Nun auch meine Kritik zu dem Heft!
Zunächst Lob, es ist grundsätzlich sehr gut geworden und enthält viele spannende Artikel.
Zu G-Sync: Es wurde leider nicht beschrieben das bisher unklar ist
was das G-Sync Modul überhaupt macht, das unbekannt ist welche Anforderungen an das Panel gestellt werden und das ein Modus mit variabler Refreshrate sowohl in DVI als auch insbesondere DP laut Spezifikation explizit vorgesehen ist. Die Idee ist also nicht neu, lediglich die Umsetzung.
Im Kasten "So funktioniert eine PCIe SSD" werden nur SSDs beschrieben die aus einem PCIe-SATA RAID Adapter und SATA SSDs auf einer Platine bestehen. Es gibt aber auch "native" PCIe SSDs deren SSD Controller direkt per PCIe angesteuert werden kann. Native Controller haben einige Vorteile, man kommt mit weniger Chips aus, in der Regel kann der Energieverbrauch gesenkt werden, die RAID Controller machen in der Regel TRIM unmöglich und zu guter letzt sorgt die RAID Lösung für höhere Zugriffslatenzen (und geringe Latenzen sind ja der größte Vorteil von SSDs), bei nativen Controllern sind die Latenzen deutlich geringer. Längere Zeit gab es native PCIe SSD Controller nur bei einigen Enterprise Modellen auf FPGA Basis aber mittlerweile gibt es einige auf ASIC Basis, etwa den Marvell 88NV9145 oder den Samsung MDX.
Die einzige "Consumer" SSD mit nativem PCIe Controller die derzeit erhältlich ist ist jedoch die Samsung XP941 (M.2 Modul) welche nicht einzeln verkauft sondern lediglich in einigen Notebooks verbaut wird.
Dennoch: nativen PCIe SSDs gehört die Zukunft ob als Steckkarten oder via SATA-Express über Kabel angebunden, es ist meiner Meinung nach wichtig auf den Unterschied zwischen RAID basierenden und nativen PCIe SSDs hinzuweisen. Interessant ist auch das PCIe Minicard und M.2 SSDs mit Adapterkarten in einem normalen PCIe Steckplatz genutzt werden können. Solche Modelle sind also keineswegs auf spezielle Mainboards angewiesen.
Ich finde es auch schade das (wieder) keine SSDs mit Intel Controller getestet wurden, also SSD DC S3500 oder SSD DC S3700. Diese hauptsächlich für Server konzipierten SSDs sind zwar nicht billig aber es wäre interessant welche Fortschritte Intel gemacht hat (soweit ich weiß wurde noch nie eine SATA III SSD mit Intel Controller von PCGH getestet). Sehr positiv ist aber allgemein das SSDs mit unterschiedlichen Controllern in dem Test beleuchtet wurden (längere Zeit war es ja üblich gefühlt großteils SSDs mit ein und dem selben Sandforce Controller zu vergleichen die -oh Wunder- eine praktisch identische Leistung lieferten).
Im BF4 Artikel fehlen Tests mit Sandy Bridge-E bzw. Ivy Bridge-E CPUs mit 6 (und mehr) Kernen wodurch auch die Kernskalierung nur unvollständig dargestellt wird. Insbesondere hier wären auch Multiplayertests interessant gewesen. Ich würde empfehlen diese Tests in der nächsten Ausgabe nachzuholen, die Finale Version als solche ist ja auch ein guter Grund zum erneuten Benchen. Auch Mantle wird dann vielleicht schon einfließen können. Auch Tests unterschiedlicher RAM Mengen- und Geschwindigkeiten wären interessant, auch hier vor allem im MP.
Bei dem Headsetartikel muss ich abermals darauf hinweisen das ich mehr objektive Tests also etwa Frequenzgangmessung, SNR und Verzerrungen (Frequenzabhängig), oder die Schallisolationswirkung wünschen würde. Ich kann aber natürlich verstehen das ihr andere Prioritäten habt und eventuell keine teuren Audio-Messgeräte anschaffen wollt, HiFi Magazine gibt es genug.
Zum Tastaturartikel möchte ich anmerken das in der Testtabelle wohl nur die Schaltervariante des Testmodells genannt wurde, nicht jedoch die grundlegend verfügbaren Schaltervarianten (was für Leser vermutlich interessanter ist).
Beim Cloning-Software Artikel möchte ich den ersten Absatz kritisieren: Das Klonen ist nicht unbedingt die bessere (=einfachere) Alternative zu einer Neuinstallation da man mit einer Neuinstallation viele potenzielle Problemfelder relativ einfach umschifft (Alingment, AHCI aktivieren, Superfetch/Prefetch Konfiguration, Auslagern der Eigenen Dateien auf die HDD,...). Beides hat wohl Vor- und Nachteile -zumindest wenn es um den Umzug von einer HDD auf eine SSD geht-.
Bei den Bildschirmen im Allgemeinen fehlt mir eine Erklärung des neuen Testverfahrens für die Reaktionszeit und der Unterschiede zum alten Verfahren.
Zu 1.) Im Prinzip hast Du Recht, wie Du selber aber schon erwähntest, könnten die Entwickler ohnehin schon auf OpenGL/CL & Co. setzen. Sie tun es nur nicht. Wünschenswert wäre es allemal.
Ich weiß es zwar nicht aus erster Hand aber angeblich ist es einfacher mit DX zu arbeiten und es gibt bessere Entwicklungswerkzeuge dafür. Daher ist es effektiv grundsätzlich mit höherem Aufwand (und damit höheren Kosten) verbunden eine OpenGL Engine zu entwickeln. Viele Entwickler nutzen auch lizensierte Engines und legen sich damit oft auf DX fest, die im Wesentlichen einzige aktuelle Open GL Engine ist die id Tech 5.
Sagt mal, auf Seite 65 ist von einem COM-Port beim MSI-Board die Rede.
Ich behaupte, auf dem Bild eindeutig einen LPT-Anschluss sehen zu können.
Und von einem COM-Drucker hab ich auch noch nie was gehört...
Ist ja nur ein kleiner Unterschied zwischen COM(seriell) und LPT(parallel).
Das stimmt einerseits andererseits möchte ich an dieser Stelle nochmal eine Lanze für diese Anschlüsse brechen, die keineswegs nur für alte Drucker da sind!
RS232/COM Drucker gab es übrigens sehr wohl, wenn auch nur im Consumerbereich, ich hab selbst noch einen herumliegen.
Sowohl der RS232 "COM Port" als auch der IEEE 1284 "Parallelport" sind für Bastler/Hobbyelektroniker von großer Bedeutung; sie werden zur Ansteuerung diverser älterer Laborgeräte und Industrieelektronik (auch in älterer Haushaltselektronik und im CE Bereich findet man RS232/COM kompatible Schnittstellen -Stichwort JTAG- oft als Serviceschnittstelle über die etwa Firmwareupdates durchgeführt werden können) genutzt, RS232 auch zum Programmieren vieler Mikrocontroller, IEEE 1284 zum Steuern einfacher selbstgebauter Schaltungen (wobei man sich die Verwendung eines Mikrocontrollers sparen kann) und insbesondere auch von CNC Maschinen (Fräsen, Drehen, 3D-Drucker, Plotter, Stickmaschinen usw.), auch kleine Displays etwa nach dem HD44780-Standard die oft als Statusanzeigen in Moddingprojekten o.Ä. genutzt werden lassen sich nur via IEEE 1284 direkt ansteuern, zum Ansteuern über USB ist ein zusätzlicher Controller erforderlich. Ihre Flexibilität verdanken diese Schnittstellen der Tatsache das sie nicht an ein bestimmtes Protokoll gebunden und weitgehend frei programmierbar sind (insbesondere IEEE 1284).
Drucker dagegen nutzen schon sehr lange kaum noch ausschließlich IEEE 1284, Office Drucker sind sowieso meist via Ethernet angebunden und USB ist auch schon seit über 10 Jahren an praktisch jedem Drucker vorhanden, ein Drucker der weder Ethernet noch USB hat muss ein wirklicher Dino sein (und solche Dinos haben meist einen LPT-Druckerserver als Ethernetadapter). Ausnahmen sind lediglich Spezialdrucker, etwa Rechnungsdrucker.
Daher sind diese "antiken" Anschlüsse (RS232 ist etwa 50 Jahre alt und damit der älteste standardisierte Anschluss in der Computerwelt!) auch heute und auch in absehbarer Zukunft weder nutzlos noch ausschließlich für Office Anwender interessant. Wichtig wäre hier auch zu sagen das Adapterkarten und USB Adapter oft unzureichend sind, unpräzise Timings haben, sich nicht frei programmieren lassen usw. sodass sie kaum eine Alternative sind. Die wenigen guten Karten sind nicht billig, insbesondere nicht für PCIe und auch schwer von "schlechten" zu unterscheiden. Das Vorhandensein von COM und LPT ist für mich ein wichtiges Argument für die Auswahl eines MBs. Und: praktisch jedes Mainboard hat einen LPC Adapterchip der über RS232 und IEEE 1284 Ausgänge verfügt, auf Mainboards die diese Anschlüsse nicht besitzen fehlen meist lediglich die Stecker...