Klar hätte Israel mit Spezialoperationen die Hamas Leute gezielt herausholen oder töten können.
Aber ich hab leider keine Ahnung, ob es solche Überlegungen gab und wieso die dann fallen gelassen wurden.
Aber Israel das gezielte Töten von Zivilisten zu unterstellen, halte ich für Unsinn.
Und deshalb ist ein Genozid auch Unsinn.
Höchstrangige Mitglieder der israelischen Regierung haben sich dafür ausgesprochen, sämtliche Palästinenser aus Gaza zu vertreiben.
Höchstrangige Mitglieder der israelischen Regierung haben Palästinenser mit Tieren gleichsetzt oder ihnen in anderer Form sämtliche Grundrechte abgesprochen.
Höchstrangige Mitglieder der israelischen Regierung und des israelischen Militärs haben Angriffe mit hohen zwei- bis dreistelligen zivilen Opferzahlen gutgeheißen. X-Fach.
Höchstrangige Mitglieder der israelischen Regierung haben ein Abkommen abgelehnt, dass die Freiheit der Geiseln gebracht hätte, aber auch ein Ende des Tötens von Palästinensern erforderte.
Ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, dass die israelischen Verantwortlichen dem Überleben von Palästinensern irgend eine Bedeutung beimessen. Aber es gibt sehr viele Hinweise darauf, dass Lebensgefahr für respektive Tod von palästinensischen Zivilsten für einen Teil der Entscheidungsträger zwar ggf. nicht das primäre Ziel, so doch ein willkommener Bonus der Kampfhandlungen ist.
Daraus ergibt sich dann auch direkt der Grund, warum man sich für flächendeckende Zerstörung anstelle präziser Schläge gegen Verantwortliche entschieden hat: Weil man flächendeckende Zerstörung wollte.
Ja, Gaza durfte 2006 frei wählen und hat sich entschieden, Terroristen zu wählen, die kein Interesse an einem Frieden haben und denen die eigene Bevölkerung egal ist.
Als jemand, der in einem Land lebst, dass 1932 frei gegen jüdisches Leben gewählt hat, kann ich so eine Argumentation nicht gut heißen. Habe keine Lust mit einer Atombombe vor meiner Haustür aufzuwachen wegen Leuten, die denken wie du.
Ja und Israel hat seit und mit Netanjahu eigentlich immer zu Gunsten der radikalen Siedler gewählt, die auch nicht nennenswertes Interesse an Deeskalation an den Tag gelegt haben, bzw. auch immer wieder zündeln.
Beide bekommen halt letztendlich das was sie mit ihrer Wahl verdienen und eigentlich wünschen.
Nein. Zu einem erheblichen Teil bekommen andere das, was sich einige gewünscht haben.
Netanjahus Regierung hat von 44% der Wählenden keine Stimmen bekommen und von 60% der Wahlberechtigten. In Gaza kann man über die Zustimmungsquoten nur spekulieren, aber 2006 waren
52% gegen die Hamas. (Was sich übrigens, entgegen der gängigen Darstellung,
nicht übermäßig stark vom Westjordanland abhebt. Mit Ausnahme von Jenin hat die Hamas alle Bezirke mit größerer Bevölkerung gewonnen.) In Anbetracht dessen, das
laut Umfragen 80% respektive 75% der Wähler ein Friedensabkommen mit Israel und eine Änderung der Israelpolitik der Hamas wollten und dieser Verein umgekehrt in erster Linie für Korroputionsbekämpfung (78%) und Sicherheit (68%) gegegenüber der Fatah bevorzug wurde, kann aber wohl getrost von einer gesunkenen Zustimmung ausgehen. Denn nichts davon hat die Hamas gemacht, sondern stattdessen ein Unterdrückungsregime eingerichtet. (Anzumerken wäre an der Stelle, dass die gemäßigteren Hamas-Politiker, von denen die gewünschte Politik eher zu erwarten wäre, wohl alle aus dem Westjordanland stammten. Ein paar Monate nach der Wahl haben Kräfte aus Gaza aber einen israelischen Soldaten gekidnapt. Laut Wiki hat Israel als Reaktion darauf letztlich gut 45% aller im Westjordanland gewählten Abgeordneten verhaftet. Die Logik dahinter mag sich jeder selbst zurechtlegen. Aber ich würde mal annehmen, dass die Mehrheit der Hamas-Politiker, die gewählt wurde, ihr Amt nie hat ausüben können. Stattdessen hat Israel selektiv die Hamas-Hardliner in der Politik belassen und was die dann gemacht haben, ist Geschichte.)