Emergenz (
lateinisch emergere „Auftauchen“, „Herauskommen“, „Emporsteigen“) bezeichnet die Möglichkeit der Herausbildung von neuen Eigenschaften (
Systemeigenschaften) oder Strukturen eines
Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente.
Dabei lassen sich die emergenten Eigenschaften des Systems nicht – oder jedenfalls nicht offensichtlich – auf Eigenschaften der Elemente zurückführen, die diese isoliert aufweisen. So wird in der
Philosophie des Geistes von einigen Philosophen die Meinung vertreten, dass das
Bewusstsein eine emergente Eigenschaft des
Gehirns sei. Emergente Phänomene werden jedoch auch in der Physik, Chemie, Biologie, Mathematik, Psychologie oder Soziologie beschrieben. Synonyme sind
Übersummativität und
Fulguration. Analog zur Emergenz spricht man bei der Eliminierung von Eigenschaften von
Submergenz.
Überlegungen zur Emergenz stammen vor allem aus den Diskussionen zur
Systemtheorie und werden sowohl in den
Naturwissenschaften als auch in der
Philosophie und den
Sozialwissenschaften verfolgt. Wie die Systemtheorie vertritt der Emergenzbegriff einen umfassenden Erklärungsanspruch, der emergente
Selbstorganisation als durchgängiges Prinzip der materiellen Welt und der Welt des Geistes versteht. Das Phänomen der emergenten Selbstorganisation wird als
Autopoiesis bezeichnet.