Mit einer Steinschleuder kann man Fliehkräfte auf einen Stein übertragen. Aber eben nur solange bis man die Schleuder loslässt.
Stell dir Gravitation nicht wie ein Gummiseil vor, sondern wie einen Magneten. Du brauchst keine feste Verbindung, um mit einem Magneten Metall zu beeinflussen. Nur zieht Gravitation an allem, nicht nur an ferromagnetischen Metallen. Bei Gezeiten spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die man so auf der Erde so schnell nicht im kleinen Maßstab nachgestellt bekommt.
Spannend sind in dem Zusammenhang Monde wie Io, die extrem geologisch aktiv sind - aber aller Wahrscheinlichkeit nach nur, weil die Gezeitenkräfte vom Jupiter den Mond durchgehend intern durchrühren. An schwarzen Löchern wird der Effekt so extrem, das Objekte nahe am Ereignishorizont in Stücke gerissen werden.
Für die Relativitätstheorie wird das Beispiel mit der Bowlingkugel auf der Bettdecke benutzt, um Raumzeit zu erklären, dass funktioniert begrenzt auch für Graviation - die Bettdecke hat leider ziemlich hohe Reibung, was das Grundkonzept hinter einem Orbit erschwert, aber gut erklärt, warum niedrige Orbits irgendwann in die Atmosphäre führen.
Ein Satellit ist wie eine Murmel auf der Bettdecke, nur eben ohne die Reibung von der Bettdecke, wenn der Satellit hoch genug unterwegs ist. Er fällt immer, aber wenn er schnell genug ist, kann er nicht zur Bowlingkugel fallen, sondern wird aus der Kuhle wieder herausgedrückt.
Wenn er zu schnell ist, verschwindet er ganz auf mehr oder weniger gerader Linie aus der Kuhle. Das nennt sich dann Escape-Velocity.
Ich würde dir empfehlen, mal Kerbal Space Program zu spielen. Das ist bisher noch das beste Spiel, um Orbitalmechanik zu benutzen und zu erklären, auch wenn es Gezeiten außenvorlässt. Wichtig ist nur, das KSP klare Grenzen für die Einflusssphären von Himmelskörpern setzt. Das ist nicht ganz realistisch. Wenn man richtige Umlaufbahnen am heimischen Rechner berechnen will, gibt es dafür entweder
ein Tool von der NASA oder das leider nicht mehr weiter entwickelte
Children of a Dead Earth - wobei das sich eher als Kampfsimulation in Echtzeit sieht und nicht so präzise wie das NASA-Tool sein dürfte.
Denn in der richtigen Welt drücken alle Massen entsprechende Kuhlen in die Bettdecke, während sie ihre Bahnen ziehen, das ist aber etwas rechenintensiver - daher hat sich SQUAD das damals bei KSP gespart.