"Wie, zu welchem Preis und über welche Entfernungen soll das umgesetzt werden?", das ist die spannende Frage.
Wohin das führen kann, sie man am besten beim 10 GBit Ethernetstandard. Man dachte, dass man dafür zwingend CAT7 Kabel braucht, die Kabel wurden auch vor dem Hintergrund eingeführt. Es gab auch zwei Standards, mit 1m und 15m, Reichweite. Dann haben die Entwickler des 802.3an Standards einfach mal "Hold my Beer" gesagt und ein technisches Wunderwerk entwickelt. Die haben da quasi alles reingestopft, was damals technisch möglich war und ein absolutes Meisterwerk erschaffen. Die Kabel werden von der Netzwerkarte ausgemessen, die Leistung wird in Stufen angepasst. Es wurde alles herausgeholt, was man damals aus den niedrigen Frequenzen rausholen konnte und Fehler werden herausgerechnet, da hat schon die Netzwerkkarte eine aktive Fehlerkorrektur.
Das sorgte dafür, dass die Anforderungen an die Kabel massiv gesunken sind. Statt CAT7 brauchte es nur noch das billigere CAT 6A, wenn man die vollen 100m haben wollte (viele hatten vermutet, dass 100m über Ethernet bei 10 GBit garnicht möglich sind). Mit dem ungeschirmten CAT6 kommt man immerhin noch 55m weit und selbst mit dem uralten CAT5 Kabeln kam man 22m ungeschirmt und 45m geschirmt weit oder auch 45m ungeschirmt, wenn keine Störquelle in der Nähe war. D.h. die meisten Häuser konnten ihre Verkabelung behalten, die schon für das uralte 100MBit Netzwerk eingezogen wurde (wenn man nicht auf Sparverkabelung, mit zwei Adernpaaren, gesetzt hat). Vorallem konnte der uralte RJ45 Stecker weiter verwendet werden, denn hätte man bei Frequenzen über 250MHz (keine IO Frequenzen, sondern reale) gegen etwas neues austauschen müssen. Entweder TERA oder GG45, wobei man sich bei letzteren die Probleme der baldigen Wiederablösung für die Abwärtskompatibilität ins Haus holt
Der Nachteil war, dass dieses technische Wunder seinen Preis hatte. Das ganze ist sehr aufwändig und bei voller Leistung feuert ein einzelner 10GBit Anschluß 2,5W ins Kabel, bei Verlusten von Pi mal Daumen 50% macht das dann 5W pro Anschluß. Deshalb sind 10GBit Netzwerkkarten auch knapp 20 Jahre später relativ teuer (ab 75€), während 100 und 1000MBit Netzwerkkarten nach gut 10 Jahren zur Ramschware mutiert sind.
Ob es das richtige war? Tatsache ist, dass man mit 5GBit und 2,5 GBit sogar zwei Gänge zurückgeschalten und 10GBit Netzwerk einfach herunterskaliert hat. Dafür reicht jetzt auch ungeschirmtes CAT5 Kabel, das (abseits von Deutschland) quasi die gesamte Welt verwendet, 100m weit, bei 5GBit muß man dafür ungeschirmtes CAT6 Kabel verwenden. Auch beim 25 und 40GBit Netzwerk hat man es wohl billiger angehen lassen. Es werden CAT8 Kabel benötigt, wohl inklusive neuer Stecker.
Bei PCIe frage ich mich, wie lange sie da die alten Zöpfe noch mitschleppen wollen. Irgendwann wird der Slot selbst zum Problem. Das Grundprinzip des ganzen stammt ja noch aus den späten 80ern (32Bit IBM Steckplatz, VESA Slot und dann später PCI), da hat keiner an die Hochfrequenzbedürfnisse gut 35 Jahre später gedacht. Ob irgendwann mal ein neues Konzept kommt? Oder gehen sie gleich auf Glasfasern, denn die Faser ist ja seit 50 Jahren die unvermeidliche Zukunft, die bald vor der Tür steht.