Tja,. da hat der Prof wenig Ahnung, wenn er das wirklich macht und an müßte auch noch wissen, was Auflösung eigentlich ist. Dann geistern natürlich immer noch irgendwelche Faustregeln herum, die war zu Röhrenzeiten Sinn ergeben haben aber heute überholt sind.
Die physikalischen Grundlagen und damit verbundenen mathematischen Formeln, denen die Berechnung des minimalen Sitzabstandes zugrunde liegt, haben sich nicht verändert. Die Winkelauflösung des menschlichen Auges beträgt im Schnitt eine Winkelminute, und damit weiß man, wie weit zwei Punkte, die sich in einem bestimmten Abstand zum Betrachter empfinden, auseinander sein müssen, damit man sie voneinander unterscheidet. Da beim Display aber das Ziel gerade ist, dass du keine einzelnen Pixel voneinander unterscheiden kannst, ergibt sich der minimale Betrachtungsabstand, um das zu gewährleisten, aus der Bildgröße und der Pixeldichte. Letztere steigt mit der Rasterauflösung bei gleicher Displaygröße (die einzelnen Pixel liegen somit weniger weit auseinander bzw. werden kleiner), ergo sinkt der Sitzabstand, den man mindestens einhalten muss, um kein Pixelraster mehr zu sehen – oder man kann sich bei gleichbleibendem Sitzabstand (wie es in einem Wohnzimmer eher zu erwarten ist) einen größeren Fernseher hinstellen.
Im Detail: Bei 1,69 m Abstand, was in etwa dreimal der Höhe eines 16:9-Displays mit einer Bildbreite von 1 m entspricht, müssen zwei Punkte mindestens 0,49 mm auseinanderliegen, damit wir sie unterscheiden können. Bei selbigem Display ist das Pixlemaß 1000 mm : 1920 ≈ 0,52 mm, also hart an der Grenze; kürzer sollte der Sitzabstand nicht werden. Mit UHD halbiert sich das Pixelmaß, hier auf rund 0,26 mm, und damit auch der Sitzabstand, den man mindestens einhalten sollte, also von vorher 3H (mit H = Displayhöhe) auf 1,5H. Heißt aber auch: Sobald man den doppelten Sitzabstand wie das empfohlene Mindestmaß einhält, reicht auch wieder die halbe Auflösung. Bei „8K“ (4320 Zeilen) reden wir schon von 0,75H, ab 1,5H reicht UHD. Die Formel ist auch unabhängig vom Seitenverhältnis des Bildes. Das hat sich auch nicht der Prof allein ausgedacht, sondern das waren Gremien wie die ITU und Sender wie NHK, die die Standards entwickelt haben. Im PC-Bereich mag man sich zwar seit jeher wenig für Fernsehstandards interessieren, aber die genannten physikalischen Grundlagen ändern sich ja dadurch nicht.
Zumindest bei Laptops stimmt das nicht, beim Tablet kommt es auf die Größe an.
Ich hätte den Satz präziser formulieren sollen (ich schiebe es auf die schlaflose Nacht), aber du sitzt auch nicht vorgebeugt mit dem Kopf über der Tastatur direkt vor dem Laptopdisplay. Ein 18"-Display im Format 16:9 ist 22,4 cm hoch; 1,5H sind hier 33,6 cm Betrachtungsabstand; mit 67,2 cm genügt dann auch schon Full HD. Mit 7680 × 4320 Pixeln musst du aber noch näher ran, um einen Vorteil gegenüber „einfachem“ UHD zu haben.
Das sind noch die Nachwirkungen des Röhrenfernsehers. Ursprünglich sollte HDTV für Röhrenfernseher eingeführt werden, die Ursprünge reichen bis in die 80er zurück. Das erste mal eingeführt wurde HDTV Anfang der 90er in den USA und Japan, mit 1250i60.
Als die Sendeanstalten in Europa vor die Wahl gestellt wurden und besagte Studie lief, waren wir schon ein Stückchen weiter, was Flachbildfernseher anging, hier war HD für Röhre nie ein Thema. Die EBU ermittelte mit besagter Studie empirisch, dass die höhere Auflösung von 1080i in der Praxis kein so gewichtiger Vorteil gegenüber 720p war, um die effektiv halbe Bildrate bzw. die Interlacing-Artefakte zu rechtfertigen. Aber für die Fernsehindustrie zählte der Gedanke, dass sich die größere Zahl besser vermarkten lasse.
Aber es gibt verdammt viele Nachwirkungen der analogen Zit. Etwa das begrenzte Farbspektrum, RGB Limited. Bei der Analogen Videoübertragung war es notwendig, heute sorgt es dafür, dass auf dem Fernseher 8 Bit pro Farbkanal je 235 Zustände bedeuten, statt den eigentlichen 256.
Das ist bei der digitalen Videoübertragung immer noch notwendig. Aus der analogen Zeit stammt nur die Austastlücke mit Synchronimpuls, die wir auch digital immer noch mit uns rumschleppen. Die Begrenzung des RGB-Wertebereichs wurde aber zum einen gemacht, um die Werte 0 und 255 (bzw. 1023 – im Profibereich wurde schon immer mit mindestens 10 Bit gearbeitet) für die Synchronisation und die Darstellung spezieller Kennungen (SAV, EAV...) in SDI-Signalen zu reservieren, zum anderen, um Head- und Feetroom, also Über- und Untersteuerungsreserven freizuhalten, weil es bei Kamerabildern nicht auszuschließen ist, dass im Bild doch mal etwas zu hell oder zu dunkel ist, und das nicht gleich zum Clipping führen soll. Bei einem Computer generiert eine Grafikkarte das Bild, die Synchronisation ist anders gelöst als bei SDI (und auch nicht über zig Geräte hinweg wie in einem Fernsehstudio) und es gibt es keine unvorhersehbare Über- oder Untersteuerung, darum kann man den Wertebereich komplett für die Bildinformation nutzen.
Dessen ungeachtet ist 8 Bit Quantisierungsauflösung etwas, das bei UHD und darüber überhaupt nichts zu suchen hat, weil es für die damit verbundenen höheren Pixeldichten einfach viel zu wenige Abstufungen hat und damit bei Verläufen geradezu nach Banding schreit. Die Quantisierungsauflösung und größere Farbräume sind auch Displayverbesserungen, wo man als Konsument wesentlich mehr von einer größeren Marktdurchdringung hätte als von „8K“. Dass es überhaupt Displays gibt, die UHD, aber nur 8 Bit haben, und die Dinger auch noch verkäuflich sind (zumindest bei Gaming, in der professionellen Videotechnik wirst du dafür ausgelacht), bestätigt die These der Industrie, dass größere Zahlen im Marketing mehr zählen als tatsächliche Qualität oder Nutzen.