Richtig, jeder soll so machen wie er es mag. Ich verstehe auch nicht warum gerade ein gutes Game Zeitverschwendung sein soll, aber ein z. B Fantasy oder Sci-fi Roman nicht, genauso Filme oder Serien, solange es kein Lehrbuch oder ne Doku ist, alles sinnlose Zeitverschwendung.
Glaube es geht nicht per se um die Wertung, dass Zocken per se Zeitverschwendung ist.
Aber z.B. Solitär (analog oder digital) ist ein typisches Single-Player-Spiel ohne großen, tieferen Sinn, außer, dass man die Gehirnzellen dabei anstrengt und am Ende schön sortierte Stapel hat. Dann geht das Game wieder von vorne los und der Witz liegt hier einfach am RNG der Karten.
Dennoch weiß man von Anfang an: Das ist das Game, darauf lass ich mich ein und ich kann in etwa abschätzen, wie lange es mich beschäftigen wird. Gilt daneben auch für die meisten anderen klassischen (Gesellschafts-)spiele, Bücher, Filme, Theaterstücke, Konzerte usw. – Der Rahmen ist sehr klar umrissen.
Bei einem PC Spiel ist das anders, natürlich auch, weil sie viel komplexer sind. Hier vollzieht man aber repetitive Handlungen meistens für ein höheres Ziel, z.B. ein tolles Item oder ein Achievement. Ergo muss ich erst X Mal das gleiche tun, bevor ich Y erreichen kann. Dadurch entsteht eine Art "Währung" für ein virtuelles Gut, auch wenn es primär um Zeit geht. Wenn ich 200 Stunden investiere, kann ich 100% im Spiel erreichen. Open World Spiele haben wie MMOs oder MMORPGs halt auch kein wirkliches "Ende", denn selbst nach 100% kann man noch irgendeinen Quatsch dort machen.
Und hier könnte man den Entwicklern zumindest vorwerfen, triviale Dinge wie einen Erfolg in einem Game mit willkürlich hohen Hürden zu versehen, um ein vermeintlich tolles Ziel besonders lange hinauszuzögern.
Bei Solitär richtet sich die Spielgeschwindigkeit nach meiner Auffassungsgabe, sodass ich ein gewisses Maß an Kontrolle über meine Handlung habe.
Bei einem Game entscheidet eine willkürlich vom Entwickler gesetzte (Drop-)chance darüber, wann ER glaubt, dass ich mein Ziel erreicht haben soll. Bei RDR2 entscheidet z.B. die Spawrate, ob mir bestimmte Tiere begegnen. Bei WoW oder Diablo die Droprate, ob bestimmte Items für mich fallen etc. Bei Minecraft der/die/das Seed, ob meine Welt für mich ansprechend aufgebaut ist. Eine einzige Nachkommastelle kann aus einer trivialen Aufgabe ein Lebenswerk machen.
Und da diese "Leistung" alleine vom Willen des Entwicklers abhängt, anstatt von den eigenen Einflussmöglichkeiten, sollte man hin und wieder schon überlegen, ob eine gewisse Tätigkeit, frei nach Kosten-Nutzen, eher in den Bereich der Zeitverschwendung abgleitet.
Zeitverschwendung fängt halt da an, wo Erfolge überproportionalen Einsatz verlangen, die Dauer und die Reichweite des Erfolges / Ruhms extrem begrenzt ausfallen und andere Dinge (Job, Family, Friends etc.) dafür vernachlässigt werden. Man könnte fast sagen, sobald sich das Bewusstsein und das Verlangen hauptsächlich um Dinge scheren, die von "fremden Mächten" komplett abhängig sind. Und die wollen meistens nur dein Geld
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