Nun, ich fotografiere mit einer Sony alpha 7.
Allerdings nutze ich kein einziges natives Objektiv, sondern nur alte Prakticar-Objektive aus der DDR. Diese werden adaptiert und natürlich hat man dann nur einen manuellen Fokus und kann generell nur manuell fotografieren

Höchstens die Belichtungsautomatik funktioniert natürlich. Unten dran hab ich für ein schnelles Einspannen in ein Stativ einen MENGS L-Winkel.
Ein Bild: Die Kamera mit einem Carl Zeiss Jena Prakticar 1.8/80 und dessen zugehöriger Köcher. Das Objektiv hat eine Streulichtblende vorne drauf, die mit schwarzem Velour ausgekleidet wurde. Und es wird per PB (Praktica B)-NEX-Adapter adaptiert (den ich ebenfalls noch mit schwarzem, Velour ausgekleidet habe).
Das ist allerdings nicht das einzige Prakticar-Objektiv, das ich nutze:
Von links nach rechts die Carl Zeiss Jena-Objektive:
CZJ Prakticar 1.4/50 MC (2. Bauform, Pancolar-Typ), CZJ Prakticar 1.4/50 MC (1. Bauform, radioaktive Thorium-Gläser, Pancolar-Typ), CZJ Prakticar 1.8/50 MC (Pancolar-Typ), CZJ Vario-Prakticar 2.7-3.5/35-70 MC (Pancolar-Typ), CZJ Prakticar 1.8/80 MC (Pancolar-Typ), CZJ Prakticar 2.4/35 MC (1. Bauform, Flektogon-Typ), CZJ Prakticar 2.4/35 MC (2. Bauform, Flektogon-Typ), CZJ Macro-Prakticar 2.8/55 MC (Pancolar-Typ), CZJ Prakticar 2.8/20 MC (Flektogon), CZJ Prakticar 3.5/135 (Sonnar-Typ), CZJ Vario-Prakticar 4/80-200 MC (Sonnar-Typ), CZJ Prakticar 2.8/50 MC (Tessar), CZJ Prakticar 2.8/200 MC (Sonnar ?, oder komplett neue Entwicklung), CZJ Prakticar 4/300 MC (Sonnar?, oder komplett neue Entwicklung)
Es fehlt: CZJ Prakticar 2.4/28 MC (mit Floating Lens Elementen, nur ca 300 Stück gefertigt) und genau genommen auch das CZJ 5.6/1000, welches ein Spiegelobjektiv ist und 10 kg wiegt.
Dann nutze ich natürlich auch einige Pentacon Prakticar-Objektive, aber wirklich erwähnenswert wäre hier nur das 5.6/500, weil das schwer und riesig ist:
(links ist eine Praktica B angeschlossen)
Es ist erstaunlich, wie gut doch diese alten Gläser an der Sony a7 funktionieren. An der a7III mit dem rückwärtig belichtetem Sensor würde ich mir sogar mehr versprechen, aber das Budget...

Und manuelles fotografieren ohne Autofokus macht echt Bock.
Und so viel Plastik es auch in der DDR gab (unter anderem an einigen Pentacon-Objektiven), die Carl Zeiss Jena Objektive sind aus massivem Stahl und Messing und sehr robust. Die Haptik ist außerdem sehr angenehm durch den Gummi-Noppen-Ring und die Blendenwerte rasten schön sauber ein.
Das Hauptproblem bei den CZJ-Objektiven ist die blanke Stahlblende. Wenn's blöd läuft hat man hässliche blaue Reflexionen im Bild, aber das wird tatsächlich auch durch die Reflexion des a7-Sensors, bzw. dessen Filterstack begünstigt. Der reflektiert nämlich auch nicht gerade wenig. Und da alte Objektive für den Film konzipiert wurden (welche ja nicht reflektiert) wurde die hintere Linse auch eben nicht so aufwändig vergütet, was das ganze begünstigt. Lediglich die Vario-Prakticare haben das nicht. Hier sind es geschwärzte matte Plastiklamellen.
Das System hat außerdem einen gravierenden Vorteil, der sich vor allem bietet, wenn man oft die Linsen wechselt: Der Einrastpunkt ist genau der Punkt an dem die Markierung angebracht ist. Also Sprich der Einrastbolzen, den man immer herunterdrücken/ziehen muss sitz genau auf der Markierung zum Einsetzen. Mich hat das bei anderen Systemen immer kirre gemacht, da den richtigen Punkt zu finden. Hier ist schon mit einer Hand sofort ertastbar, wo man ansetzen muss (der Einrastpunkt ist ein Plastikknopf am Objektiv). Das erspart unglaublich viel Frust und Zeit. Ich verstehe nicht, warum das noch kein anderes System bis heute geschafft hat.
Ich schreibe übrigens immer in das Bild mit hinein, mit welcher Kamera/welchem Objektiv/welcher Blende/welcher Belichtung/welchem ISO die Bilder gemacht wurden. Einige Daten lass ich in Photoshop automatisiert durch n selbst-geschriebens Script aus den Bild-EXIFs auslesen und gleich einfügen. Objektiv und Blende muss ich in dem Fall natürlich manuell eintragen
Wäre die Sony E-Mount-Spezifikation nicht geschützt, würde ich jetzt an einer Lösung basteln, zumindest die Blendenwerte über den elektrischen Widerstand des Objektivs auszulesen und einzuspeisen mit nem kleinen Microcontroller. Wenn's per RFID noch ginge, dann auch den Objektivnamen. Aber Sony is natürlich nicht so gütig und gibt die Spezifikation für seine Schnittstelle frei...