Die Hamas wird aber nie die Kontrolle über die Melderegister bekommen und daher ist das Unsinn, was du erzählst.
Die realistische Perspektive ist, dass die Hamas nie die Kontrolle über israelisches Kernland bekommen wird und somit ist deine Aussage, dass dort lebende israelische Palästinenser durch die Hamas vernichtet werden sollen, komplett realitätsfern und nur für hypothetische Diskussionen von belang. Wenn derartige Diskussionen als "Unsinn" empfindest, dann solltest du, mit Verlaub, nicht so blöd sein, welche zu starten. Und schon gar nicht solltest du Leute, die auf DEINE Aussagen korrekt und passend antworten, beleidigen, weil dir DEINE EIGENEN Szenarien auf einmal nicht mehr gefallen.
Da musste ich schmunzeln, so traurig das ist.
Die ganze arabischen Welt hat gegen den IS gekämpft. Wo denn?
Die Kurden haben gegen den IS gekämpft und die Türkei hat zugeguckt, weil endlich mal ein anderer die Kurden angreift.
Assad fand es auch super, denn so war die Opposition mit dem IS beschäftigt.
Assad hat, im Gegensatz zu deiner und Dons Behauptungen, sehr wohl gegen den IS gekämpft. Nicht mit der gleichen Priorität wie gegen andere Gruppen, klar, denn der IS hatte seinen Fokus auf Nordsyrien/Kurdistan und das hat bei Assad so niedrige Priorität, dass er bis heute keine großen Rückeroberungsversuche gestartet hat, aber in Zentralsyrien wurden auch IS-Stellungen von der syrischen Luftwaffe bombardiert und dass die ehemals vom IS besetzten Gebiete heute nicht alle in der Hand von Assad-Gegnern ist, sollte auch aufgefallen sein. An diversen anderen Kämpfen in Syrien war auch Militär aus nahezu allen anderen arabischen Staaten beteiligt - VAR, SA, Bahrein, Jordanien, Katar.
Es gab sogar Schlachten, da waren alle zugleich beteiligt. Nur Jemen und Oman afaik nicht, aber die haben halt auch praktisch keine Möglichkeiten. Nahezu jedes dieser Länder plus Ägypten hat auch IS-Ableger im eigenen Land bekämpft, die Iraker sowieso und selbst die Taliban machen das bis heute.
Letztere sind dann auch ein Musterbeispiel dafür, dass bei weitem nicht alle gegen den IS Kämpfenden auch nette Menschen waren. Aber die Dons Behauptung war ja, "die arabische Welt" hätte den Taten des IS teilsnahmslos zugeschaut und das ist schlichtweg sowas von falsch, dass es an Volksverhetzung grenzt. Die absolute Mehrheit der arabischen Welt war, aus verschiedenen Gründen und perspektiven, gegen den IS und z.B. weite Teile des muslimischen Afrikas leiden bis heute (vom Westen weitestgehend ignoriert weil sind ja bloß Afrikaner) massiv unter dem anhaltenden Terror.
Saudi Arabien, Iran? Kann mich nicht daran erinnern, dass deren Soldaten im Irak oder so gegen den IS gekämpft haben.
SA: Siehe Link oben, muss an deinem Gedächtnis liegen, dass dir die Einsätze der saudischen Luftwaffe nicht mehr bekannt sind. (Bodentruppen hatten sie afaik keine in Syrien, das wäre ja auch ein Angriff gegen Syrien gewesen.) Der Iran wiederum war tatsächlich nicht anwesend, aber ist ja nun auch nicht Mitglied, sondern Gegenpol der arabischen Welt. Bekanntermaßen mögen es gerade die Iraker auch wirklich nicht, wenn iranische Soldaten auf der falschen Seite der Grenze auftauchen, also hat der Iran nur IS-Ableger auf eigenem Grund und Boden bekämpft.
Aber nicht einmal die Mullahs sind Fans, sondern ebenfalls Feinde des IS. Genau wie alle anderen staatlichen Akteure, die heute Israel kritisieren - der IS hatte nie offene Unterstützung durch andere Staaten, immer nur durch Privatleute, im Gegensatz zur Hamas. Die beiden Vereine sind einfach kaum vergleichbar, auch aus arabischer Sicht nicht.
Weil in Israel, wie auch in den meisten anderen Staaten der Region, in dem Bereich bis heute das aus tiefster osmanischer Herrschaftszeit stammende millet-System gilt, welches selbst zur Zeit der britischen Besatzung nicht angefasst wurde.
Israel hat, im Gegensatz zu den Briten, afaik keine Regeln aus osmanischer Zeit übernommen. Die israelische Verfassung und Gesetze wurden neu formuliert und auch nicht mehrheitlich von Leuten, die seit osmanischen Zeiten in der Gegend gelebt hätten. Mag sein, dass die Systeme ähnlich funktionieren (kann ich mangels Kenntniss nicht beurteilen), aber das liegt nicht daran, dass Israel sich an die Tradition der Region hält, sondern dass Israel selbst staatlich-religiöse Vorschriften fürs Privatleben für richtig hält.
Das ist als System nicht mal so veraltet, da selbst das deutsche Recht so ein ähnliches Prinzip übernommen hat. So kenne ich einen Fall, wo ein Iraner mit zwei Frauen (nach iranischem Recht) verheiratet ist, und das auch nach deutschem Recht gültig war, weil man das Herkunftsrecht anerkannte.
Die Anerkennung ausländischer Ehen durch Deutschland hat nichts mit dem Eherecht in Deutschland zu tun. Abgesehen von der erst seit wenigen Jahren deutlich zurückgefahren Anerkennung von Ehen zwischen Minderjährigen, erkennt Deutschland fast alle ausländischen Ehen an (und so machen das umgekehrt auch die meisten anderen Staaten), auch wenn diese in Deutschland so nicht geschlossen werden könnten/verboten sind. Das ist letztlich ein Kompromiss zwischen verschiedenen schützenswerten Rechten der Einzelnen: Würden die Ehen nicht anerkannt, könnten nicht-Ehepartner beispielsweise nicht zu gegenseitigem Unterhalt verpflichtet werden, könnten z.B. in Flüchtlingsunterkünften nicht zusammen untergebracht werden, hätten kein Recht auf Familiennachzug, etc.. Das wäre für viele betroffene Menschen sehr schädlich, während die Akzeptanz einer Ehe, die nicht im Interesse aller Eheleute ist und die deswegen in Deutschland verboten wäre, nur ein geringes Schadenspotential hat, denn man kann sich hier ja leicht scheiden lassen.
Beim 1. Punkt gehe ich voll mit, dass es Quatsch ist alle Juden für Israels Politik verantwortlich zu machen. Das ist unlogisch und wäre einfach nur Sippenhaft. Jedoch wieder Israel "als jüdisches Kollektiv" anzusehen, wie es in der zweiten Quelle angegeben wird, halte ich für gefährlich. Denn eigentlich widerspricht sich das auch mit der vorherigen Definition und öffnet ein Tor dafür, dass Kritik an Israel als eine Kritik an das jüdische Kollektiv angesehen und somit als Antisemitisch bewertet werden kann.
Es ist schon korrekt, Israel als jüdisches Kollektiv zu betrachten. Die Bevölkerung des Staates ist mehrheitlich jüdisch, die Verfassung des Staates ist jüdisch, etc.. Das gibt es wenig dran rumzudeuteln, es steht ja selbst auf der Nationalflagge, dass Israel jüdisch ist.
Die Frage ist nur, was das bezüglich Kritik an Israel (oder auch Kritik an irgendwas anderem jüdischen) bedeutet, wenn man die IHRS ""Definition"" anwendet? Die ist nämlich maximal interpretierbar bis missverständlich geschrieben und kann und wird daher wunderbar als Antisemitismuskeule benutzt. Ist es Antisemitismus, wenn ich meinen jüdischen Nachbarn zusammenscheiße, weil er mich eingeparkt hat? Wenn man die erste Zeile ließt als "innere Einstellung, die, wenn man sie zum Ausdruck bringt, sich als Judenhass äußert" bestimmt nicht. Man hasst in dem Moment ja nicht das jüdische an ihm, sondern seine Eigenschaften als Autofahrer. Gemäß dieser Lesart ist der erste Satz der Antisemitismusdefinition also nicht erfüllt.
Wenn man die ersten beiden Halbsätze aber getrennt betrachtet, und genau so wird die IHRS-Definition mit unschöner Regelmäßigkeit angewandt, dann stehen da eine nicht näher definierte innere Einstellung und eine komplett optionale "kann"-Klausel zum äußeren Verhalten. Beides keine belastbaren Kritierien, die einen vom Antisemitismus freisprechen könnten. Es bleibt nur "in Wort oder Tat gegen jüdische Personen ...". Gemäß dieser Lesart ist jeder Antisemit, der einen Falschparker jüdischen Glaubens anzeigt, also etwas gegen diesen tut, und auch jeder, der sein Wort gegen Kriegsverbrechen Israels erhebt. Und genau diese Lesart pflegen deutsche Leitmedien und führende deutsche Politiker.
Und ich glaube, ich habe sie auch schon aus dem IHRS-Umfeld selbst gehört. Es handelt sich also nicht um einen Missbrauch der Definition. Sonst hätte man diese vermutlich auch schon längst gefixed - ein simples "which ONLY may be expressed as hatred" oder "which, when expressed, shows as hatred" würde genügen und schon wäre es eine Definition, die nur Judenhasser als Antisemiten einsortiert. Aber nicht einmal für die von der Groko und iirc auch vom Bundestag verabschiedete, deutsche Fassung, hat man eine eindeutige Formulierung gewählt, sondern die Keule griffbereit gelegt.