Sehsinn: Sind 8K-Fernseher überflüssig?

Nun ich weiß bei zu kleiner Auflösung macht man sich die Augen auch kaputt. Dachte echt das bei 32 " Sitzabstand von 1-2 Meter ausreichen würden bei HD aber scheint wohl nicht der Fall zu sein. Nun weiß ich auch warum zu full hd empfohlen wird. Allerdings 576er Inhalt sieht halt bescheiden auf einen full HD Bildschirm aus. Wie löst man also das Problem am besten und nein kein streaming ,ich schaue lineares Fernsehen ab und zu damit an.

Das stammt noch aus Zeiten des Röhrenfernsehers. Damals war es wichtig, da das Signal in Halbbildern per Interlaced übertragen wurde. Wenn man da zu nah davor saß, dann hat das Auge den Trick durchschaut und aus 50Hz wurden 25Hz, was stark geflimmert und Kopfschmerzen verursacht hat. Vor LCDs, OLEDs und Plasmas kannst du beliebig nahe sitzen.

@Pu244 wobei Streaming stark komprimiert ist. Bleibt die Frage wie viel beim upscaling noch überbleibt

Bei einem 8K Stream muß nichts mehr hochskaliert werden. Leider sind die noch recht selten.
 
Die ganze Diskussion, Studie hin oder her, ist doch eh nur für einen winzigen Teil der potenziellen Kunden interessant.

Wir sind in einer Zeit, wo wir uns bei den Auflösungen und der Qualität eher wieder rückwärts bewegen. Der absolute Großteil der Leute schaut über Streamingdienste, die werden immer teurer also gucken die Leute in FullHD mit Werbung, ohne HDR, DV und den ganzen Kram. Und beim Gaming am PC braucht man Hardware die zig tausend Euro kostet für 4k und selbst dann brauchts DLSS/FSR damit es flüssig läuft. Daher dauert es auch aktuell deutlich länger, bis es 8K Geräte zu guten Preisen gibt, weil es einfach keinen Markt dafür gibt.

Daher wird es sicherlich einen Nutzen für 8K Displays geben, der ist aber so gering, dass es auf die nächsten Jahre für die große Masse einfach nicht interessant ist.
 
Tja,. da hat der Prof wenig Ahnung, wenn er das wirklich macht und an müßte auch noch wissen, was Auflösung eigentlich ist. Dann geistern natürlich immer noch irgendwelche Faustregeln herum, die war zu Röhrenzeiten Sinn ergeben haben aber heute überholt sind.
Die physikalischen Grundlagen und damit verbundenen mathematischen Formeln, denen die Berechnung des minimalen Sitzabstandes zugrunde liegt, haben sich nicht verändert. Die Winkelauflösung des menschlichen Auges beträgt im Schnitt eine Winkelminute, und damit weiß man, wie weit zwei Punkte, die sich in einem bestimmten Abstand zum Betrachter empfinden, auseinander sein müssen, damit man sie voneinander unterscheidet. Da beim Display aber das Ziel gerade ist, dass du keine einzelnen Pixel voneinander unterscheiden kannst, ergibt sich der minimale Betrachtungsabstand, um das zu gewährleisten, aus der Bildgröße und der Pixeldichte. Letztere steigt mit der Rasterauflösung bei gleicher Displaygröße (die einzelnen Pixel liegen somit weniger weit auseinander bzw. werden kleiner), ergo sinkt der Sitzabstand, den man mindestens einhalten muss, um kein Pixelraster mehr zu sehen – oder man kann sich bei gleichbleibendem Sitzabstand (wie es in einem Wohnzimmer eher zu erwarten ist) einen größeren Fernseher hinstellen.

Im Detail: Bei 1,69 m Abstand, was in etwa dreimal der Höhe eines 16:9-Displays mit einer Bildbreite von 1 m entspricht, müssen zwei Punkte mindestens 0,49 mm auseinanderliegen, damit wir sie unterscheiden können. Bei selbigem Display ist das Pixlemaß 1000 mm : 1920 ≈ 0,52 mm, also hart an der Grenze; kürzer sollte der Sitzabstand nicht werden. Mit UHD halbiert sich das Pixelmaß, hier auf rund 0,26 mm, und damit auch der Sitzabstand, den man mindestens einhalten sollte, also von vorher 3H (mit H = Displayhöhe) auf 1,5H. Heißt aber auch: Sobald man den doppelten Sitzabstand wie das empfohlene Mindestmaß einhält, reicht auch wieder die halbe Auflösung. Bei „8K“ (4320 Zeilen) reden wir schon von 0,75H, ab 1,5H reicht UHD. Die Formel ist auch unabhängig vom Seitenverhältnis des Bildes. Das hat sich auch nicht der Prof allein ausgedacht, sondern das waren Gremien wie die ITU und Sender wie NHK, die die Standards entwickelt haben. Im PC-Bereich mag man sich zwar seit jeher wenig für Fernsehstandards interessieren, aber die genannten physikalischen Grundlagen ändern sich ja dadurch nicht.

Zumindest bei Laptops stimmt das nicht, beim Tablet kommt es auf die Größe an.
Ich hätte den Satz präziser formulieren sollen (ich schiebe es auf die schlaflose Nacht), aber du sitzt auch nicht vorgebeugt mit dem Kopf über der Tastatur direkt vor dem Laptopdisplay. Ein 18"-Display im Format 16:9 ist 22,4 cm hoch; 1,5H sind hier 33,6 cm Betrachtungsabstand; mit 67,2 cm genügt dann auch schon Full HD. Mit 7680 × 4320 Pixeln musst du aber noch näher ran, um einen Vorteil gegenüber „einfachem“ UHD zu haben.

Das sind noch die Nachwirkungen des Röhrenfernsehers. Ursprünglich sollte HDTV für Röhrenfernseher eingeführt werden, die Ursprünge reichen bis in die 80er zurück. Das erste mal eingeführt wurde HDTV Anfang der 90er in den USA und Japan, mit 1250i60.
Als die Sendeanstalten in Europa vor die Wahl gestellt wurden und besagte Studie lief, waren wir schon ein Stückchen weiter, was Flachbildfernseher anging, hier war HD für Röhre nie ein Thema. Die EBU ermittelte mit besagter Studie empirisch, dass die höhere Auflösung von 1080i in der Praxis kein so gewichtiger Vorteil gegenüber 720p war, um die effektiv halbe Bildrate bzw. die Interlacing-Artefakte zu rechtfertigen. Aber für die Fernsehindustrie zählte der Gedanke, dass sich die größere Zahl besser vermarkten lasse.

Aber es gibt verdammt viele Nachwirkungen der analogen Zit. Etwa das begrenzte Farbspektrum, RGB Limited. Bei der Analogen Videoübertragung war es notwendig, heute sorgt es dafür, dass auf dem Fernseher 8 Bit pro Farbkanal je 235 Zustände bedeuten, statt den eigentlichen 256.
Das ist bei der digitalen Videoübertragung immer noch notwendig. Aus der analogen Zeit stammt nur die Austastlücke mit Synchronimpuls, die wir auch digital immer noch mit uns rumschleppen. Die Begrenzung des RGB-Wertebereichs wurde aber zum einen gemacht, um die Werte 0 und 255 (bzw. 1023 – im Profibereich wurde schon immer mit mindestens 10 Bit gearbeitet) für die Synchronisation und die Darstellung spezieller Kennungen (SAV, EAV...) in SDI-Signalen zu reservieren, zum anderen, um Head- und Feetroom, also Über- und Untersteuerungsreserven freizuhalten, weil es bei Kamerabildern nicht auszuschließen ist, dass im Bild doch mal etwas zu hell oder zu dunkel ist, und das nicht gleich zum Clipping führen soll. Bei einem Computer generiert eine Grafikkarte das Bild, die Synchronisation ist anders gelöst als bei SDI (und auch nicht über zig Geräte hinweg wie in einem Fernsehstudio) und es gibt es keine unvorhersehbare Über- oder Untersteuerung, darum kann man den Wertebereich komplett für die Bildinformation nutzen.

Dessen ungeachtet ist 8 Bit Quantisierungsauflösung etwas, das bei UHD und darüber überhaupt nichts zu suchen hat, weil es für die damit verbundenen höheren Pixeldichten einfach viel zu wenige Abstufungen hat und damit bei Verläufen geradezu nach Banding schreit. Die Quantisierungsauflösung und größere Farbräume sind auch Displayverbesserungen, wo man als Konsument wesentlich mehr von einer größeren Marktdurchdringung hätte als von „8K“. Dass es überhaupt Displays gibt, die UHD, aber nur 8 Bit haben, und die Dinger auch noch verkäuflich sind (zumindest bei Gaming, in der professionellen Videotechnik wirst du dafür ausgelacht), bestätigt die These der Industrie, dass größere Zahlen im Marketing mehr zählen als tatsächliche Qualität oder Nutzen.
 
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Informationstheoretisch, nach dem Nyquist-Shannon-Abtasttheorem, muss die Auflösung auf Seiten des Bildschirms mindestens doppelt so hoch sein wie auf Seiten des Auges, damit eine noch höhere Auflösung auch in extremen Grenzfällen (beispielsweise Flimmern an sich auf dem Bild bewegenden kontrastreichen Kanten) keine Verbesserung bringt.

Das bedeutet also nach diesen neuen Erkenntnissen das man stattliche ~190 Pixel pro Winkelgrad braucht damit es kein Verbesserungspotenzial mehr gibt, nicht "nur" ~120 Pixel pro Winkelgrad, wie man bisher angenommen hat, das ist schon viel.

Kinofilme werden üblicherweise auf eine Sichtfeld von 40° hin optimiert, die ideale Auflösung wärem damit tatsächlich (fast) >8000 Linien, also 8k. Und das ist ja auch nicht gottgegeben und könnte in Zukunft geändert werden, vor allem mit gebogenen Leinwänden/TVs kann auch ein wesentlich geringerer Sitzabstand sinnvoll (immersionsfördernd) sein, bei PC Bildschirmen ist das sowieso fast eher die Regel als die Ausnahme, da sind auch 60° nicht unüblich.

Bei TVs ist der Sitzabstand in der Praxis aber freilich auch sehr häufig wesentlich geringer als 40°. Ob es sich für TV-Sender auszahlt mit hohem technischen Aufwand Inhalte zu produzieren, die nur in den allerbesten Heimkinos zur Geltung kommen ist wieder ein anderes Thema... Oder wie sinnvoll es ist TVs zu produzieren, deren Auflösung in der Praxis nur selten zur Geltung kommt.

Um zu testen ob- und bei welchem Sitzabstand sich eine höhere Auflösung noch auszahlen kann habe ich vor vielen Jahren auch mal selbst einen synthetischen Test entwickelt: https://extreme.pcgameshardware.de/...-zu-einem-aktuellen-thema.292823/post-5647485

Die Tests haben natürlich auch ihre Schwächen, die ich damals auch aufgelistet habe, daher kann theoretisch auch eine etwas höhere Auflösung sinnvoll sein als sie bei der Anwendung auf einem realen Bildschirm suggerieren.

Ich kann dadurch jedenfalls nachweisen das die Auflösung meines UHD Bildschirms in dem Sitzabstand, den ich zu ihm habe, sehr gut aber noch nicht ganz perfekt ist. Um beispielsweise keinen Unterschied mehr zwischen einem Linien- und einem Spaltenmuster zu erkennen muss ich persönlich noch etwa 15cm weiter weg gehen. Und das ist noch nicht der extremste mögliche Test, speziell das Flimmern kann auch bei noch größeren Auflösungen ein Problem sein, das kann ich auf meinem Bildschirm wegen der beschriebenen Reaktionszeitproblematik nicht wirklich testen. Ein Selbsttest ist prinzipiell auch sinnvoll weil ja auch die eigenen Augen mitspielen müssen, idealerweise auch in der in der Praxis gegebenen Entfernung zum Bildschirm.

Am Ende muss man aber auch sagen das der Sprung von 4k auf 8k zwar vielleicht nicht immer völlig sinnlos ist, in der Praxis ist der Unterschied aber marginal. Der Mehraufwand ist aber groß. Ich war damals ein Verfechter von UHD/4K aber gegenüber noch höheren Auflösungen war und bin ich auch sehr skeptisch.
 
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