Mit HT stehe ich momentan etwas auf Kriegsfuß. Schalte ich es ein, steigt der reine CPU Verbrauch um 30W, die Temperaturen steigen um bis zu 10°C. Ob sich das rentiert habe ich noch nicht ausprobiert. Von den PPD her bemerke ich bisher keinen abbruch. Ich denke, dass folding@home ohne HT weitaus anfälliger auf "Störungen" seiner Threads reagiert, wie hier vor kurzem diskutiert (finde die Beiträge gerade nicht).
Die PPD brechen dann nicht so schnell ein, wenn kurz nur 50% eines Kerns (HT -> 8 Threads -> 12,5% der CPU) beansprucht werden, als 100% eines Kerns (ohne HT -> 4 Threads -> 25% der CPU).
Das ist so, als würde
picar81_4711 8 Arme haben, von denen dann 1 Arm kurz eine nebensächlichkeit erledigt, und die restlichen 7 weiter Proteine kneten. Würde
picar81_4711 nur 4 Arme haben, und müsste 1 davon wegziehen, fiele ein doppelt so großer Anteil
bei gleicher Zeit seiner Arbeitskraft für nebensächlichkeiten weg. Ergebnis: mehr PDD brechen weg.
Kurzum: Ich konnte wirklich keinen Unterschied erkennen, ob nun HT ein, oder ausgeschaltet war. Vorausgesetzt ist dabei ein extrem sauberes Windows, ohne Aufgabenplanung, ohne Sidebar, ohne irgendwelche besagten Nebensächlichkeiten. Einen Langzeittest über mehrere WUs habe ich nicht gemacht, und unter Linux kann ich leider auch keine Aussage treffen.
Kann auch gut sein dass ich mich gerade in Widersprüche verzettle, und HT tatsächlich immer aktiviert sein sollte. Einen langen Test habe ich aber wie gesagt noch nicht durchgeführt.
EDIT:
Was ich gerade getestet habe und sagen kann ist folgendes:
ohne HT:
293W
68°C
1,216 real VCore
mit HT:
319W
75°C
1,216 real VCore
Test mit absichtlicher Störung eines Threads/Kerns:
Alle 4 Kerne ungestört: 2,3 Mio O/s
1 Programm stört, indem es 1/4 Thread klaut: 1,7 Mio O/s
Alle 8 Kerne ungestört: 2,3 Mio O/s
1 Programm stört, indem es 1/8 Threads klaut: 2,01 Mio O/s
Heißt: HT bringt theoretisch wirklich einen Vorteil. Dieser greift aber nur, wenn folgende Kriterien eintreffen, und zwar alle gleichzeitig:
- folding@home muss auf 7-8 Threads auf Vollast laufen.
- der "Störer" darf insgesamt nicht mehr als 1 Thread, oder 12,5% der CPU beanspruchen.
- der "Störer" darf allgemein keine "Sache" sein, die mehr als 1 Thread beanspruchen kann.
Sobald folding@home nicht mindestens 7 Threads voll auslastet, oder fremde Anwendungen mehr als 12,5% der CPU-leistung beanspruchen, fällt der Vorteil HT weg.
Sobald folding@home nur ein Fitzel seiner 7 Threads nicht beansprucht, z.B auf smp-6 läuft, oder anderweitig viel Rechenlast "zur CPU stößt", bricht die Leistung
theoretisch genauso weg, wie ohne HT.
HT kann also im besten fall den PPD Verlust halbieren, bzw die "fremde" Rechenlast von bis zu 25% auf bis zu 12,5% drücken. Allgemein wird die verlorene Rechenleistung halbiert.
Soweit bin ich mit meiner Logik gekommen. Wir müssten mal genau ausrechen, was nun effizienter wäre. 26W mehr Verbrauch in kauf nehmen, um sich durch HT mehr Leistung zu erkaufen, oder HT auszuschalten, und den bis zu doppelt so hohen PPD-Verlust (im vergleich zu HT) durch Effizienz zu rechtfertigen. Hierbei sei noch gesagt, dass die HT-Verbrauchswerte von Nehalem stammen. Ob Intel bei Sandy und Ivy den 8-Thread Bonus optimiert hat, müsste uns ein Forum-Mitglied mitteilen

Nicht zu vergessen ist der PPD Bonus, der höher ausfällt je eher die WU fertig berechnet zurückgeht.