AW: Mass Effect 3: Enttäuschter Spieler legt Beschwerde wegen unlauterer Werbeversprechen ein
@ahab: Aber genaus DAS ist es doch, WARUM "sollte" digitale Unterhaltung eben NICHT so "lebensbestimmend" (wie du es sagst) sein?
Es ist doch nur eine andere Form der Unterhaltung oder der Allgemeinheit aller Dinge. Warum sollte man bei digitalen Werten anders richten, als an "realeren" Werten, gerade in der heutigen Gesellschaft, in der digitale Werte die Werte von anderen realen Dingen sogar schon übertreffen!
Siehe bsp.: wenn dein Online banking Konto leer gehackt wird, ist auch dein REALES Geld weg

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Siehe ACTA. Digitale Werte stehen über alles. Und es gibt noch vieles mehr!
Weil man sich nicht von synthetischer Unterhaltung beherrschen lassen, sondern an der richtigen Stelle zurückschalten sollte. Wenn mir in meinem Leben nichts anderes so sehr am Herzen liegt, wie ein Spiel, oder auch Spiele allgemein, dann ist etwas nicht richtig. Das lässt sich auch auf Filme oder Serien übertragen. Hier müssen ja nicht mal digitale Inhalte hinzugezogen werden, wenn man sich auf eine einizge Sache versteift und keine Alternativen sieht, die einen davon ablenken, verarmt man seelisch, psychisch und auch gesellschaftlich. Das ist besonders bei digitalen Medien der Fall, den einsamen World of Warcraft-Spieler, der sein Leben komplett nach seinem Lieblingsspiel ausrichtet muss ich wohl nicht weiter strapazieren. Das lässt sich aber auch auf andere, reale Dinge abbilden: Essen, Sammeltriebe, Drogen und Sport jeder Art - jede einzelne Sache führt zu negativen Auswirkungen, wenn sie zum alleinigen Lebensinhalt mutiert.
Nun bin ich aber nicht so konservativ und vermeintlich old-fashioned, dass ich hier Realbeispiele von Konsum heranziehen muss. Ich bleibe gern bei Spielen und bilde mein persönliches, reales und rationales Handeln gerne mal darauf ab, direkt an einem Beispiel:
Ich liiiiiiebe Half Life und ich kann es kaum erwarten, dass die Reihe fortgesetzt wird. Das ruft eine enorme Erwartungshaltung in mir hervor und birgt das Risiko, enttäuscht zu werden. Nun denke ich aber nicht ultra-rational nach dem Motto: "Es wird bestimmt sch***, so werde ich wenigstens nicht enttäuscht, wenn das wirklich der Fall ist." Nein, es MUSS gut werden!!! Das erwarte ich. Als Fan von Half Life, all seinen Ablegern und auch als Fan von Valve.
Jetzt tritt aber der Worst Case ein: Half Life 3 ist unterste Schublade und zu allem Überfluss das Finale der Spielereihe. Ich werde wütend, es regt mich auf und ich flame das Forum voll. Dann hört es aber binnen kurzer Zeit auf und ich denke an etwas anderes. Ich denke: Ist Valve es wert, nochmal Geld für eines ihrer Spiele zu bezahlen? Sind andere Publisher/Entwickler vielleicht besser? Was gibt es denn sonst noch so für Spiele? Vielleicht fahre ich lieber mal mit dem Rad um den Block oder verreise? Was machen meine Freunde gerade?
Wenn mich etwas enttäuscht, das eigentlich keinen Einfluss auf mein Leben hat, mir aber trotzdem wichtig ist, dann suche ich nach Alternativen und Auswegen. Und verbittere nicht darüber. Das gilt für so ziemlich alles im Leben, was das Risiko einer Enttäuschung in sich birgt und man muss damit umgehen können.
Haha, Edit und Nachtrag: Man kann und DARF Marketing NIEMALS eine solche Erwartungshaltung entgegenbringen, dass ich deren Versprechen im Nachhinein zitieren kann um eine Art Garantie dafür zu formulieren und in Anspruch zu nehmen! Und das erst recht nicht für Spiele und Filme oder sonstiges Unterhaltungsprogramm! Das ist nämlich zusätzlich noch subjektiv belastet!
Ich kann meine Erwartungshaltung doch nicht an Marketingversprechen definieren!