Steuern und Finanzen

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Das ist ein Paradebeispiel für die Unfähigkeit und vielleicht auch den Unwillen bei uns Bürgern, wenn es darum geht korrekt zu beurteilen, wo eigentlich die Ursachen für Probleme zu suchen sind. Es ist so einfach der Politik das in die Schuhe zu schieben. Die doofen Politiker! Kriegen nix hin! Die doofe Verwaltung! Zu viele Leute und zu wenig Output! Dass die Probleme aber durch die Wirtschaft, wie in diesem Beispiel angedeutet, selber aus mehr oder minder Gier vorangetrieben werden, das wird nicht wahrgenommen. Ist wie mit der Regelwut der EU und dem Groll gegenüber der Gerade-Gurken-Vorschrift, die in erster Linie auf dem Mist der Lobbyisten des dt. Einzelhandels gewachsen ist, weil man so mehr Gurken in einen Karton bekam; zum Glück wieder abgeschafft. Aber anstatt die Industrie anzuprangern, macht man das lieber mit den Politikern und Bürokraten.
 
Was diese Leute nicht tun, ist Dinge konkret umzusetzen.

Und das ist auch nicht ihr Job. Solche Posten werden von Leuten, in letzter Instanz immer von Politikern, geschaffen, die keine Ahnung von geschweige denn eine Lösung für eine Problemsituation haben, aber behaupten, sie wollen "etwas ändern". Was machen sie? Sie setzen jemanden hin, der erstmal beobachtet und berichtet und im günstigsten Fall Vorschläge ausarbeiten soll, was man denn ändern könnte. Der aber selbst nichts ändern darf. Und da es ein von Personen ohne Fachkenntnis und oftmals für neue Fragestellungen geschaffener Posten ist, ist die Wahrscheinlichkeit auch eher gering, dass die Personalentscheidung anhand von Fachkenntnissen getroffen wurde.

Hinzu kommt dann noch, dass sowohl überlastete Arbeiter als auch Beamtenmentalitäten in aller Regel eins am meisten hassen: Jemanden, der den Arbeitsablauf durch Änderungen stören will.


Auch mehr so eine alte Sichtweise vom Stammtisch. Jedenfalls passt das nicht so zur Wirklichkeit meiner Frau, deren Job eben Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung fast 20 Jahre lang war. Klar, man wird noch Papierwege finden, weil das dann gerne mal an veralteten Gesetzen liegt, die so etwas wie z.B. eine handschriftliche Unterschrift zwingend erfordern, doch in aller Regel gibt es verbreitet den Einsatz von E-Akten.

Also in meinem Bekanntenkreis gibt es Beispiele für ÖD, wo sich noch sehr viel um Papier dreht. Nicht unbedingt in Papierform, aber die E-Akten enthalten dann nur Scans. Eine direkte Arbeit mit Daten in Form einer Datenbank ist nur intern möglich, aber wie schon von dir gesagt: Für den gesamten Input und Output, der einen erheblichen Teil der Arbeit ausmacht, fehlen einfach allgemeingültige Formate. Ein PDF statt einem Fax zu verschicken spart dann lediglich ein paar Hilfsstelles im Sekretariat ein und 5 Minuten Hauspost. Dafür braucht man ein paar ITler für die Datensicherheit mehr (welche entsprechend höhere Gehälter verlangen oder deren Stellen gar nicht besetzt werden können) und die eigentliche Bearbeitung der Inhalte dauert natürlich weiterhin Stunden bis Tage, weil weiterhin jemand die Texte lesen und durchdenken muss, vollkommen egal wie sie übertragen werden.

Das ist das, was die ganzen "Digitalisierungs"-Fanatiker (auch in der Politik) nicht sehen: Die Hauptaufgabe von Behörden ist nicht die Verwaltung von Akten, sondern das Fällen von Entscheidungen mit entsprechenden Folgen, je nach Amt. Wenn beim aktuellen Lieblingsthemenkomplex der Populisten, Asylverfahren, in der Summe monatelang auf Dokumente aus dem Ausland, auf Gerichtsentscheide, auf Anwaltsantworten, etc. gewartet werden muss, dann machen in der Summe eine Stunde Handling von Papierakten mehr oder weniger einen großen Unterschied. Das ist ein "ferner liefen"-Problem, um das man sich zwar auch mal kümmern sollte, aber wer "Digitalisierung" als Lösung wichtiger Probleme propagiert, der beweist damit in aller Regel nur, dass er die Natur der Probleme überhaupt nicht kapiert hat. Eine entscheidende Arbeitserleichterung kann digitale Arbeit nur bei primitiven Massenaufgaben, z.B. Melde- oder Zulassungsstelle bringen. Aber oh Wunder: Genau da ist oft schon alles, was nicht die persönliche Identitätsüberprüfung erfordert, schon längst digitalisiert.


Das Land hat da eigentlich ein Onlineportal für. Bezeichnenderweise ist es zumindest mit meinem Firefox nicht aufrufbar. :ugly:

"Digitalisierung" heißt für die Politiker von heute halt in der Regel: "Wer seine persönlichen Daten an Google, ggf. auch Apple, verschenkt hat, kann eine App dafür runterladen."
Ein weiterer Grund, hellhörig zu werden, sobald irgend ein seiender oder wannabe Minister das Wort in den Mund nimmmt.


Auf der Wahlkarte war ein QR Code für den Antrag. Der funktioniert nur nicht. Daher Postweg.

Das ist dann aber schon ein Problem in vierter Ebene:
1. Es gibt einen Vorgang, bei dem ein digitaler Weg möglich ist.
2. Es ist ein Vorgang, bei dem ein digitaler Weg tatsächlich Aufwand einsparen würde.
3. Ein digitale Abbildung des Vorgangs wurde vollzogen.
4. Blöd: Das Ergebnis ist verbuggt. Wie so oft, wenn man IT aus Kostengründen will, denn fehlerfreie Software ist i.d.R. alles andere als bezahlbar.

Funfact 1: Der QR-Code auf meiner Wahlbenachrichtigung funktioniert ist so klein gedruckt, dass ich reinzoomen muss, damit die Kamera ihn als solchen erkennt, bevor die Naheinstellungsgrenze erreicht ist.
Less fun fact 2: Die dann aufgerufene Webseite beginnt mit der Zeile "Derzeit gibt es keine Wahlen, für die Briefwahlunterlagen beantragt werden können". Erst wenn man mehr als einen Viewport nach unten scrollt, sieht man, dass man schon im Formular zur Beantragung für die Bundestagswahl ist. Aber die meisten Leute werden wohl eher direkt schließen.
Absolutely not funny fact 3: Die QR kodierte URL ist nirgendwo im Klartext abgedruckt. Wer kein (aktuelles/sicheres) Smartphone hat, wird mal wieder komplett von der Digitalisierung ausgesperrt. Obwohl der Vorgang auch an jedem PC funktionieren würde. (Aber natürlich nicht an jedem Browser oder mit allen Sicherheitseinstellungen. Javascript, für einfache Textfelder absolut überflüssig, ist z.B. schon mal Pflicht.)
 
Beispiele für Bürokratie und Bürokratiekosten
Jandura ist Geschäftsführer von "Obeta", einem Elektrogroßhandel mit etwas über 1.000 Angestellten. Technik und Digitalisierung, das ist sein Geschäft. Und trotzdem, erzählt er, gibt es in der Zentrale einen Ort, der zurück "in die 70er Jahre" führt. Er öffnet die Tür zu einer Lagerhalle, in der sich Umzugskisten auf Paletten stapeln - teilweise bis zu vier Kartons in die Höhe, umschlossen von einer Plastikfolie. "Das sind alles Rechnungen, Lieferscheine und Bilanzbestätigungen, die wir aufbewahren müssen", erklärt Jandura. "Dabei gibt es das alles digital. Niemand kommt hierhin und sucht sich eine Rechnung aus einem der Kartons raus", erklärt er. "Das steht für mich für verkrustete Regelungen, die von gestern sind und nicht für morgen."

Gleichzeitig werden die Berichtspflichten immer komplexer. Um etwa das deutsche Lieferkettengesetz und eine EU-Richtlinie zur Umweltberichterstattung umzusetzen, habe er drei zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und Software für über 100.000 Euro gekauft. "Wir brauchen eine echte Wirtschaftswende, bevor es für den Standort zu spät ist", sagt Jandura.
Denke, 3 Mitarbeiter kosten wirklich Geld, und 100T€ Software auch.
 
Wie geschrieben, dass Deutschland Südkorea oder Japan bei der Digitalisierung überholt, ist unrealistisch und utopisch.

Wir haben gar nicht die Infrastruktur dieser Länder, und sind weit davon entfernt.

Und selbst wenn alle deutschen Behörden super modern wären, ist es die Bevölkerung nicht.

Bsp., ich arbeite bei Rewe, und wir haben gerade umgestellt von Payback auf die Rewe App. Unsere Kunden nehmen die Rewe App nicht einfach so an, noch nicht einmal ich als Mitarbeiter. Viele unserer Kunden haben kein Smartphone. Und ich habe ein Smartphone, aber keinen Bock drauf. Eigentlich nutze ich mein Smartphone nur selten, wenn ich hier einmal schreibe.

Digitalisierung ist immer so ein mächtiger absoluter Begriff, der aber nicht wirklich in unsere Gesellschaft passt....
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das generelle Problem ist die momentane Wirtschaftsphilosophie, die am Irrglauben des ewigen Wachstums festmacht, und der Augenwischerei, dass jemand der Aktien kauft in ein Unternehmen "investiert".

Der wirtschaftliche Erfolg einer Regierung wird am BIP gemessen. In das übrigens auch die Milliarden aus Prostitution und Drogenhandel hineingerechnet werden.


Nun orientieren sich ausnahmslos alle finanzpolitischen Entscheidungen nicht am bedauerlichen Einzelfall des Klein oder Großsparers, sondern an den Auswirkungen auf das BIP.
Auch die hier diskutierte Idee.

Und dazu verhält es sich folgendermaßen: Geld macht Geld macht Geld macht Geld!
Anders ausgedrückt: Die Kohle am Finanzmarkt wird nicht, abgeschöpft, sondern sorgt durch Ihr Verbleiben im System durch den Zinseszinseffekt zur Potenzierung der Anfangsbeträge.

Wenn nun also jemand herkommt und am Anfang der "Wertschöpfungskette" etwas abgreifen will - kommt das ganze System ins Trudeln, da am börsennotierten Ende der einbehaltenen 10 Mrd. an Steuern, vielleicht 100 Milliarden nicht erzockt werden konnten, weil, der Spieleinsatz fehlte.

Daher auch das Geschrei der Börsianer, dass wir alle verarmen, wenn eine Kapitalertragssteuer kommen sollte ...


JA! Die Idee ist eine Gute! Nur müsste man zuvorderst die derzeit tonangebenden Ökonomen samt ihrer Hausbanker hinauswerfen. Und JA! es gibt auch andere ökonomische marktwirtschaftliche!!! Modelle in denen sowas funktionieren würde. Das wäre dann die Abkehr von der Mär des unendlichen Wachstums. Und die Rückkehr zur zyklischen (realen) Marktwirtschaft. In der fällt dann sowas nämlich nicht mehr systemrelevant ins Gewicht.

Aber in unser derzeitiges Finanzgefüge passt derlei nicht, weil die Folgen für das Wachstum unabsehbar sind.
Digitalisierung ist immer so ein mächtiger absoluter Begriff, der aber nicht wirklich in unsere Gesellschaft passt....
Dann muss man sich aber damit abfinden, in den nächsten Jahre auf der Verliererseite zu landen. Wirtschaftlich, sozial und kulturell.
Da wo ich arbeite, wäre die konsequente Durchsetzung der Digitalisierung essenziell, um Daten zu erheben und schnell und Behördenübergreifend auszuwerten. Davor hat dann der "mündige Bürger" dann aber auch wieder Angst ...
Sicherheit und Prävention funktionieren aber nicht mehr mit Karteikarten.

Nur leidet die absolut notwendige Digitalisierung unter der fehlenden Akzeptanz, wie man immer wieder sieht.
Und NEIN - man kann das nicht trennen! Digitalisierung ist ein Gesamtpaket. Ganz - oder gar nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mehr Geld oder höheres BIP ist auch Ausdruck der Inflation. Die Steigerung des BIP durch Gelddrucken macht erstmal niemand reicher. Am Ende kommt es auf die tatsächliche Wirtschaftsleistung an.

Ich hab übrigens nix gegen ne Kapitalertragssteuer, oder ne wirksame Erbschaftssteuer. Solange die Ausgaben vernünftig priorisiert werden und genau hingeschaut wird, wo man denn überhaupt investieren will. Aktuell ist es so, als wenn man tut, man müsste einfach nur genug Geld leihen, damit kann man alle Probleme lösen. Das ist aber falsch, damit vergrößert man die Probleme für sich und die Kinder in wenigen Jahren. Wenn z.B. überraschenderweise der Zins mal wieder bei 5 oder 6% ist. Was machen wir dann? Aha, noch mehr Geld leihen.

Milliarden aus Prostitution
Solange es sich um legale (und keine Zwangs-) handelt, spricht ja nix dagegen.
Ich weiß nicht, ob die Schattenwirtschaft (kriminelle Handlungen, Schwarzarbeit) wirklich im allgemeinen BIP einkalkuliert ist.
 
Die Frage ist wie man den Reichtum gerechter verteilt und die Schere zwischen Arm und Reich wieder schließt - hohe Steuern für die Gut- und Besserverdiener sind da nötig.
 
Widerspruch! Das Ausfüllen von Papier ist mittlerweile eher die Ausnahme. Digitale Unterschrift die Regel.
...das man dann ausdruckt und per Fax versendet.

Das ist kein Bashing oder so, die Bundeswehr hat die Panzerung für neue PZH2000 bei uns tatsächlich per Fax bestellt bzw. wichtige Dokumente über diesen Weg verschickt (und sich dann gewundert warum 2 Wochen keiner antwortet weil halt keiner mehr regelmäßig in das eine verstaubte Fax reinschaut...).
Mir ist nicht bekannt, dass das irgendein anderer Kunde von uns auf der ganzen Welt noch so machen würde. Die haben das Prinzip "verschlüsselte e-Mail" schon länger entdeckt.
Hinzu kommt dann noch, dass sowohl überlastete Arbeiter als auch Beamtenmentalitäten in aller Regel eins am meisten hassen: Jemanden, der den Arbeitsablauf durch Änderungen stören will.
This. Das ist nicht nur im öffentlichen Apparat sondern so ziemlich überall so wo viele Menschen zusammen arbeiten sollen (die meisten Menschen hassen Veränderungen), aber wo es in der freien Wirtschaft noch eine Chance gibt Prozesse zu erneuern weil der Chef das anordnet sind die Behördenprozesse schon lächerlich starr. Der Passierschein A38 ist leider wirklich Realität.

Da kommen dann ja gerne die Argumente "es ist eben Gesetz und das muss 100%tig sein in der Verwaltung" usw. - was inhaltlich auch korrekt sein mag. Das Problem ist: Es ist es in der Umsetzung nicht ansatzweise. Da werden auf der einen Seite Anträge nach 6 Wochen Bearbeitungszeit wegen des Formfehlers abgelehnt, dass auf Seite 5 von 6 das Datum einen Zahlendreher hat weil alles 100000%tig sein muss, auf der anderen Seite kann ich mir aber nahezu sicher sein, dass jedwede Art von Behördenkontakt (neue Ausweise, Grundsteuer, Kita-Plätze, Rechnungen, whatever) grundsätzlich erst mal nicht funktioniert. Mein Antrag auf nen Kitaplatz wurde so lange verschlampt (bzw. behauptet es gäbe ihn nicht) bis ich mit nem Anwalt gedroht habe da wurde er innerhalb von 20 Minuten auf einmal wieder gefunden. Meine Wasserrechnung hat die Gemeinde 2022 mal random bei jemand anderem abgebucht der das blöderweise bemerkt hat. Die Rentenkasse hat 7 Jahre (!!!) und mindestens genauso viele Telefonate und Mails meiner Ausweiskopie gebraucht, um meine Anschrift zu ändern. Da reden wir überall nicht von zu treffenden Entscheidungen sondern von völlig disfunktionalen Standardprozessen.

Jedes private Unternehmen in irgendeiner Form von Wettbewerb wäre mit der Performance schon lange weg vom Fenster.

Der QR-Code auf meiner Wahlbenachrichtigung funktioniert
Hab ich noch gar nicht probiert (da ich eh zu Fuß ins Wahllokal latschen kann) - der QR bei mir funktioniert tatsächlich tadellos - zumindest bis zu dem Punkt wo ich was bestätigen soll was ich ja nicht will. Ich bin überrascht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und 42% sind noch nicht genug Steuerlast? Dazu immer Höchstbeiträge SV zzgl. Freiwillige GKV/PKV? Ich finde das ich schon mehr als genug Abgaben zahle.
 
Wie schon mehrfach gesagt, echt reiche Menschen haben massig Möglichkeiten legale Ausnahmen zu nutzen. Somit wird primär bei denen abgeschöpft, die diese Möglichkeit nicht haben, weil das Einkommen dafür zu klein ist. Also Mittelschicht und darunter.

Das wird solange so bleiben, bis die Ausnahmen und das Kleinklein aus dem Steuerrecht rausfliegen. Also wahrscheinlich nie.
 
Hier mal aktuelle Zahlen, wie der Staatsapparat der Regierung doch tatsächlich gewachsen ist seit 2015.
Das wurde ja bezweifelt.

Ich kann die Forderung des Bund der Steuerzahler nur unterstützen, Schrumpfung der Ministerien und Beamten in dieser Organisation. Je mehr Verwaltung umso mehr will man seine Behörde auch durch Bürokratie rechtfertigen.

Meine Idee 50% Einsparung ist von 1/3 ja nicht ganz so weit weg. Und wir hätten bei 1/3 weniger immer noch mehr Verwaltungsangestellte bei der Regierung als 2015.

Wird leider nicht kommen, sondern ich gehe von 20% Wachstum aus, um jeden in der Koalition zufrieden zu stellen.
 
Noch lange nicht genug, bis die Schere bei Wohlstand und Besitz geschlossen ist.
Das Sozialismus nicht funktioniert wurde in der Geschichte schon öfter bewiesen. Es führt am Ende dazu, dass gar kein Wohlstand mehr vorhanden ist der verteilt werden könnte.

Wirkliche Lohntransparenz wäre denke ich schonmal ein erster praktikabler Schritt in die richtige Richtung. Viele Menschen haben keine Ahnung was Leute woanders, oder im Normalfall sogar der direkte Arbeitskollege, bekommt. Es gibt einfach zu viele Unternehmen, welche nicht nach Tarif bezahlen, wo eine eklatante Schieflage besteht. Wenn denen dann die Leute weglaufen ändert sich ja evtl. mal was hinsichtlich dessen.

Laut EU-Regelung soll es ja bald soweit sein (Stichtag: 7. Juni 2026). Ich befürchte nur, dass sich die betreffenden Unternehmen da einfach heruaswinden werden bzw. einfach Falschangaben machen (Wer soll es halt nachweisen wenn es keine Arbeitnehmervertretung gibt, bzw. oft ist die ja auch mit dem Chef "per Du"?).
 
Churchill sagte mal

“The inherent vice of capitalism is the unequal sharing of blessings. The inherent virtue of Socialism is the equal sharing of miseries.” —House of Commons, 22 October 1945.

Die Geschichte sollte zeigen, dass er damit Recht hatte.
 
Wirkliche Lohntransparenz wäre denke ich schonmal ein erster praktikabler Schritt in die richtige Richtung. Viele Menschen haben keine Ahnung was Leute woanders, oder im Normalfall sogar der direkte Arbeitskollege, bekommt. Es gibt einfach zu viele Unternehmen, welche nicht nach Tarif bezahlen, wo eine eklatante Schieflage besteht.
Stimmt. Ich weiß auch von den allermeisten Kollegen nicht, was sie verdienen - ich kanns nur sehr grob schätzen. Und das obwohl wir Tarifverträge haben und es sogar ein Gesetz gibt dass ich bei der Personalabteilung nachfragen darf was andere vergleichbare Gruppen (natürlich nicht gezielt Einzelpersonen) verdienen - aber im Ernst: Wer in aller Welt ist so dämlich und stellt so eine Anfrage? Die Realität ist, dass jeder der das macht die nächsten 10 Jahre ganz sicher keine Gehaltserhöhung mehr erwarten kann. :ugly:

Wir haben für eine wesentliche Änderung da aber auch einfach noch nicht das richtige Mindset in der Bevölkerung. Der Spruch du darfst Frauen nie nach ihrem Gewicht fragen und Männer nie nach ihrem Gehalt ist leider sehr sehr verbreitet und wahr. Ich habe persönlich gar kein Problem damit jemandem zu sagen was ich verdiene wenn er danach fragt - aber die meisten Kollegen halten diese Info geheim - warum genau wissen sie dabei oft selbst nicht.
 
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