Staatsschulden: In Deutschland ein wirkliches Problem?

Man muss höllisch aufpassen, dass wir in unserer Regulierungswut uns nicht immer mehr Staatenmodellen angleichen, die wir eigentlich ablehnen, wie eben China oder Russland.
Das halte ich eher für völlig ausgeschlossen.
Der deutsche Wähler weiß schon sehr genau wo sein Wohlstand herkommt, entsprechend wählt er mit wenigen Ausschlägen.

Da bin ich der Meinung, je freier der Markt sein wird, desto eher wird sich das Land als Ganzes davon erholen.
Das würde ich so auch nicht unterschreiben, es muss schon Regulierungen geben, man schaue sich nur den derzeitigen Diesel und Benzipreis an, obwohl der Rohölpreis deutlichst billiger war und ist, als 2008.

Und natürlich im Hinblick auf z. B. Rohstoffknappheit, Inflation, 0-Zins-Politik, Flucht des Kapitals in Aktien, die keinerlei materiellen Gegenwert aufweisen, wirkt dieser Krieg wie ein Katalysator und wird Dinge beschleunigen, die eh schon langfristig absehbar waren.
Er wird zu Arbeitslosigkeit, relativer Armut usw. auch bei uns kommen, unabhängig davon, ob nun der Gashahn zu oder auf ist.
Die Kernfrage ist eher, wie reagiert das jetzige System bei uns darauf?
Glaube ich eher nicht, da immer mehr Babyboomer in Rente gehen, die müssen eben schon teilweise ersetzt werden, es dauert noch vielleicht 2 Jahre und wir haben eher einen völligen Arbeitnehmer Markt, den es eigentlich jetzt schon gibt, für normal und gutausgebildete Leute, damit meine ich alle die über eine Ausbildung verfügen.
Im Moment einen auch gut bezahlten Job in Deutschland zu finden war schon bedeutend schwerer und die Ressourcen "Knappheit" bedarf eben einer Umstellung, das wird 1-3 Jahre dauern, dann hat sich das auch eingependelt, denn zum Glück wollen die aller meisten Menschen und auch Staaten auf diesem Planeten, dann doch eher Frieden und Wohlstand generieren.
 
Glaube ich eher nicht, da immer mehr Babyboomer in Rente gehen, die müssen eben schon teilweise ersetzt werden, es dauert noch vielleicht 2 Jahre und wir haben eher einen völligen Arbeitnehmer Markt, den es eigentlich jetzt schon gibt, für normal und gutausgebildete Leute, damit meine ich alle die über eine Ausbildung verfügen.
Jetzt gehen wir in die richtige Richtung.
Ich gehöre mit BJ 1965 auch zu den Babyboomern.
D. hat schon 2015 die Chance falsch angefasst, neue Mitbürger auch ausbildungstechnisch zu integrieren.
Mit der Zuwanderung durch Ukrainer haben wir "sensationeller" Weise die 2. Chance bekommen.
Hoffen wir mal, dass es diesmal besser umgesetzt wird...

Unbedarft davon sehe ich am Horizont schon die reelle Chance eines Wirtschaftscrashes.
Die aus Bankenerhaltungsgründen "ewig" währende 0-Zins Politik ist langfristig Gift für eine kapitalistische Marktordnung.
 
Da bin ich der Meinung, je freier der Markt sein wird, desto eher wird sich das Land als Ganzes davon erholen.
Das ist auch so, nur sind wir hier schon dermaßen überreguliert dass der Markt kaum noch eine Chance hat und es auch nicht mehr groß auffällt wenn man von den drolftausend Regeln Mal 10 weglässt. Ich habe einen Freund dessen Traum es war einen Kaffeeladen/Rosterei aufzumachen. Er hat's monatelang in Deutschland versucht und ist komplett totreguliert worden (Steuer, Nahrungsmittelkram, Feuerstelle, Gutachten, blablabla). Er wohnt seit 2019 in Thailand, da war der Laden in 2 Tagen offen. Es war einfacher, nach Thailand zu ziehen und sich dort zu verselbstständigen als hier einen Kaffeeladen aufzumachen. Das zeigt die Dimensionen wie extrem beschränkt im wahrsten Sinne des Wortes wir hier sind.
 
Das kenne ich aus anderer Warte.
Um mich au der oben angeschnittenen finanziellen Misere zu befreien, hatte ich u. a. 2 Patente anmelden wollen.
Ratet mal, wo es schneller und wo günstiger es war
a) USA
b) Europäische Union
c) Deutschland
d) China

Antwort:
USA 550 $ und 6 Monate
EU 9.000 € und 24 Monate
D. 7.500 € und 3 Jahre
China 450 $ und 9 Monate
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist auch so, nur sind wir hier schon dermaßen überreguliert dass der Markt kaum noch eine Chance hat und es auch nicht mehr groß auffällt wenn man von den drolftausend Regeln Mal 10 weglässt.
Auf manche Sachen mag das zutreffen. Aber es muß auch vom Staat reguliert werden.
Sonst gäbe es z.B. keine Arbeitnehmerrechte, Umweltschutz usw. Kein soziale Marktwirtschaft.
Dann wäre der Kapitalismus noch agressiver. Und alles andere als nachhaltig.
 
Das kenne ich aus anderer Warte.
Um mich au der oben angeschnittenen finanziellen Misere zu befreien, hatte ich u. a. 2 Patente anmelden wollen.
Ratet mal, wo es schneller und wo günstiger es war
a) USA
b) Europäische Union
c) Deutschland
d) China

Antwort:
USA 550 $ und 6 Monate
EU 9.000 € und 24 Monate
D. 7.500 € und 3 Jahre
China 450 $ und 9 Monate
Das wusste ich nicht, aber das ist eher völlig daneben und eigentlich nicht hinnehmbar!
Wie kann man sich selber so ins Bein schießen?
Was will man damit erreichen, ich meine eine Bearbeitungsgebühr von 7500-9000€, soll das abschrecken?
 
Ich habe schon eine Firmenpleite hinter mir, war hochverschuldet (> 1Mio. E) und arbeitslos.
Ich weiss ganz genau wie es ist, nicht zu wissen, woher der Euro für ein McDoof Burger herkommen soll.
Evtl. sogar besser als Du, wenn du so eine Krise noch nicht durchgemacht hast.
Ohhh nein, du weißt rein gar nichts, nur weil du durch dein Pleite gegangen bist, weil das ist kein Vergleich dazu wenn man schon mit miesesten Chancen / Vorraussetzungen in das eigene Leben starten muss!
Ja, zum Glück ist mir das persönlich erspart geblieben, aber ich weiß sehr genau was das bedeutet, wie das aussieht und die Konsequenzen davon für solche Personen sind, weil ich es fast täglich bei einem ehemaligen sehr guten Schulfreund miterleben konnte und kann!

Also wollen wir mal "Klartext" reden, willst du mal wissen wie sich sowas für solche Betroffnen Menschen wie meinen ehemaligen Schulfreund äußert?

In der DDR zur Welt gekommen, in eigentlich keinen so wirtschaftlich und sozial schlechten Elternhaus, Vater gelernte Maurer, Mutter gelernte Bürokauffrau, mit eigenen Haus in irgend einem kleinen Dorf am Ende der Welt.
Eltern gehörten zu den Wendeprofiteuren, Vater Mitte der 1990er Jahre mit eigener irgendwas um die 200 Mitarbeiter Firma Pleite gegangen, Trennung der Eltern im schlechten, da war er irgendwas um die 7 Jahre.
Mutter nimmt beide Kinder aus der Beziehung mit, unterbindet Kontakt zum Vater.

Mutter sucht sich einen neuen Lebensgefährten, welchen sie 1 Jahr nach Trennung auch in die Wohnung holt.
Der neue Lebensgefährte steht auf Erziehung ganz alter Schule, wo es für jeden Scheiß eine setzt, schon alleine wenn du bei den Hausaufgaben nach seinen Maßstäben "zu langsam bist".
Mutter unterbindet das nicht und zieht auch keine Konsequenzen für die Beziehung daraus.

Mit etwa 10/11 Jahren haut mein Schulfreund ab zu seinen Vater, ewig langer Sorgerechtstreit, wie das bei sowas dann ist entsteht, mit zwischenzeitlichen Zwang durchs Jugendamt das mein Schulfreund zeitweise sogar wieder zurück zur Mutter und deren Lebensgefährten muss.
Mit 12/13 rum verzichtet die Mutter auf das Sorgerecht, äußert dem Jugendamt gegenüber das sie sowieso nicht mehr wüsste was sie sich noch mit ihren Sohn zu erzählen habe und bricht den Kontakt vollständig ab.
Der Vater war aber auch ein ziemlich heftiger Choleriker der viel gearbeitet hat und generell nicht der einfühlsamste Mensch war, aber wohl zumindest nicht zu physischer Züchtigung neigte (traurig im Grunde wenn man das schon als Verbesserung betachten muss, vor allen bei dem was noch folgt).

Mit 13 rum ist auch das väterliche Elternhaus wegen defekten Kabel im Obergeschoss ausgebrannt, danach bestanden fast alle Wochenenden und Ferien für meinen Schulfreund nur noch aus Abeit mit seinen Vater, das wieder in Stand zu setzen, kaum noch eigene Freizeit, oder Möglichkeit Zeit mit anderne Altersgenossen zu verbringen (hab ihn nur selten mal außerhalb der Schulzeit getroffen und das auch nur in der Woche, an Wochenenden / Ferien was machen konntest nie mit ihm nie).

Vater ist irgendwann dann auch nochmal mit einer zweiten Firma Pleite gegangen.
Hat danach über die schon relativ alte Großtante eine GmbH aufgemacht, welche die Großtante als Gesellschafter halten musste und wo der Vater als Geschäftsführer waltete und schaltete.
Mit 18, nach der Schule, hat der Vater dann die GmbH auf meinen Schulfreund als Strohmann überschrieben.
Da war mein Schulfreund auch bereits völlig abhängig vom Vater gemacht worden, billiger Arbeitsknecht, kein eigenes Konto, kein eigenes Geld, kein Führerschein, keine Ausbildung, keine sozialen Kontakte abseits vom Vater und der Oma, auf einem Dorf wo du ohne Auto nicht weg kommst (Bus abgesehen vom Schulbus 1x die Woche), kein eigenes Telefon.

Musste die kranke Oma (Mutter vom Vater) komplett alleine pflegen (Pflegestufe 3).
Selbstmordgedanken, versuchter Suizid, schwere Depressionen aus dem ganzen Mist als Folge in den folgenden Jahren, keine Hilfe durch den Vater oder irgend jemanden, nur immer weiteres ausnutzen (bescheißen des Arbeitsamtes auf seinen Namen, Kreditkarten, Telefonverträge, Leasingvertrag für Auto, usw. usf, natürlich alles vom Vater genutzt und alles nicht durch diesen bezahlt worden).
Als er 21 rum war ist ist die Oma verstorben, ist dann von Zuhause abgehauen und stand plötzlich eines Tages bei mir vor der Tür und bat mich um Hilfe.
Hab ihn dann geholfen an die richtigen Hilfestellen zu kommen, Jugendhilfeeinrichtung, betreutes Wohnen sind dann die nächsten Jahre gefolgt.

Einfacher war es da auch nicht, wirtschaftlich war er schon im Grunde mit etwa 18 durch den Vater vollständig ruiniert worden (mehrere zehntausend Euro Schulden, vieles davon Steuerschulden (keine Chance mit private Insolvenz) durch die GmbH, keine Unterlagen um dem Vater irgendwas nachzuweisen, Schufa Score von irgendwas um die 5 Score Punkte.
Irgendwann dann über das betreute Wohnen in eine eigene Wohnung, absolute runtergekommene Siffbude, fast genauso schlimm wie die die man aus den Reportagen zu irgendwelchen Vermietern kennt, die eigentlich nicht mehr vermietbare Buden an osteuropäische Zigeuner vermieten.

Hat dann mit Mitte 24 trotzdem eine Ausbildung über den zweiten Bildungsweg gemacht, hatte aber niemand der ihn finanziell unterstüzen konnte, ab dem zweiten Ausbildungsjahr dann auch mit etwa 100 Euro weniger als ein ALG 2 Empfänger im Monat, da mit 25 der Anspruch auf Kindergeld weggefallen ist.
Heißt letzte Woche bis 1 1/2 Wochen im Monat waren über 2 Jahre kein Geld mehr für irgendwas da, hatte keinen der ihm finanziell unter die Arme greifen konnte (Auszubildene hatten damals keinen Anspruch auf ALG II nur auf Zuschuss zur Miete, hab zumindest dafür gesorgt das er nicht hungernd in die Ausbildung muss, niemand sollte unverschuldet hungern müssen, alleine das ist ein absolutes Armutszeugnis für dieses Land).
Er hat es trotzdem geschaft seine Ausbildung mit einem 3er IHK Abschluss abzuschließen, ist aber seitdem arbeitslos, weil niemand einen schwer depressiven Typen will der suizidale Tendenzen hat und wirtschaftlich vollständig ruiniert ist, was zu ersteren genannten Dingen führt.

Die letzten paar Jahre jetzt hast auch richtig gemerkt wie er immer mutloser geworden ist und innerlich im Grunde aufgegeben hat, Sch*eiße da werd ich direkt schon wieder sauer auf dieses System und das sowas einem Menschen hier überhaupt passieren kann ohne das es irgend einen Arsch interessieren würde, oder man dagegen was machen kann (12 Jahre versucht diesen Mist irgendwie zu entwirren und gelöst zu bekommen, kannst vergessen).
Aktuell ist er stationär in Behandlung, heißt wenn bisschen bla bla und Medikamente gegen Depressionen, lösen tut es nichts, im Grunde nur Sympthombehandlung und danach steht er mit den Ursachen der Symtphome trotzdem für sein weiteres Leben alleine da.

Soviel mal dazu, habe versucht diesen ganzen Mist irgendwie verständlich runterzubrechen und jetzt erzähl mir doch nochmal wie so ein Mensch wie mein Schulfreund hier, mit um die 21 Jahren irgend eine verdammte Chance in seinem Leben hatte daraus wie ein Gates oder Musk was machen zu können und "seines eigen Glückes Schmied werden soll", ich bin ganz Ohr!

Im Grunde ist sein verdammtes Leben ruiniert und für dieses System existiert er nicht, bzw. ist er selbst daran Schuld, während sein Alter sich Schuldenfrei einen ablachen kann und die Mutter sich schon in seiner Kindheit aus der Verantwortung gestohlen hat!
 
Zuletzt bearbeitet:
Es war einfacher, nach Thailand zu ziehen und sich dort zu verselbstständigen als hier einen Kaffeeladen aufzumachen.
So lange er auch da bleibt, wenn es mal schlechter läuft, das Militär komische Sachen macht, er die Bestechungsgelder nicht mehr bezahlen kann oder erfährt, dass man dort eben wenige bis keine Rechte hat vor Gericht oder den Behörden...

In Deutschland gibt es extrem viele Regeln, ja. Die sind aber nicht nur so aus Langeweile entstanden. Das Allermeiste folgte aber auf Klagen oder aber in Folge von aufgedeckten Missständen. Unser Problem ist die fehlende Revision der gemachten Gesetze. Ist es erst einmal da, dann bleibt es in aller Regel auch; vollkommen egal, ob es nun hilft oder auch nicht.

Das sind aber alles Themen, die nix mit dem Krieg zu tun haben.
 
Ohhh nein, du weißt rein gar nichts, nur weil du durch dein Pleite gegangen bist, weil das ist kein Vergleich dazu wenn man schon mit miesesten Chancen / Vorraussetzungen in das eigene Leben starten muss!
Ja, zum Glück ist mir das persönlich erspart geblieben, aber ich weiß sehr genau was das bedeutet, wie das aussieht und die Konsequenzen davon für solche Personen sind, weil ich es fast täglich bei einem ehemaligen sehr guten Schulfreund miterleben konnte und kann!

Also wollen wir mal "Klartext" reden, willst du mal wissen wie sich sowas für solche Betroffnen Menschen wie meinen ehemaligen Schulfreund äußert?

In der DDR zur Welt gekommen, in eigentlich keinen so wirtschaftlich und sozial schlechten Elternhaus, Vater gelernte Maurer, Mutter gelernte Bürokauffrau, mit eigenen Haus in irgend einem kleinen Dorf am Ende der Welt.
Eltern gehörten zu den Wendeprofiteuren, Vater Mitte der 1990er Jahre mit eigener irgendwas um die 200 Mitarbeiter Firma Pleite gegangen, Trennung der Eltern im schlechten, da war er irgendwas um die 7 Jahre.
Mutter nimmt beide Kinder aus der Beziehung mit, unterbindet Kontakt zum Vater.

Mutter sucht sich einen neuen Lebensgefährten, welchen sie 1 Jahr nach Trennung auch in die Wohnung holt.
Der neue Lebensgefährte steht auf Erziehung ganz alter Schule, wo es für jeden Scheiß eine setzt, schon alleine wenn du bei den Hausaufgaben nach seinen Maßstäben "zu langsam bist".
Mutter unterbindet das nicht und zieht auch keine Konsequenzen für die Beziehung daraus.

Mit etwa 10/11 Jahren haut mein Schulfreund ab zu seinen Vater, ewig langer Sorgerechtstreit, wie das bei sowas dann ist entsteht, mit zwischenzeitlichen Zwang durchs Jugendamt das mein Schulfreund zeitweise sogar wieder zurück zur Mutter und deren Lebensgefährten muss.
Mit 12/13 rum verzichtet die Mutter auf das Sorgerecht, äußert dem Jugendamt gegenüber das sie sowieso nicht mehr wüsste was sie sich noch mit ihren Sohn zu erzählen habe und bricht den Kontakt vollständig ab.
Der Vater war aber auch ein ziemlich heftiger Choleriker der viel gearbeitet hat und generell nicht der einfühlsamste Mensch war, aber wohl zumindest nicht zu physischer Züchtigung neigte (traurig im Grunde wenn man das schon als Verbesserung betachten muss, vor allen bei dem was noch folgt).

Mit 13 rum ist auch das väterliche Elternhaus wegen defekten Kabel im Obergeschoss ausgebrannt, danach bestanden fast alle Wochenenden und Ferien für meinen Schulfreund nur noch aus Abeit mit seinen Vater, das wieder in Stand zu setzen, kaum noch eigene Freizeit, oder Möglichkeit Zeit mit anderne Altersgenossen zu verbringen (hab ihn nur selten mal außerhalb der Schulzeit getroffen und das auch nur in der Woche, an Wochenenden / Ferien was machen konntest nie mit ihm nie).

Vater ist irgendwann dann auch nochmal mit einer zweiten Firma Pleite gegangen.
Hat danach über die schon relativ alte Großtante eine GmbH aufgemacht, welche die Großtante als Gesellschafter halten musste und wo der Vater als Geschäftsführer waltete und schaltete.
Mit 18, nach der Schule, hat der Vater dann die GmbH auf meinen Schulfreund als Strohmann überschrieben.
Da war mein Schulfreund auch bereits völlig abhängig vom Vater gemacht worden, billiger Arbeitsknecht, kein eigenes Konto, kein eigenes Geld, kein Führerschein, keine Ausbildung, keine sozialen Kontakte abseits vom Vater und der Oma, auf einem Dorf wo du ohne Auto nicht weg kommst (Bus abgesehen vom Schulbus 1x die Woche), kein eigenes Telefon.

Musste die kranke Oma (Mutter vom Vater) komplett alleine pflegen (Pflegestufe 3).
Selbstmordgedanken, versuchter Suizid, schwere Depressionen aus dem ganzen Mist als Folge in den folgenden Jahren, keine Hilfe durch den Vater oder irgend jemanden, nur immer weiteres ausnutzen (bescheißen des Arbeitsamtes auf seinen Namen, Kreditkarten, Telefonverträge, Leasingvertrag für Auto, usw. usf, natürlich alles vom Vater genutzt und alles nicht durch diesen bezahlt worden).
Als er 21 rum war ist ist die Oma verstorben, ist dann von Zuhause abgehauen und stand plötzlich eines Tages bei mir vor der Tür und bat mich um Hilfe.
Hab ihn dann geholfen an die richtigen Hilfestellen zu kommen, Jugendhilfeeinrichtung, betreutes Wohnen sind dann die nächsten Jahre gefolgt.

Einfacher war es da auch nicht, wirtschaftlich war er schon im Grunde mit etwa 18 durch den Vater vollständig ruiniert worden (mehrere zehntausend Euro Schulden, vieles davon Steuerschulden (keine Chance mit private Insolvenz) durch die GmbH, keine Unterlagen um dem Vater irgendwas nachzuweisen, Schufa Score von irgendwas um die 5 Score Punkte.
Irgendwann dann über das betreute Wohnen in eine eigene Wohnung, absolute runtergekommene Siffbude, fast genauso schlimm wie die die man aus den Reportagen zu irgendwelchen Vermietern kennt, die eigentlich nicht mehr vermietbare Buden an osteuropäische Zigeuner vermieten.

Hat dann mit Mitte 24 trotzdem eine Ausbildung über den zweiten Bildungsweg gemacht, hatte aber niemand der ihn finanziell unterstüzen konnte, ab dem zweiten Ausbildungsjahr dann auch mit etwa 100 Euro weniger als ein ALG 2 Empfänger im Monat, da mit 25 der Anspruch auf Kindergeld weggefallen ist.
Heißt letzte Woche bis 1 1/2 Wochen im Monat waren über 2 Jahre kein Geld mehr für irgendwas da, hatte keinen der ihm finanziell unter die Arme greifen konnte (Auszubildene hatten damals keinen Anspruch auf ALG II nur auf Zuschuss zur Miete, hab zumindest dafür gesorgt das er nicht hungernd in die Ausbildung muss, niemand sollte unverschuldet hungern müssen, alleine das ist ein absolutes Armutszeugnis für dieses Land).
Er hat es trotzdem geschaft seine Ausbildung mit einem 3er IHK Abschluss abzuschließen, ist aber seitdem arbeitslos, weil niemand einen schwer depressiven Typen will der suizidale Tendenzen hat und wirtschaftlich vollständig ruiniert ist, was zu ersteren genannten Dingen führt.

Die letzten paar Jahre jetzt hast auch richtig gemerkt wie er immer mutloser geworden ist und innerlich im Grunde aufgegeben hat, Sch*eiße da werd ich direkt schon wieder sauer auf dieses System und das sowas einem Menschen hier überhaupt passieren kann ohne das es irgend einen Arsch interessieren würde, oder man dagegen was machen kann (12 Jahre versucht diesen Mist irgendwie zu entwirren und gelöst zu bekommen, kannst vergessen).
Aktuell ist er stationär in Behandlung, heißt wenn bisschen bla bla und Medikamente gegen Depressionen, lösen tut es nichts, im Grunde nur Sympthombehandlung und danach steht er mit den Ursachen der Symtphome trotzdem für sein weiteres Leben alleine da.

Soviel mal dazu, habe versucht diesen ganzen Mist irgendwie verständlich runterzubrechen und jetzt erzähl mir doch nochmal wie so ein Mensch wie mein Schulfreund hier, mit um die 21 Jahren irgend eine verdammte Chance in seinem Leben hatte daraus wie ein Gates oder Musk was machen zu können und "seines eigen Glückes Schmied werden soll", ich bin ganz Ohr!

Im Grunde ist sein verdammtes Leben ruiniert und für dieses System existiert er nicht, bzw. ist er selbst daran Schuld, während sein Alter sich Schuldenfrei einen ablachen kann und die Mutter sich schon in seiner Kindheit aus der Verantwortung gestohlen hat!
Alles OK,
aber aus dem umfassend Geschilderten entnehme ich jetzt nicht, dass er zwangsweise am System, sondern eher an den zerrütteten familiären Verhältnissen zerbrochen ist und das Sozialsystem für diesen speziellen Fall schlichtweg nix im Angebot hatte.
Dass hier ein Einzelfallversagen statt fand - unbestritten.
Aber, das ist auch ein gesamtgesellschaftliches Thema.
Themen wie, warum funktionieren Familien nicht mehr, warum gibt es so viele Trennungen, warum gibt es viele Alleinerziehende?
Da sehe ich doch schon lange im Vorfeld, bevor es zu einer staatlich finanziellen Unterstützung kommt, dringenden Bedarf dafür, dass wenn Menschen eine Partnerschaft mit Kindern eingehen, dass im familiären Krisenfall schon dort ganz früh Lösungsmodelle angeboten werden.
Wie auch immer die da aussehen mögen - ich habe keinen Plan von Sozialarbeit.

Von den Eltern nicht wirklich gewollt zu sein und dann noch so vom Vater ausgenutzt zu werden - Gott, wer würde nicht an so was zerbrechen?

Du wirst immer einzelne Schicksale finden, die irgendwie durch das soziale Rasternetz aus Gründen durchfallen, deswegen aber das komplette System in Frage zu stellen, ist eben auch nicht richtig.
 
Was will man damit erreichen, ich meine eine Bearbeitungsgebühr von 7500-9000€, soll das abschrecken?
Deutschland ist halt ein Land der Besitzstandswahrer und Chancenverhinderer. Alles, was hier Innovation oder eine schnellere Entwicklung befördern würde, wird aktiv bekämpft. Das sehen diese Leute nur nicht so. Da erscheint es fast wie ein göttliches Wunder, was Tesla vor den Toren Berlins geschafft hat.

Weitere Beispiele:
Die Telekom, die aktiv gegen Glasfaser Politik betrieb.
Die Kanzlerin und das Neuland... (fast 20 Jahre nach dem Massenaufkommen des Internets)
Der Chef, der selber soviel Netto verdient wie seine 10 Angestellten netto zusammen und sich als sozialen Wohltäter sieht.
 
Nun ja, mit z. B. Lehmann Pleite war ja auch ganz viel kriminelle Energie im Einsatz.
Ich stehe der ganzen Liberalisierung der Finanzmärkte durch die Rot Grüne Schröder Regierung immer noch sehr skeptisch gegenüber, denn auch mit der Deutschland AG sind wir einigermaßen gut gefahren, auch wenn da ein gewisser Filz/Geschmäckle erkennbar war.
Ich kann mich noch an mehrere Gespräche mit meinen beiden Vätern (Selbständige) und auch anderen Unternehmern damals und auch im Laufe der Zeit erinnern, die die Entwicklung abartig fanden.
Der normale Unternehmer hat damals Unternehmensrenditen von 6-maximal 10% kalkuliert und war bei 10% mehr als in Champagnerlaune, heute sind solche Zahlen für Banken und Allgemein eher Ausdruck von naher Pleite und es müssen mind. 12,5-20% sein oder noch mehr. Das ist keine gesunde Entwicklung, denn diese Renditen wurden und werden eben hauptsächlich auf Kosten der Belegschaft erwirtschaftet.
 
Ich stehe der ganzen Liberalisierung der Finanzmärkte durch die Rot Grüne Schröder Regierung immer noch sehr skeptisch gegenüber, denn auch mit der Deutschland AG sind wir einigermaßen gut gefahren, auch wenn da ein gewisser Filz/Geschmäckle erkennbar war.
Ich kann mich noch an mehrere Gespräche mit meinen beiden Vätern (Selbständige) und auch anderen Unternehmern damals und auch im Laufe der Zeit erinnern, die die Entwicklung abartig fanden.
Der normale Unternehmer hat damals Unternehmensrenditen von 6-maximal 10% kalkuliert und war bei 10% mehr als in Champagnerlaune, heute sind solche Zahlen für Banken und Allgemein eher Ausdruck von naher Pleite und es müssen mind. 12,5-20% sein oder noch mehr. Das ist keine gesunde Entwicklung, denn diese Renditen wurden und werden eben hauptsächlich auf Kosten der Belegschaft erwirtschaftet.
Da bin ich durchaus bei Dir.
Deine Väter haben bei ihrer Gewinnkalkulation mutmaßlich echte Warenwerte im Hintergrund gehabt - was auch immer. Herstellkosten vs. Verkaufskosten müssen sich zwangsweise am Mitbewerb ausrichten.
Je nach Konkurrenz steht da dann eben nur ein Selbstkostenpreis (reine Umsatzgenerierung) und wenn es gut läuft mal + 10% davor.

Das Kernproblem ist doch, dass hinter vielen Finanzprodukten wie auch Aktien kein reeller, materieller Gegenwert vorhanden ist.
Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis irgendwer gegenüber einer solchen Wette (mehr ist es ja nicht) kalte Füße bekommt und wieder verkauft.
Ist es ein Volumen-Verkäufer, rauscht das Produkt/Aktie in den Keller.

Die faulen spekulativen Hauskredite auf zig-tausende Bruchbuden, die nur einen winzigen Teil ihres fiktiven Marktwertes generieren können, war ja der Anfang vom Ende der Lehmann Brothers.

Oder glaubt tatsächlich jemand, dass der Sachwert der Tesla-Firma auch nur einen Bruchteil des Aktienwertes wieder spiegelt?
Da ist zu viel vorhandenes Geld auf dem Markt, dass in eine Wunschvorstellung angelegt wird und die Rendite funktioniert, wenn man ganz ehrlich ist, nach einer Art großem Schneeballsystem.
 
Nun ja, mit z. B. Lehmann Pleite war ja auch ganz viel kriminelle Energie im Einsatz.
Kriminelle Energie gab es bei Volkswagen auch, trotzdem wurden die von diversen Verkehrsminister gedeckt und alles verschleppt.
Der Markt ist doch nicht daran interessiert, dass er frei ist. Der Markt ist daran interessiert, dass seine Struktur voran schreitet. Dafür wird Lobbyismus getrieben.
Die Maskenaffaire, die einige Unionspolitiker veranstaltet haben, hat doch mit dem freien Markt nicbts zu tun, das isrt reine Korruption, die staatlich geduldet, bzw. gewollt ist.
 
Leute... :kaffee:
Im Ukraine Thema seit ihr meilenweit abgedriftet :-_-:

Deshalb hat @Tekkla jetzt ein neues Thema geerbt und darf natürlich den Titel nach belieben anpassen.
 
Ja, zum Glück ist mir das persönlich erspart geblieben, aber ich weiß sehr genau was das bedeutet, wie das aussieht und die Konsequenzen davon für solche Personen sind, weil ich es fast täglich bei einem ehemaligen sehr guten Schulfreund miterleben konnte und kann!
...
Trauriges Schicksal. Davon kenne ich leider nicht wenige. Weil ich wie schon woanders geschrieben in einer Behindertenwerkstatt arbeite und meine Krankheit mich auch schon lange begleitet.
Aber teilweise selber Schuld bin. (oder es teils genetisch determiniert ist?)
Wobei ich ein gutes Elternhaus hatte und habe, aber aus einfachen Verhältnissen komme.

Chancengleichheit gibt es jedenfalls (noch) nicht wirklich. Wer in Armut geboren ist der hat es deutlich schwerer.
Es gibt vereinzelt immer wieder welche die es zu was schaffen.
Z.B. die türkische Freundin meiner Frau welche jetzt Ärztin ist. Zusammen im Ghetto unserer Stadt aufgewachsen. Die hat mit 4 Kindern Medizin studiert. Respekt. Hatte dabei natürlich Unterstützung durch ihren Mann und Familie.
Der Bruder ist LKW Fahrer. Die andere Schwester weiß ich jetzt gar nicht.
 
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