AW: Rabattschlacht bei Spielen: Wer zur Hölle soll das alles zocken? - Die PCGH-Redaktionskolumne
Ja, ständig sind irgendwo Spiele zum günstigen Tarif zu bekommen. Ob es Computerbild Spiele ist wo man etwa jeden Monat einen Steam-Code bekommt, oder die letzten beiden Humbel-Bundels, deren Preise mich fast zum Kauf gezwungen haben: Es ist ein Überfluss vorhanden. Ich denke, dass dies auch eine Folge des Download-Marktes ist.
Während vor einiger Zeit ein einzelnes Spiel ausreichte um einen Wohlfühleffekt auszulösen, muss es heute eher ein Bundle sein. Das liegt wohl auch daran, dass man früher mehr mit dem Spiel zu tun hatte, bevor man überhaupt mit dem Spielen begann, während es heutzutage ein paar Klicks sind. Früher bin ich in den Laden gegangen bzw. hingefahren, und habe gehofft, dass das Spiel über welches ich einen Bericht gelesen hatte überhaupt verfügbar war. Ich hatte die Packung in der Hand, und habe mir die Cover angeschaut, eine ausführliche Bedienungsanleitung gelesen bevor ich schließlich das Spiel von einem Datenträger installiert habe. Es war sozusagen viel mehr Zeit da um sich auf das Spiel einzulassen, und auch auf Grund der Preise war der Spielekauf viel bewusster.
Der Vorteil des Online-Angebotes ist die Flexibilität, aber gleichzeitig bringt dies eine gewisse Hektik hinein, was durch die intensive Werbeatmosphäre unterstützt wird (Tagesdeal, Midweek, Weekend ,Christmas, Summer, Blitzangebot usw.). Während ich früher in der Lage war mich auf ein Spiel zu konzentrieren, muss ich nun ständig etwas von Angeboten lesen, auf die ich nicht verzichten könnte. Selbst wenn ich die gesamte Spielepalette gekauft hätte, würde mich bspw. Steam zum Kauf weiterer Spiele animieren. Ständig bekommt man einindoktriniert man würde etwas verpassen und hätte noch nicht genug (fast jeden Tag muss ich Updates herunterladen, damit ich neue Werbebildchen lesen kann).
Gut finde ich, dass man heutzutage seine Spielstände online speichern kann, die Dateien generell gesichert sind, und man teilweise günstig an Spiele kommt. Wieviel das aber an den negativen Punkten aufwiegt (Spionagesoftware, beschränkte Aktivierungszahlen, Lockangebote, hackbare Accounts, aufdringliche Werbung) muss jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht hilft es, sich jedes Mal wirklich bewußt zu machen, ob man dieses angepriesene Spiel wirklich will bzw. braucht.
Beim HumbleBundle habe ich mitgemacht, weil Sims3 wohl etwas für meine Freundin ist, und ich auch gerne für die Wohltätigkeit spende. Dennoch ist dieses Paket Hohn für jeden der die Spiele zum Vollpreis bezogen hat, was die Geiz ist Geil-Mentalität durchaus fördert.