und daraus einen Konsens bilden. Je mehr Verstärker sich im Hörtest einem homogenen Klangbild des Kopfhörers annähern (Verstärkerbedingte Unterschiede wieder außen vor, deswegen auch "annähern"), desto sicherer kann man sich sein, dass das Ding vernünftig angetrieben wird.
Beeinflusst werden kann jegliche Frequenz in jeglicher Form. zu langsamer Bass, zu dumpfer Bass, hissen, schreiende Mitten, sibilante Höhen und so weiter und so fort.
Oder anders: Schließt man einen HD600 beispielsweise an einem Cowon J3 an, so klingt es, als würde man durch eine Coladose Musik hören (Hier ein ganz radikales Beispiel, was jedem Mensch der Welt auffallen sollte, sofern er mal diese Kombination auf den Ohren hat). Generell also: eine Klangverbesserung, denn ein nicht richtig betriebener Kopfhörer klingt einfach...Schlecht
Der Kennschallpegel, der die Empfindlichkeit des Kopfhörers angibt, hat wieder deutlich mehr mit Lautstärke zu tun, als die Impedanz.
Nehmen wir zwei Kopfhörer mit 100 Ohm, der eine hat aber eine Empfindlichkeit von 105 db(a) @ 1mW und der andere 90 db(a) @ 1mW - der mit den 90 db(a) wird unweigerlich an der gleichen Quelle und bei gleicher Lautstärke leiser sein, als der mit 105dba sens. (Sagt aber natürlich immer noch nix darüber, ob der Kopfhörer korrekt angetrieben wird!)
Edit (Post zu spät gesehen)
Die Impedanz-Diskussion entfällt übrigens keineswegs, wenn man etwas anderes als Beyerdynamic vorschlägt, denn jeder Kopfhörer hat eine Impedanz, und es ist wichtig, einen Kopfhörer mit halbwegs passender Impedanz zu kaufen. Man sollte sich also auf jeden Fall mal damit auseinandersetzen.
Jain, bei einem 32 Ohm-Kopfhörer muss man sich, gerade für den Einsatz an den allermeisten Geräten, weniger Gedanken darum machen - da die allermeisten Geräte das nunmal packen.
Mir ging's insbesondere darum, dass es nur auf die Lautstärke selbst herunterreduziert wird. Worum es nicht geht.
Das Klirren kann man natürlich auch umso besser an hochwertigen IEM feststellen, aber das wäre am Thema Kopfhörer ein wenig vorbei.