@Incredible Alk
Da bin ich ja voll bei dir, ist es auch unsere Pflicht, ein Auge drauf zu haben, das der Spaß nicht zu Weit getrieben wird.
Nur lasse ich halt auch die Kirche im Dorf und behaupte, es wird heißer Gekocht, als Gegessen.
Viele der Entwicklungen um die IT selbst sind ja noch nichtmal "Fertig" durchgekaut von uns Menschen. Wir haben sowohl noch viel zu Entdecken, als auch zu Lernen, wie wir mit all diesen Spielzeugen und Möglichkeiten umgehen und vor allem, was wir am Ende draus machen.
Mir ist meine Online Aktivität zum Beispiel sehr Lieb von einer KI am Besten Voll und Ganz überblickt werden zu können, was ja nicht der Fall ist, weil eine heutige KI im Grunde noch recht Ohnmächtig ist.
Auch mache ich mir wenig Sorgen, das sich daran recht viel Ändert in allzuschneller Zeit. Dafür haben wir Schlicht nicht die Mittel, hier dann Hardware.
PCs und Betriebssysteme mit KI-Routinen, die permanent alle Aktivitäten, auch Offline, des Users aufzeichnen und auswerten sollen, sind dieses Jahr zum Standard geworden. Bislang sind die erweiterten Fähigkeiten von Copilot ein Feature, das persönliches Erinnern überflüssig macht. Aber eine Funktion, die sagen kann, was ich letzte Woche in einem Meeting überhört habe, kann auch sagen, welche Web-Inhalte vier Stunden später betrachtet wurden. Inklusive Suchoption.
Wenn unmittelbar neben solchen KI-Tools, die von Windows über Android bis iOS als zentraler Baustein künftiger Betriebssysteme promotet werden, harte Zensursysteme implementiert werden, kann das also durchaus Bedenken hervorrufen. Von der Möglichkeit, eigene Bildarchive automatisch indizieren und durchsuchen zu lassen, bis zum Beginn der Diskussion über unvermeidbare offline-Suchsysteme nach illegalen Motiven, vergingen keine fünf Jahre.
Es geht ja nicht nur um Pornografische Inhalte, allerdings auch diese haben sich verändert und das nicht unbedingt zum besseren (Gewalt, Frauenbild) und stand auch nicht in dieser schieren (Un)Menge , auch in den Anfängen des Breitband Internets zur Verfügung. Heute kommen ja noch jüngere Menschen an diese Inhalte, es werden ja schon Grundschüler damit konfrontiert...
Darüber hinaus waren es noch deutlich weniger Menschen bzw. Familien die mit Internet und Medien Berührungspunkte hatten. Heutzutage kommen weitere Inhalte von Social Media oder anderen Kanälen etc. mit dazu. Aktuell noch KI Deepfakes... Dort werden fragwürdige Vorbilder/Ansichten/Klischees/Fake Nachrichten/Gewalt und so weiter mehr den je und von immer jüngeren konsumiert.
Ich habe z.B. früher auch Rap Musik gehört, mal einen Porno gesehen oder CS gezockt und würde mich nicht unanständig oder als missraten sehen, aber ich kann doch deutlich sehen, dass z.B. Rap/das Netz und die Umwelt sich von damals unterscheiden. Es hat sich über die Jahre z teilweise massivst ins negative entwickelt Es war damals schon teils fragwürdig und hat sich immer weiter aufgeschaukelt.
Grundstimmung unter jungen Leuten ist allgemein aggressiver bzw. angespannter- > Mobbing/Body Shaming/Frauenhass-Frauenbild/ Waffenbesitz und Einsatz, Drogenhandel etc.
In den meisten Fällen kommt das halt aus dem netz bzw. wird davon gepusht.
Natürlich nicht jeder Junge Mensch ist so und ich möchte damit keinesfalls damit sagen, früher war alles besser, aber die Augen zu verschließen, ist keine Lösung...
Da es hier auch um nur ein OPTIONALES Instrument geht, dass Eltern zur Verfügung gestellt werden soll, kann ich den Gegenwind null komma null nachvollziehen.
Trigger-Warning: Die folgenden Absätze könnten Keywords enthalten, denen zartbesaitete Spätgeborene besser nicht nachrecherchieren sollten. Can't be unseen. Or unheard, im Fall von Pink Fluffy Unicorns Dancing on Rainbows.
Ich kann weder heute noch in den 90ern beanspruchen, einen objektiven Überblick über alle Medien zu haben, die Jugendlichen zugänglich sind respektive waren. Aber bei uns wurde Wolfenstein 3D auf Schul-PCs installiert, rotten angesurft, wenn es mangelnde Supervision zuließ, und 95 Prozent der heutigen Rick-Rolling-Techniken wurden damals angewandt, um Leute mit goatse zu beglücken. Dass es demgegenüber eine signifikante qualitative Verschlechterung gegeben hat, müsste in meinen Augen erst einmal wissenschaftlich untersucht werden. Quantitativ hat sich in den 2010ern durch Social Media und die Verlagerung der Freizeit ins Netz sicherlich einiges intensiviert. Das gilt aber für absolut alle Inhalte und Wirkungen, die irgendwas im Internet haben kann, nicht nur die negativen. Auch hat es schon sehr früh ein Niveau erreicht, bei dem die Aufnahmebereitschaft limitierte und weiterer Dreck im Netz nur mehr ungesehener Dreck, aber nicht mehr konsumierten Dreck mit sich gebracht haben müsste.
Wie gesagt, ich bin da als alter Sack nicht ganz auf dem laufenden und kriege nur vereinzelt Beispiele mit; selbst das mit so großer Verspätung, dass ich nur auf die 10er direkt Bezug nehmen kann. Aber von tubgirl zu 2girls1cup oder von motorcycle.jpg zu rekt-Clips sehe ich als einzige Neuerung die Verbreitung von Bewegtbild; in den 90ern hätte man ein mehrminütiges Video halt nicht anklicken können. Die stattdessen verwendeten Standbilder zeigten aber vergleichbare Inhalte – und das an beiden Enden der Skala: In den 90ern gab es auch keinen 24-Loop Flufflepuff. Wenn die allgemeine Intensität der Mediennutzung verantwortlich für eine Zunahme von Problemen in der Gesellschaft ist, hilft aber kein Jugendfilter. Da bräuchte es einen Activity-Timer für alle, die ihren Digitalkonsum nicht im Griff haben.
Im übrigen würde ich auch die allgemeine "Anspannung" und "Aggression" respektive deren Zunahme eher als offene Frage behandeln. Die Beispiele sind jedenfalls nicht neu. Mobbing ist seit den 80ern ein Dauerbrenner. "Body Shaming" hieß in den 90ern vielleicht nicht so, aber die Anorexie-Welle war trotzdem da. Eine Unterordnung von Frauen wurde in vielen Haushalten noch vorgelebt und an den Schulen war es normal, dass Mädchen "kein Mathe können". Waffenseitig wurden Butterflys verboten und Baseballschläger gaben einer ganzen Periode ihren Namen. Drogen kamen gefühlt im Monatstakt neue auf den Markt und wurden von den Techno-Clubs bereitwillig angenommen. Man sollte bei solchen Themen sehr vorsichtig sein, was subjektive Eindrucke als Jugendlicher und Erwachsener angeht. Vieles was man damals mit seinem begrenzten Horizont als "Ausnahme" wahrgenommen hat, während man es heute in "ständig" in den Nachrichten verfolgt, zieht sich eigentlich konstant durch. Oder hat sich, wie nahezu alle Kriminalitätsstatistiken pro Einwohner, sogar deutlich verbessert. Das einzige, was sich echt verschlechtert hat, ist die Größe von Autos und die von Werbung respektive die Zwischenräume für mich und für Inhalte, die dazwischen bleiben.
