Wenn mehr Gamer™ ihr Hobby umfangreicher betrachteten, ihre Prioritäten anders setzten und ihre roten Linien nicht nur bei schwarzen Samurai oder weiblichen Figuren ohne Instagram-Filter zögen, dann hätte das auch Gewicht. Aber das erfordert halt die Bereitschaft, sich mit seinem Hobby kritisch auseinanderzusetzen und sich die richtigen Fragen zu stellen. Ich warte immer noch darauf, dass mir jemand eine befriedigende Antwort z. B. auf die Frage geben kann, warum ein einzelnes Videospiel (wie Battlefield 6) so wichtig sei, dass man sich dafür Schadsoftware installieren lässt – geschweige denn, warum wir uns diese auch noch auf Linux aufhalsen lassen sollten.
Es gibt Beispiele für alles Mögliche in dem Bereich.
Auf der einen Seite haben wir so was wie OBS Studio - open source, ist fürs livestreaming essentiell (praktisch ALLE nutzen das, selbst Riot Games für ihre Turniere mit viel Personal und Trucks voll mit Equipment - das Signal am Ende wird durch diese Software gesendet). Es ist für Linux, MacOS und Windows verfügbar, die ersten beiden werden aber stiefmütterlich behandelt und hängen oft in Features hinterher. Bei Plugins von der Community hängen diese sehr stark hinterher. Aber es gibt sie, also für den grundlegenden Zweck mit Livestreams und/oder YouTube mit Gaming (oder halt sonstigen Kategorien) ist jede Plattform gleich gut geeignet. Es gibt Limits und Nachteile, die wirken sich aber auf nicht-kritische Spielereien aus oder Bedienbarkeit - nichts was der Zuschauer sieht.
Auf der anderen Seite gibt es Spiele wie COD, BF6, CS2 mit FaceIt (normal CS2 geht, aber versuch mal FaceIt zu spielen auf Linux) und viele andere - die gehen halt nicht. Und die Spiele sind ja teils wirklich gut - das neue Battlefield 6 ist ein massiver Schritt nach vorne (gemessen am Vorgänger, 2042).
Darauf verzichten und nicht mit Freunden zu spielen, nur weil da Kernel-Level Anticheat existiert? Das wollen nur die wenigsten.
Spieler wollen einfach ein rundes Produkt. Genau so wie Autofahrer ihre Lenkradheizug ohne Abo wollen. Oder Smart Fridge Käufer keine Werbung auf ihrem 2000€-Kühlschrank haben wollen. Die Hersteller sollen das entsprechend anbieten.
DRM finde ich an sich nicht all zu problematisch. Es ist mittlerweile üblich, frisst kaum Performance (wenn es gut implementiert ist) und die Firmen wollen ja ihre Produkte verkaufen. Dies wird man nie wirklich los. Es gibt richtig gute Spiele die ohne DRM daherkommen und sich massiv verkaufen. Das ist aber selten.
Die Antwort auf die besagte Frage: Spielen mit Freunden ist mir wichtiger als das Fehlen von DRM, Kernel-Level Anticheats oder AI schießmichtot. Meine Freizeit wird nicht durch solche Kleinigkeiten gestört, wenn das Spiel selbst Spaß macht. Freizeit ist kostbar. Zeit mit Freunden kann man nicht ersetzen und keiner hat Bock, sich freiwillig abzumelden bei Zockerabenden, nur weil da TPM 2.0 aktiv ist.
Es gibt nur 2 Fragen die hier wichtig sind: Macht das Spiel allen in der Runde Spaß? Können es alle technisch zocken (mit entsprechenden Anpassungen aka Secure Boot, TPM 2.0 bleh aktivieren)?
Wenn beides mit Ja beantwortet wird - Problem gelöst.
Gegen Cheater spielen ruiniert den Spaß. Kernel-Level Anticheat ruiniert dir höchstens die halbe Stunde, um es zu aktivieren und alles durchzutesten.
Hobby soll Spaß machen. Auch wenn es nicht immer effizient ist, sauber, ruhig oder sonstirgendwie nützlich für die Gesellschaft.
Nen Satz Reifen beim Driften oder Track Day vor dem Sonnenuntergang vernichten? Cool.
Feuerwaffen als Hobby? Auch cool.
Panzer fahren und 40l Diesel pro Minute verbrennen? Geil.
Kurzstreckenflüge jedes dritte Wochenende? Na warum nicht.
Und so weiter. Die Hersteller/Anbieter sollen entsprechende Technologien und Lösungen liefern, wie diese Hobbys besser werden, nicht die Kunden. Kunde soll kein Studium vorher absolvieren oder sich ewig mit irgendwelchen komischen Dingen beschäftigen - der soll Spaß haben.