Beim letzten Mal (und erst Recht beim vorletzten mal

) waren die Ausgangsdaten/Lage aber wesentlich schlechter für 5 GHz.
Wenn ein ES schon 4,6 GHz hat und die Vorgängerfertigung 4,7 hatte und man mit 200-300 MHz Taktplus durch 7nm+ rechnet sind 5 GHz zumindest im Bereich des Möglichen bei den höchsten bzw. bestselektierten Modellen.
AMD könnte versuchen, zumindest beim Topmodell die 5 GHz aus psychologischen Gründen zu schaffen auch wenn das gesamte Lineup sicherlich darunter bleibhen wird. Mir würden 4 GHz (allcore beim 16-Kerner unter großer Last) schon mehr als reichen.
200 bis 300 MHz plus durch die bessere Fertigung erscheinen zwar realistisch, allerdings können große, homogene Caches das Taktpotenzial auch deutlich beschränken, wenn die Latenzen nicht steigen sollen. Auch den ES-=>-Retail-Sprung sollte man nicht 1:1 von Zen2 übertragen. Damals war die 7-nm-Fertigung komplett neu und viele waren überrascht, dass sie überhaupt schon für einen x86-Prozessor genutzt wird. Umso größer waren aber die Fortschritte, die zwischen den ersten, konservativen ES-Specs und dem Serien-Silizium gemacht werden konnten. Diesmal dagegen sollten die ES 95+ Prozent der final möglichen Leistung erreichen. Aber allgemein gilt. ES-Spezifikationen müssen gar nicht das technisch mögliche Widerspiegeln (vergl. Intel). Aktuell wissen wir also, wie so oft: Gar nichts.
Weder bei AMD noch bei Intel hat man jemals eine Wasserkühlung gebraucht um ihre Desktop-CPUs mit Werkseinstellungen vernünftig zu betreiben, auch wenn das mittlerweile schon ein Internetsport georden ist das zu behaupten.
Moooooment: Smithfield hat die Luftkühler seiner Zeit ziemlich an die Grenzen getrieben und AMD vermarktet Threadripper als Desktop-CPU. Bei 250 oder gar 280 W TDP wird die Luft dann wirklich dünn.
Das ist zwar richtig, aber gerade mit Blick auf Comet Lake wirst du unter Umständen viel Leistung verschwenden wenn du nicht auf Wasser gehst. 125W sind zwar für gute Luftkühler an sich kein Problem, aber gerade wenn er denn mal boostet wird die Temperatur schnell zu hoch klettern und bei einem Luftkühler der schon ohne Boost an der Belastungsgrenze läuft, hast du eben nicht mehr viel Puffer. Wer einen 10900K kauft sollte zwangsweise eine AIO mitnehmen, 240 (280) ist hier eigentlich schon unterste Anforderung, würde selber bei einer solchen CPU eher an den Bereich 420er denken. Aber ich denke ja nicht über solche CPUs nach, ein 3700 lockt mich aktuell und bei Intel wäre es wenn überhaupt ein 10700 (aber nicht wirklich, da ich meine Plattform vor DDR5 nicht mehr tauschen möchte, daher auch kein Zen3)
Ein schneller Anstieg der Temperatur während der Boost-Phasen ist kein Problem, sondern die Grundidee eines Boosts. Die thermische Kapazität von High-End-Luftkühlern reicht auch aus, um 125 W zusätzlich für ettliche Sekunden zu puffern und wenn man nicht gerade competitive Prime-95-Nutzer ist, ist das alles was es für volle Praxisleistung braucht. In zum Beispiel Spielen wird der volle Boost-Energieumsatz nur für Sekundenbruchteile erreicht und das Mittel über mehrere dutzend Sekunden liegt in der Regel noch klar unter der TDP. Hier sind überzüchtete Prozessordesigns in der Praxis sogar deutlich pflegeleichter, als ein High-End-Workstationsprozessor. Wenn ein Threadripper alle Kerne auslastet, zieht der seine knapp 300 W nämlich wirklich kontinuierlich und der Energieumsatz bricht auch nicht auf die Hälfte ein, wenn mal für ein paar Sekunden einige 100 MHz weniger anliegen. Diese großen Unterschiede hat man nur, mit Turbo-Modi, die eben weit jenseits des Effizienz-Sweet-Spots Energie verbraten.
Ist wie mit dem internet BIS zu xxxx nicht garantiert.
Ich würde ja in beiden Fällen gerne mal auf ähnliche Weise antworten:
"Klar, dafür bezahle ich doch gerne
bis zu xxx Euro"
Aber komischer Weise werden die Anbieter schon sehr unfreundlich, wenn man einen Aufpreis für nicht bestellte Dinge verweigert. :-/
Wer sich damit auskennt, der weiß, dass die 10GHz wohl problemlos möglich sind, die Frage ist, ob man das möchte, da die Leistung bei solchen extremen Maßnahmen nicht linear skaliert (siehe P4).
Der absolute Taktrekord für die IRE-Teile der ursprünglichen Netburst-Pipeline beträgt sogar 11 GHz (5,5 GHz im restlichen Teil der CPU) und als Serie wurde bis zu 6,92 GHz (Großteil der CPU: 3,46 GHz) ausgeliefert. Und all das haben x86-Designs schon in 130-nm-Fertigung mitgemacht. In 7 nm wären, wenn man sich die Taktsteigerungen in anderen Architekturen anguckt, vielleicht sogar Rekorde von 15-20 GHz und sicherlich 10-GHz-Basistakt machbar. Allerdings ist ein Pentium-4-Single-Core eben auch mit 10 GHz nicht schneller als ein aktueller Celeron (ob/wieviel er langsamer wäre, täte mich aber mal interessieren) und würde sicherlich mehr als ein Skylake X verbrauchen.