Ich glaube, ich habe meinen Wettgegner gefunden?!

Was ist dein Einsatz, Torsten?
Bei fast jedem anderen hätte ich ja direkt "ja" gesagt, aber du gehörst zu dem kleinen Kreis von Leuten, bei denen ich mir nicht sicher bin, dass der unfaire Informationsvorsprung auf meiner Seite liegt.
Als Wetteinsatz schlage ich
Thermal Grizzly Kryonaut Wärmeleitpaste oder alternativ Flüssigmetall vor
Kryonaut? Pah. Was soll ich den damit? Wir sind hier bei PCGH-
Extreme, ich habe habe Liquid Pro auf dem PCH.
Wenn ZEN3 die Spieleleistung des einzelnen Kernes pro Takt um 15% und mehr steigern kann, dann ist es mir relativ egal, ob da am Ende 4,8, oder 5,0 GHz Boost bei raus kommen. Ist beides dann endlich gekauft.
Am besten als Basis den 3300X, dann stellt man sich das mal vor, die gleichen Vorteile des 1x CCX Aufbaus auf 8 Kerne, die zusätzlich noch 15% stärker wären und dann auch noch mit 4,8GHz takten. Das wäre genial.
Die 15 Prozent sind eine Gesamtangabe als Resultat aller Optimierungen. Die wesentlichste davon dürfte eben die Verringerung von Latenzen innerhalb eines CCDs und die Vergößerung des maximal von einem Kern nutzbaren Caches sein. Deine Rechnung zählt also den gleichen Booster doppelt.
Das ist mir schon bewusst, aber das kurzzeitige Puffern ist halt kürzer wenn der Kühler schon wärmer ist.
Ein 10900K wird in Anwendungen wo er eben gebraucht und genutzt wird schon ohne Turbo eine Menge Energie ziehen und einen Luftkühler an seine Grenzen treiben. Wenn der Luftkühler auch zwecks Geräuschkulisse nicht auf MAX läuft, was wohl alle hier so eingestellt haben, dann wird der Kühler bei einem 10900K schon eine recht hohe Grundtemperatur haben. Denke hier werden schon deutlich über 50° am Kühler anliegen. Wenn jetzt der Turbo greift, erwärmt sich der Block zum einen in wesentlich kürzerer Zeit, zum anderen ist das Temperatur Delta (was ja auch eine maßgebliche Konstante für die Kühlleistung ist) deutlich kleiner als bei einem 3300X (mal als extremeres Gegenbeispiel). Der Turbo, gerade wenn er wie bei Intel in Abhängigkeit zur Temperatur eingesetzt wird, wird wahrscheinlich kürzer boosten, kann mir nicht vorstellen, dass er vier Minuten wegpuffern kann (außer extreme Kühlkörper, die aber dann auch meist den Preis einer AIO erreichen)
Ansonsten ist der Boost ja im eigentlichen Sinne mal dafür gedacht gewesen kurzzeitige Leistungsanforderungen zu puffern, also Wechsel zwischen Idle und Vollast. Das schafft auch ein Luftkühler. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass der Turbo bei beiden als "Benchmark Optimierungsszenario" eingesetzt wird, also quasi wie die VWsche Manipulationssoftware, nur eben mit Wissen der Tester.
Letzteres ist definitiv der Fall. Mit einer Minute Laufzeit liegt Intel beim doppelten vieler Benchmark-Runs und AMD boostet sowieso bis ultima, wenn die Kühlung ausreicht. Deswegen arbeiten wir seit langem mit Vorheizphasen und protokollieren den realen durchschnittlichen Energieumsatz – in Spielen liegt der aber, mit PCGH-kontrollierten Spec-UEFI-Einstellungen weiterhin unter den nominellen TDPs, sodass dieser Cheat nicht wirklich durchschlägt und sich die Systeme weiterhin im ursprünglichen Sinne eines "Boosts" bewegen.
Das gedachte Beispiel kann man einfach mal durchrechnen. 50 °C Ausgangstemperatur, maximal akzeptierte Temperatur 70 °C, Scythe Fuma 2, Core i9-10900K der von 125 W PL1 auf 250 W PL2 boostet. Zur Vereinfachung nehmen wir mal an, dass der Kühler komplett aus Aluminium besteht, auch wenn da natürlich auch etwas Kupfer im Spiel ist – in der Praxis gibt es ohnehin deutlich massivere Kühler.
940 g * 897 Ws/kg*K * 20 K / 125 W = 135 Sekunden
So lange könnte das System also die zusätzliche Turbo-Wärmelast wegpuffern, wenn sich das ganze Metall gleichmäßig erwärmt. Natürlich tut es das nicht, aber der Puffer muss ja gemäß Spezifikation auch nur für 56 Sekunden reichen und parallel wird das Mainboard beim sofortigen Temperaturanstieg innerhalb des Packages den Lüfter ohnehin leicht beschleunigen. Trotz der hohen Werte gehen die Turbopläne mit einem Oberklasse-Kühler auf einer Oberklasse-CPUs also tatsächlich noch auf.
Aber warum sollte Zen3 nicht auch wieder zwei CCX pro CCD enthalten? Dann wäre zwar der Interconnect wieder dabei, aber man würde eben 16 Kerne ohne zweiten CCD abbilden können, was sicherlich eine Menge Chipfläche sparen könnte.
Ein 16-Kern-CCD würde gegenüber zwei 8-Kern-CCDs nur wenig Fläche sparen, hätte aber ein viel höheres Fehlerrisiko und wäre schlechter über die Produktkategorien skalierbar. Aber einer gewissen Stückzahl könnte es sich für AMD lohnen, 8- und 16-Kern CCDs zu produzieren (vergleiche Intel), aber so weit ist man noch nicht.
Ich denke, das ist eine tolle "Was wäre wenn" Geschichte. Bestimmt hätte man auch da Anstrengungen unternommen, die IPC zu verbessern. Der P4 3,73 GHZ EE hatte ja z.B. einen L3 Cache. Ich vermute mal, den hätte man deutlich ausgebaut, eventuell auch noch einen L4 Cache, wie bei Broadwell. Von letzterem sollten solche CPUs, wie der P4, ja besonders profitieren, da das ein Flaschenhals ist (deshalb hat man ja auch auf den irre schnell getakteten Rambusspeicher gesetzt).
Ich vermute, dass so ein hochgetakteter Singlecore durchaus die Core i Kerne schlagen könnte, allerdings zu einem hohen Preis. Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz.
So ein übertakteter Cedar Mill Celeron ist schon eine tolle Sache. Man kann sich beim Angeben einfach dumm stellen "keine Ahnung, was da für eine CPU drin ist, aber sie Taktet mit 5,3GHz, ich bekomme sie nur mit einer Wakü unter Kontrolle und die Graka hat so um die 1100€ gekostet". Schon ist der Hardwarekenner reingefallen, da er sich denkt, dass da ein i9 10900K und eine RTX 2080Ti werkelt. Dabei ist da nur ein uralter P4 Celeron, mit einer GeForce 2 Ultra verbaut - reingelegt! (die Inflation hat schon krass zugeschlagen)
Der 3,73er hat als einziger Pentium 4 EE keinen L3, sondern war die erste Extreme Edition, die sich wirklich nur durch den Preis abhob. Die technische Basis ist aber ein ganz normaler Prescott 2M, wie er auch in allen Pentium 4 6x0 steckt. Den fetten Gallatin-Chip mit seiner dank kürzerer Pipeline ohnehin höheren IPC gab es nur als 3,2, 3,4 und 3,46. Spätere Netburst-Generationen sollten noch einmal eine längere Leitung bekommen. RD-RAM hatte man übrigens schon vorher abgesäbelt – verglichen mit späterem Dual-Channel-DDR (geschweige denn -DDR2) war der deutlich langsamer, aber er wurde zu einem Zeitpunkt eingeführt, als SDR die einzige Alterantive war.
5,3 sollte ein Cedar Mill (Pentium 4) sogar mit besserer Luftkühlung schaffen, mit der Wakü solltest du gleich einen Presler (Pentium D/Pentium EE) nehmen. Dann kannst du auch mit Fug und Recht behaupten, dass du das "Intel-Topmodell, läuft bei mir mit bis zu 5,3 GHz" hast.

(Allerdings wird es spannend, wie ein i865-Billig-Brett damit klarkommt. Gegebenenfalls musst du die 2 Ultra gegen eine PCI-E-FX eintauschen, um den standesgemäßen i955 nutzen zu können.)