Die mit Abstand auf dem PC einflussreichsten Spiele waren für mich ganz klar Doom und Rebel Assault. Das eine in Bezug auf 3d Grafik das andere in Bezug auf Storage. Das Game hat damals dazu geführt daß sich Leute unfassbar teure CD-ROMs geholt haben für nur 1 Spiel. Es war crazy. Ich erinnere mich noch wie wir im Geschäft vor PCs mit CD-ROM standen und nur OMG im Gesicht hatten. Ohne CD-ROM war das Game ja nicht spielbar.
Rebel Assault hat quasi das Ende der Spielhallen Ära eingeleitet.
Also bei Doom geh ich durchaus mit, das war schon echt ein Eye-Opener damals!
Wobei ich persönlich kein Freund davon bin, solche Entwicklungen an einem einzigen Titel festzumachen. Für mich ist das ein Prozess, an dem vieles beteiligt war (Personen, Spiele, Systeme, ...) und der sich über einen langen Zeitraum vollzogen hat.
Aber ja, sicher ganz massiv einflussreiches Spiel mit Wow-Faktor, da sind einem die Augen rausgefallen.
Aber Rebel Assault hat das Ende der Spielhallen-Ära eingeleitet?
Hat sicher der CD-ROM mit zum Durchbruch im PC-Bereich verholfen und dank Star Wars-Lizenz auch massiv populär, so weit bin ich dabei.
Aber DER einleitende Faktor des Endes der Arcades? Hmmmm... würde sagen, eher nicht.
Solche Spiele gab es in der Arcade bereits Jahre vorher, in sehr ähnlicher Machart (damals noch auf LaserDisc), es gab sie auch noch lange danach (z. B. Star Wars Trilogy Arcade im Jahr 1998 - dann natürlich mit echter 3D-Grafik statt vorgerenderten Inhalten) und mal ehrlich, rein spielerisch war Rebel Assault wirklich kein Hit (verzeih mir!).
Ganz tot war die Arcade auch nie, zum Beispiel bei Spielen, die vom "Crowd-Factor" leben. Sprich wo man vor einem Publikum zeigen kann, was man drauf hat. In einigen Ländern sind bestimmte Genres in der Arcade daher noch sehr, sehr präsent.
Dazu kommt, dass in der Arcade Spielerfahrungen möglich sind, die es zu Hause schlicht nicht gibt, wie spezielle Peripheriegeräte, Hydraulik, in einen echten Wagen steigen und was sie sich alles einfallen lassen.
Oder 8-fach verlinkte Cabinets im MASSIV populären Daytona USA, in Ridge Racer und Konsorten! Sowas fand man daheim nicht.
Trotzdem ist natürlich nicht zu leugnen, dass die Popularität massiv zurückging.
Das war meiner Meinung nach vor allem in der Zeit der Fall, als a) 3D-Konsolen und 3D-Beschleuniger am PC für jedermann verfügbar wurden, b) Gaming vom Nerd-Dasein mehr und mehr in den Mainstream gerückt ist (war ungefähr zeitgleich der Fall) und bald jeder Haushalt daher ein solches Gerät hatte und c) als man in Sachen Grafikqualität später mit der Arcade ungefähr gleichzog (im Konsolenbereich mit Dreamcast, am PC eventuell schon etwas früher. Neo Geo mal ausgeklammert).
Bei Punkt C) ist natürlich noch zu bedenken, dass sich das ganze gegenseitig beeinflusst hat:
Der Massive Erfolg beispielsweise der PlayStation hat dafür gesorgt, dass weniger Leute in die Spielhallen rannten; und weil weniger Leute in die Arcades kamen, hat es sich beispielsweise für Sega nicht mehr gelohnt, noch ein Model 4 zu entwickeln.
Während also das mächtige, 20.000 $ teure Model 3 Board im Jahr 1996 in Sachen Technik noch alles in Grund und Boden dominierte, war der "Nachfolger" mehr ein technologischer Sidestep und eher die Verwurstung der Dreamcast-Hardware in der Arcade, so dass man dann eine fast identische Hardwarebasis hatte. Somit gabs dann noch weniger Grund für die Leute, in die Arcades zu rennen - die Games erschienen schlicht auch zu Hause.
Na ja, nur meine 2 Cent zu dem Thema.
PS
nVidia hat sich mit dem nV1 natürlich "dank" der Quad-basierten Architektur keinen Gefallen getan, war dadurch aber natürlich ein geeigneter Partner für Umsetzungen (Model 1, 2 und 3 und auch der Sega Satan setzten ja ebenfalls auf Quads).