Israel - Konflikt aktuell & allgemein

Nicht Gaza, da ist Israel 2004 (?) inkl. Siedler raus. Und genau dort konnte sich Hamas dann etablieren.
Und die Okkupation war eine Reaktion auf Agression. Legitimität kann man daraus nicht ableiten, aber Kausalität scheint dir ja wichtig zu sein.
Das wird er nicht meinen, das weiss er und darüber kann es ja nirgendwo einen Dissens geben, ich glaube er meint Israel befindet sich dort unrechtmäßig seit 1948.
Blendet dabei nur aus, das es nie einen palästinensischen Staat gab, das war bis 1920 Osmanisches Reich und dann britisches Mandatsgebiet.
Die Zweistaaten Lösung der Uno von 1948 wurde von den Palästinensern abgelehnt nachdem sie schon den Krieg gegen die jüdische Bevölkerung verloren hatten.
Er sollte halt nur wissen dass das Existenzrecht Israels in DE praktisch einen verfassungsmäßigen Rang hat, wer das Existenzrecht Israels leugnet macht siich hier in DE strafbar.
 
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Nicht Gaza, da ist Israel 2004 (?) inkl. Siedler raus. Und genau dort konnte sich Hamas dann etablieren.
Das gesamte Land. Nicht nur Teile. Es gab kein Israel vor 1948. Dafür jedoch Palästinenser, die dort lebten.
Und die Okkupation war eine Reaktion auf Agression.
Welche Aggression? Der Holocaust? Palästinenser müssen also ausbaden, was ihr Deutschen an euren Juden verbrochen habt.
Legitimität kann man daraus nicht ableiten, aber Kausalität scheint dir ja wichtig zu sein.
Ja, aber du ignorierst hier auffallend viel in deiner selektiven Kausalität. Daher nochmal: Europäische Zionisten sind dort in den 40ern massenhaft hingesiedelt, und haben über Jahrzehnte hinweg immer mehr weggenommen bzw. eine riesige Mauer aufgestellt und einen Apartheids Staat geschaffen, der Menschenrechte schon seit langem mit Füßen tritt, während die ganze Welt es ignoriert.
Das die Eskalationsstufen der Hamas in dem Kontext zu verstehen sind, wird gerne ignoriert, da es nicht passt zum "Israel = Good Guy vs. Palestine = Terrorist"-Narrativ.

Es gilt einfach nur Hamas ist abgrundtief böse und neuerdings sogar Tiere, die man alle vernichten soll.

Aber das Israel eine Politik der Eskalation seit Jahrzehnten verfolgt ist dabei wohl nicht so wichtig.
 
Damit erübrigt sich wohl jegliche Diskussion!
Zeigt aber offensichtlich wie in einem (größeren) Teil seiner Community gedacht wird und das von Jemanden der sich bis jetzt eigentlich ganz vernünftig zum Interkulturellenaustausch geäußert hat.
Hier gibt es halt Rote Linien und zeigt deutlich auf, dass das was wir die letzten Tage und Wochen auf der Straße von Muslimen gesehen und erlebt haben, ernstzunehmen ist.
 
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hahahah danke für den Lacher am Abend. Bei dem ganzen subtilen antimuslimischen Bullshit der von eurer Seite kommt, seit ihr vielmehr AfD & Co. als ich jemals sein kann.
Geht es dir eigentlichen noch um die Menschen im Gazastreifen und Israel, oder ist es einfach nur noch die Verteidigung muslimischer Glaubensanhänger?
 
Bei dem ganzen subtilen antimuslimischen Bullshit der von eurer Seite kommt, seit ihr vielmehr AfD & Co. als ich jemals sein kann.
Am 7. Oktober hatte sich gezeigt wer antimuslimisch und anti-arabisch ist. Denn unter den vielen Toten auf Seiten Israels waren eben nunmal auch arabaische Israelis, die von der Hamas und Konsorten auf den Feldern, in den Ortschaften oder auf dem Festival, auf dem sie einen Job nachgingen, ermordert, vergewaltigt oder verschleppt wurden. Es half ihnen nichts, dass sie Araber waren. Es half ihnen nichts, dass sie Muslime waren. Den Mordbrennern aus Gaza war das egal.
 
Am 7. Oktober hatte sich gezeigt wer antimuslimisch ist. Denn unter den vielen Toten auf Seiten Israels waren eben nunmal auch arabaische Israelis, die von der Hamas und Konsorten auf den Feldern, in den Ortschaften oder auf dem Festival, auf dem sie einen Job nachgingen, ermordert, vergewaltigt oder verschleppt wurden. Es half ihnen nichts, dass sie Araber waren. Es half ihnen nichts, dass sie Muslime. Den Mordbrennern aus Gaza war das egal.
Und ich habe mehrmals gesagt, dass die Hamas ein Übel sind, welches nur schadet. Ich bin dafür, dass friedliche Palästinenser zu Wort kommen und die Politik dort gestalten, aber das, was jetzt Israel im Gazastreifen macht, ist militärischer Terror für sich und das muss ganz klar kritisiert werden können, ohne, dass wieder alle hier "Aber Hamas..." rufen. Verdammt nochmal, wieso ist das so schwer zu verstehen eigentlich.
 
Das merkt er nicht!
Er merkt vorallem auch nicht, dass auch Israel ein Land der Flüchtlinge ist. Denn mit seiner Staatsgründung ging in sämtlichen Ländern des Nahen Ostens die Vertreibung und Verfolgung der dort ansässigen Juden los. Obwohl diese selbst vielleicht nichtmal etwas mit Israel am Hut hatten.
 
Siehst du, genau das meine ich.
Mir ist scheiss egal ob das Muslime, Christen, Juden oder was auch immer sind.
Schön, deine Frage unterstellte jedoch mir, dass mir das nicht egal sei. Entweder kommunizieren wir hier ehrlich miteinander, oder ihr unterstellt mir hier weiter irgendwelche fragwürdigen Absichten, oder sonstige Unterstellungen a la AfD, Erdogan-Anhänger, Pallywood-Idiot usw.

Wat is dat hier für eine Diskussionsetikette eigentlich mittlerweile, und das auch noch von alteingesessenen Usern.
Er merkt vorallem auch nicht, dass auch Israel ein Land der Flüchtlinge ist.
Flüchtlinge, die dann eine riesige Mauer bauten, eine 2 Klassen Gesellschaft gründeten und weiterhin die autochtone Bevölkerung durch Besiedelung verdrängen. Als wäre "Flüchtling" an der Stelle ein Qualitätsmerkmal, welches Narrenfreiheit erhält. An anderer Stelle wird aber über Flüchtlinge in Deutschland hart gemeckert. Will mal echt die Deutschen sehen, wie sie sich verhalten würden, wenn hier mal israelisch-palästinensische Verhältnisse herrschen würden.
 
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Er merkt vorallem auch nicht, dass auch Israel ein Land der Flüchtlinge ist. Denn mit seiner Staatsgründung ging in sämtlichen Ländern des Nahen Ostens die Vertreibung und Verfolgung der dort ansässigen Juden los. Obwohl diese selbst vielleicht nichtmal etwas mit Israel am Hut hatten.

Damit ging es mehr oder minder los!


Zitat:
Jedoch intervenierte er noch erfolgreich gegen die von der türkischen Regierung unter dem Statthalter Cemal Pascha geplante Deportation der von den Jungtürken nach der Balfour-Deklaration als innere Gefahr eingeschätzten Juden aus Palästina, die vermutlich nach dem Muster des Völkermordes an den Armeniern und ihren Todesmärschen in die Wüste hätte ablaufen sollen, und untersagte in seinem Bereich Kollektivstrafen. Falkenhayn telegrafierte an Johann Heinrich von Bernstorff, den deutschen Botschafter in Konstantinopel, dass aufgetretene Spionagefälle nichts mit der jüdischen Bevölkerung in ihrer Gesamtheit zu tun hätten: „Ich halte jüdisches Vorgehen für Taten einer ganz kleinen extremen Partei […]; Masse Judentum hat nichts damit zu tun.“[55][56] Bernstorff übte auf Innenminister Talât Pascha entsprechenden Druck aus, dem dieser nachgab. Die Juden wurden verschont.

Dann Zufluchtsort in den 1930er Jahren von europäischen Juden vor den Nazis:

Dann die von dir angesprochene Vertreibung:

All das wird einmal völlig ausgeblendet, plus die Hundertausenden von jüdischen Siedler die in Palästina lebten und einwanderten seit 1850-1920 und das es nie einen palästinensischen Staat gab, wie schon geschrieben.
Und ich habe mehrmals gesagt, dass die Hamas ein Übel sind, welches nur schadet. Ich bin dafür, dass friedliche Palästinenser zu Wort kommen und die Politik dort gestalten, aber das, was jetzt Israel im Gazastreifen macht, ist militärischer Terror für sich und das muss ganz klar kritisiert werden können, ohne, dass wieder alle hier "Aber Hamas..." rufen. Verdammt nochmal, wieso ist das so schwer zu verstehen eigentlich.
Weil du anscheinend nicht begreifen willst oder kannst das der 07.10.2023 kein "normaler" Terroranschalg war.
So lange du nicht die Dimension und Auswirkungen auf den israelischen Staat und seine Bevölkerung/Gesellschaft begreifst, was offensichtlich nicht möglich ist, weil du dem Staat und seiner jüdischen Bevölkerung das Existenzrecht absprichst, kannst du auch nicht die Gegenmaßnahmen einordnen..
Der Anschlag war von der Dimension für Israel wesentlich größer, als 9/11 für die USA und hätte in unzähligen Staaten auch europäischen zu ähnlichen oder gleichen Reaktionen geführt, wie wir sie jetzt im Gazastreifen erleben.
Da beisst die Maus keinen Faden ab!
Flüchtlinge, die dann eine riesige Mauer bauten, eine 2 Klassen Gesellschaft gründeten und weiterhin die autochtone Bevölkerung durch Besiedelung verdrängen. Als wäre "Flüchtling" an der Stelle ein Qualitätsmerkmal, welches Narrenfreiheit erhält. An anderer Stelle wird aber über Flüchtlinge in Deutschland hart gemeckert. Will mal echt die Deutschen sehen, wie sie sich verhalten würden, wenn hier mal israelisch-palästinensische Verhältnisse herrschen würden.
Und was hat die autochtone Bevölkerung von 1948 bis heute gemacht?
Jeglichen Kompromiss, selbst die Zweistaaten Lösung mehrmals abgelehnt, mehrere Kriege zusammen mit arabischen Verbündeten geführt und danach Terror, Intefadas und weitere Kriege geführt.
Wo waren denn
Ich bin dafür, dass friedliche Palästinenser zu Wort kommen und die Politik dort gestalten,
diese friedlichen Palästinenser die letzten 70-75 Jahre, kannst du für sie Quellen bringen und wann sie für das Palästinensische Volk verhandelt haben?
 
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Es gilt einfach nur Hamas ist abgrundtief böse
Uneingeschränkte Zustimmung! Für den Weg der Hamas, des IS, der SS und sonstiger Terrorbanden entscheidet man sich bewusst und muss dann damit klarkommen, dass man gehasst wird, wenn man mordend und vergewaltigend durch die Lande zieht. Als Israeli oder Palästinenser wird man geboren, da hat man nicht die Wahl.

Europäische Zionisten sind dort in den 40ern massenhaft hingesiedelt, und haben über Jahrzehnte hinweg immer mehr weggenommen bzw. eine riesige Mauer aufgestellt und einen Apartheids Staat geschaffen,
Zionisten sind dort nicht erst in den 40er hingeflohen, sondern siedelten sich schon in den Jahrzehnten zuvor dort an. Zudem gab es bereits vor diesen Siedlern schon alteingesessene jüdische Siedlungen. Somit ist ein jüdischer Bevölkerungsanteil in der Region gegeben gewesen.
Israel ist kein Apartheidstaat, alle Bürger sind rechtlich gleichgestellt, selbst in der IDF dienen z.B. arabische-palästinensische Soldaten freiwillig. Es gibt natürlich auch Probleme, etwa mit den Befreiung vom Militärdienst und der Alimentierung orthodoxer Juden, aber das ist auch in Israel umstritten und wird dort auf demokratischen Wege ausgehandelt. Solange Israel ein Rechtsstaat bleibt, mache ich mir diesbezüglich wenig Sorgen.
In den gem. Völkerrecht besetzten Gebieten kann man allerdings durchaus entsprechende Beobachtungen machen, etwa dass es unterschiedliche gerichtliche Zuständigkeiten für Israelis und Palästinenser in diesem Gebiet gibt. Darauf bezog sich meines Wissens auch AI.
Die Mauer hingegen hat bis zum 07.20.2023 ihre Funktion ziemlich gut erfüllt und Terrorraids unterbunden. Gleichwohl hat man das Leben der Palästinenser dadurch natürlich stark eingeschränkt.

Flüchtlinge, die dann eine riesige Mauer bauten, eine 2 Klassen Gesellschaft gründeten und weiterhin die autochtone Bevölkerung durch Besiedelung verdrängen.
Nachdem ein nicht unerheblicher Teil dieser autochonen Bevölkerung und ihre Verbündeten angekündigt haben, alle Juden ins Meer zu treiben...

Welche Aggression? Der Holocaust? Palästinenser müssen also ausbaden, was ihr Deutschen an euren Juden verbrochen habt.
Erstmal haben "wir Deutschen" natürlich nicht nur "unsere Juden" vernichtet, sonder als ordentliche Herrenmenschen alle Juden vernichten wollen, so wie es ja auch die Hamas in ihre Gründungsakte übernommen hat. Und natürlich ist die Agression gegen den 1948 gegründeten Staat Israel gemeint, in deren Folge Israel wiederholt Gebiete außerhalb seines Staatsgebiets besetzte und völkerrechtswidrig teilweise besiedelte. Wie du erwähnt hast, es gibt kein schwarz-weiß, aber auf beiden Seiten gibt es Akteure, die eindeutig als "böse" anzusprechen sind, darunter die Hamas und radikale, gewaltbereite Siedler. Du aber erweckst mit deinen Postings den Eindruck, dass alles, was Israel macht, aus reiner Böswilligkeit geschieht und indirekt stellst du durch deine Darstellung des israelischen Staates als reiner Okkupant dessen Legitimität in Frage.
 
Das gesamte Land. Nicht nur Teile. Es gab kein Israel vor 1948. Dafür jedoch Palästinenser, die dort lebten.
Also lebte vor 1948 kein einziger Jude dort?
Man hat alle Juden der Welt zusammen gekarrt und sie dort abgeladen?
Die Palästinenser hätten doch auch ihren Staat haben können, wieso haben sie nicht?
Welche Aggression? Der Holocaust? Palästinenser müssen also ausbaden, was ihr Deutschen an euren Juden verbrochen habt.
Wieso unsere Juden?
Denkst du, dass nur deutsche Juden im Holocaust ums Leben gekommen sind?
Es gilt einfach nur Hamas ist abgrundtief böse und neuerdings sogar Tiere, die man alle vernichten soll.
Das Ziel der Hamas kennst du?

Eine Hamas kann nur existieren aufgrund einer diskriminierenden und menschenverachtenden Politik seitens Israels.
Das ist schlicht falsch. Die Hamas will Israel auslöschen. also nicht nur die Juden, sondern auch arabische Israelis.
Selbst wenn Israel jetzt alles laufen lässt, alle Siedlungen abbaut und sich aus allen eroberten Gebieten zurück zieht, wird die Hamas weiterhin Israel mit Raketen beschießen und Zivilisten töten.
Mit der Hamas ist kein Frieden möglich und ich habe keine Ahnung, wie viele Palästinenser schon durch die Hamas ums Leben gekommen sind.
2006 waren dort Wahlen. Die Hamas und die Fatah sollten gemeinsam die Regierung stellen. 2007 hat die Hamas die Fatah militärisch angegriffen und aus Gaza vertrieben. Seit dem herrschen die dort.
Was passiert, wenn eine Terrorgruppe ein Gebiet beherrscht, kann man an anderen Ländern, wo das auch der fall ist, sehen.
wie viele Freiheiten hat die Bevölkerung noch?
Bei wem beschwere ich mich, wenn die Hamas einen Raketenwerfer neben meinem Haus stellt und ich dadurch zur Zielscheibe werde?
 
diese friedlichen Palästinenser die letzten 70-75 Jahre, kannst du für sie Quellen bringen und wann sie für das Palästinensische Volk verhandelt haben?
Arafat hatte da m.E. schon am Ende seines Weges die richtige Richtung eingeschlagen. Leider konnte er auf palästinensischer Seite keinen starken Nachfolger aufbauen und auf israelischer Seite übernahm nach der Ermordung Rabins Netanjahu das Ruder. Heute sitzen in seinem Kabinett Parteien, die den Mörder Rabins als Helden verehren.
Es gilt einfach nur Hamas ist abgrundtief böse und neuerdings sogar Tiere, die man alle vernichten soll.
Kurze Anmerkung, da das Zitat mit den Tieren überall die Runde macht. Die korrekte Übersetzung ist wohl nicht "Tiere" sondern "Bestien" - und damit wäre das Wort den Taten angemessen gewählt...
 
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Arafat hatte da m.E. schon am Ende seines Weges die richtige Richtung eingeschlagen. Leider konnte er auf palästinensischer Seite keinen starken Nachfolger aufbauen und auf israelischer Seite übernahm nach der Ermordung Rabins Netanjahu das Ruder. Heute sitzen in seinem Kabinett Parteien, die den Mörder Rabins als Helden verehren.
Tut mir leid, sehe ich anders.
Das hier war sein größter Fehler und damit gab er auch das Ruder aus der Hand.
Er hat damit Netanjahu und den Hardlinern voll in die Karten gespielt, statt bei seiner vorherigen Linie zu bleiben und die nächsten Wahlen abzuwarten, hat er sich auf richtigen Terror mit radikalen Terroristen eingelassen!
 
Tut mir leid, sehe ich anders.
Das hier war sein größter Fehler und damit gab er auch das Ruder aus der Hand.
Kann man so sehen. Aber im Ansatz war Arafats Weg bis zum Scheitern von Oslo wichtig und richtig. Und deine Frage zielte ja darauf ab, wer in den letzten 75 Jahren im Sinne der Palästinenser verhandelt hat. Das "friedlich" unterschlage ich in Anbetracht von Arafats Vita mal lieber. Aber immerhin hat er versucht, einen friedlicheren Ausweg zu finden.
 
Kann man so sehen. Aber im Ansatz war Arafats Weg bis zum Scheitern von Oslo wichtig und richtig. Und deine Frage zielte ja darauf ab, wer in den letzten 75 Jahren im Sinne der Palästinenser verhandelt hat. Das "friedlich" unterschlage ich in Anbetracht von Arafats Vita mal lieber. Aber immerhin hat er versucht, einen friedlicheren Ausweg zu finden.
Da kann ich mitgehen, aber er hat sich ja auch mit der zweiten Intifada international fast komplett isoliert und damit den Radkalen in Israel voll in die Hände gespielt. Damit hatte die internationale Politik und Diplomatie keinen palästinensischen Ansprechpartner mehr, auch um Druck auf die damaligen/heutigen Radikalen in Israel auszuüben.
Die konnten sagen, schaut hin, alles Terroristen!
War verdammt blöde!
 
Naja, es ist ja nicht so, als ob in Europa und auch den USA nicht auch viel Kritik geäußert würde.
Sooo bedingungslos ist die Unterstützung keinesfalls.

Einige EU-Länder üben Kritik. Andere bekunden regelmäßig und mit voller Inbrunst die uneingeschränkte Solidarität mit Israel, bezeichnen jeden, der etwas gegen israelische Politik sagt, als Antisemiten und erklären die bedingungslose Verteidigung Israels zur Staatsräson, an deren Befürwortung sogar grundlegende Menschenrechte gekoppelt werden sollen.


Die Israelis können nicht mit ein paar Spezialkommandos in einer unübersichtlichen Gemengelage in einem sehr dicht bevölkerten, untertunnelten urbanen Gebiet "mal eben" ein paar Terroristen, die sich im Übrigen kaum von der Zivilbevölkerung trennen lassen, herausoperieren. Das ist doch total naiv und unrealistisch.

Israel behauptet sehr wohl, die Position einzelner Terroristen mitten in Gaza präzise feststellen und zielgerichtet angreifen zu können. Wer das kann, der kann auch zielgerichtet "herausoperieren" - schließlich setzen alle Waffen der Hamas voraus, dass sich jemand ungeschützt unter freien Himmel begibt, man muss nur warten. Israel kann nicht aus palästinensischen Kellern heraus angegriffen werden und nur bei einem direkten Angriff wäre akute Selbstverteidigung gerechtfertigt. Sonst gilt es, die Verhältnismäßigkeit zu achten und dutzende zivile Opfer zur Tötung von jemandem, dem man vorwirft, er könnte irgendwann in Zukunft mal angreifen, ist nicht verhältnismäßig.

Aber Israel hat offensichtlich überhaupt kein Interesse, Opfer zu vermeiden oder Verhältnisse zu wahren. Hier mal zum Vergleich:
So sieht es aus, wenn die USA einen Terrororistenanführer töten.
So sieht es aus, wenn Israel einen Terroristenanführer tötet.
Ich brauch wohl nicht daran zu erinnern, dass die IDF sich praktisch aus dem gesamten nicht-nuklearen US-Arsenal die Waffe aussuchen kann, welche sie gerade als "angemessen" erachtet, wenn sie nicht direkt eine passende Eigenproduktion haben.

Was die Sache dabei noch ernster macht: Israel legt zur Vernichtung der GESAMTEN Hamas Häuserblöcke in Schutt und Asche, nicht nur wenn es um die Bekämpfung der militärischen Kassam-Brigaden geht. Bei der Zivilverwaltung des Gaza-Streifens ist es aber nun einmal nicht vermeidbar, dass die sich in zivilem Umfeld aufhält, denn die ist eben zivil. (Beim militärischen Arm muss man allerdings auch ganz klar sagen, dass die ihre Basen selbst dann nicht 5 km außerhalb von Städten errichten könnten, selbst wenn sie es wollten.)
Hier zum Beispiel ging es um den Wirtschaftsminister:
(Man beachte, dass es sich um den Hauptort im südlicheren Teil Gazas handelt, in den Zivilisten laut Israel ausdrücklich fliehen sollten, um ""in Sicherheit"" zu sein.)


Am 7. Oktober hatte sich gezeigt wer antimuslimisch und anti-arabisch ist. Denn unter den vielen Toten auf Seiten Israels waren eben nunmal auch arabaische Israelis, die von der Hamas und Konsorten auf den Feldern, in den Ortschaften oder auf dem Festival, auf dem sie einen Job nachgingen, ermordert, vergewaltigt oder verschleppt wurden. Es half ihnen nichts, dass sie Araber waren. Es half ihnen nichts, dass sie Muslime waren. Den Mordbrennern aus Gaza war das egal.

Und trotzdem gibt es, sowohl hier im Forum als auch allgemein in Deutschland inklusive Politik, jede Menge Leute, die Reaktionen von allen Muslimen erwarten, die sich politisch gegen Israels Methoden Äußernde auf deren Religion reduzieren, etc. und umgekehrt vergeht kein Tag, an dem man nicht hört, es würde um "jüdisches Leben" gehen, "Juden" wären bedroht, "Juden" bräuchten Unterstützung, etc.. Mittlerers stimmt zwar in kleinen Teilen auch, aber im Großen und Ganzen ist man ÜBERALL fleißig dabei, einen imperalistisch-politischen Konflikt zu religiosisieren und zu verallgemeinern. Allem "bloß keinen Flächenbrand"-Gerede zum Trotz.


Er merkt vorallem auch nicht, dass auch Israel ein Land der Flüchtlinge ist. Denn mit seiner Staatsgründung ging in sämtlichen Ländern des Nahen Ostens die Vertreibung und Verfolgung der dort ansässigen Juden los. Obwohl diese selbst vielleicht nichtmal etwas mit Israel am Hut hatten.

"vor allem"? Es reicht also, dass den eigenen Vorfahren Unrecht durch A wiederfahren ist, damit die Nachfahren heute Unrecht gegen B begehen dürfen?
Wäre an diesem ""Argument"" was dran, müsste man ja auch vielen radikalem Pali-Sympathisanten in Deutschland mit ihren "river to the sea"-Sprechchören und sogar den Kalifat-Islamisten einen Persilschein ausstellen. Die haben ja oft auch Flüchtlingsschicksale in der Familie oder sogar in Person durchgemacht und scheinbar reicht "Flüchtling gewesen sein" ja, um vor Kritik sicher zu sein? Oder gilt das nur für nicht-muslimische Flüchtlinge? Dann aber sogar, wenn sie selbst gar kein Flüchtling sind, sondern nur in einem Land leben, dass viele derartige mit gleicher Religion aufgenommen hat?


Zionisten sind dort nicht erst in den 40er hingeflohen, sondern siedelten sich schon in den Jahrzehnten zuvor dort an. Zudem gab es bereits vor diesen Siedlern schon alteingesessene jüdische Siedlungen. Somit ist ein jüdischer Bevölkerungsanteil in der Region gegeben gewesen.

Wie schon mehrfach angemerkt: Man kann in dieser Debatte keinen sinnvollen Nullpunkt setzen. Ja, es gab auch vor den 40er-Jahren zionistische Siedler. Praktisch sobald es der Rückzug der Osmanen erlaubt hat - und ja, es gab auch um die herum auch schon genau die gleichen, bewaffneten Konflikte. Aber auch die waren nicht der Anfang: Don-71 hat kurz vor deinem Post ein Schreiben aus den 10er-Jahren zitiert, dem zu Folge die Taten einzelner ansässiger Juden keine Maßnahmen die Gesamtheit derselben rechtfertigen würden - ein Muster, dass sich durch jede einzelne Eskalationsrunde des gesamten Nahostkonflikt bis heute durchzieht.

Israel ist kein Apartheidstaat, alle Bürger sind rechtlich gleichgestellt, selbst in der IDF dienen z.B. arabische-palästinensische Soldaten freiwillig. Es gibt natürlich auch Probleme, etwa mit den Befreiung vom Militärdienst und der Alimentierung orthodoxer Juden, aber das ist auch in Israel umstritten und wird dort auf demokratischen Wege ausgehandelt. Solange Israel ein Rechtsstaat bleibt, mache ich mir diesbezüglich wenig Sorgen.

Die Liste der Sonderrechte der orthodoxen ist gar nicht mal so kurz. Aber da diese Dehnung des Konzeptes Rechtsstaat würde nicht zu Konflikten zwischen arabischstämmiger und zugewandeter Mehrheitsbevölkerung führen, schließlich stehen die auf der gleichen Seite dieser Teilung. Das rechtsstaatliche Problem innerhalb Israels ist die Rechtssprechung und -Auslegung, in einigen wiederkehrenden Zündern auch der Rechtsursprung. So sollen israelische Palästinenser weiterhin weitaus größere Probleme haben, so etwas wie Baugenehmigungen zu bekommen, sie werden bei Berufs- und Wohnungswahl sowie im Alltag häufig(er) diskriminiert, ohne Schutz dagegen zu erhalten und es gibt eben auch das große Erbe ungerechter Besitzumverteilung aus der Gründungs- und Kriegsphase Israels. Selbst wenn es ein lupenreiner Rechtsstaat wäre, der Gesetze unparteiisch auf alle Bürger anwendet, ist das halt nur eingeschränkt etwas wert, wenn es haufenweise Enteignungsgesetze nur für ehemals palästinensisches Eigentum gibt.

In den gem. Völkerrecht besetzten Gebieten kann man allerdings durchaus entsprechende Beobachtungen machen, etwa dass es unterschiedliche gerichtliche Zuständigkeiten für Israelis und Palästinenser in diesem Gebiet gibt. Darauf bezog sich meines Wissens auch AI.

Unterschiedliche Zuständigkeiten im Rahmen der Selbstverwaltung wären noch machbar. Aber die israelischen Behörden stehen schlichtweg über den palästinensischen. Palästinenser baut mit palästinensischer Zustimmung sein Haus - israelischer Bulldozer fährt durch. Palästinenser beklagt sich über die nach palästinensicher Rechtssprechung illegale Vertreibung von seinem Grund und Boden durch israelische Siedler - israelischer Soldat rückt mit gezogener Waffe an. Und drückt all zu oft auch ab.
Spätestens bei den Siedlungen an sich endet dann jegliche Rechtsstaatlichkeit. Und zwar sowohl bei den ""illegalen"", die Netanjahu dann sowieso regelmäßig legalisiert, als auch bei denen, die die israelische Regierung von vorneherein auf (somit-ex-)palästinensischem Boden plant und umsetzt. Und so eine Siedlung besteht nicht nur aus den Häusern - dazu kommen eigentlich-palästinensische Äcker und Straßen nur für Israelis, die Palästinenser dann nicht mehr betreten dürfen.


Das ist schlicht falsch. Die Hamas will Israel auslöschen. also nicht nur die Juden, sondern auch arabische Israelis.

Hast du das schriftlich?
Die Hamas will Israel von der Landkarte radieren (bzw. je nach Interpretation ihrer Grundsätze will sie seit ein paar Jahren nicht einmal das, sondern wäre auch mit einer Zweistaatenlösung einverstanden, aber das glaube ich auch nicht) und sie hat all denjenigen den Tod erklärt, die Angriffe auf Palästinenser zu verantworten haben. Aber ich wüsste nicht, dass sie irgend eine Aussage zur großen Masse der Israelis als Menschen und insbesondere nicht zu den arabischstämmigen gemacht haben. Die dürften nach Ausrufung eines Großpalästinas mit ziemlicher Sicherheit dort leben bleiben. Für jüdische Israelis wäre das zwar vermutlich nicht zu empfehlen, da von der Hamas erst recht kein Rechtsstaat zu erwarten ist, der alle seine Bürger vor Gewalttätern schützt und da sich die Hamas die Entschädigung/den Ausgleich der Nakba nach ihren Vorstellungen auf die Fahnen geschrieben hat, wäre es sowieso ein Bettlerleben. Aber wieso sollten arabischstämmige Israelis sich vor Hamas fürchten? (Respektive "Warum stärker als Einwohner Gazas?" Das man sich vor einer korrupten, menschenfeindlichen Organisation auch dann in acht nehmen sollte, wenn man nicht zum Hauptfeindbild gehört, stimmt natürlich. Aber das ist noch keine Todesdrohung.)


Kurze Anmerkung, da das Zitat mit den Tieren überall die Runde macht. Die korrekte Übersetzung ist wohl nicht "Tiere" sondern "Bestien" - und damit wäre das Wort den Taten angemessen gewählt...

Über die Übersetzung mag man streiten, aber das Wort ist seit dem Tag der Hamas-Angriffe vielfach gefallen, selbst von höchster Stelle auf die gesamte Hamas (inkl. ziviler Mitarbeiter) bezogen und von höherrangigen Politikern und Militärs teils für die Bevölkerung ganz Gazas. Und egal ob man es mit "Bestie" oder mit "Tier" übersetzt, es bleibt bei:
"Lebewesen, dem ich sämtliche Menschenrechte abspreche"
 
06:15 Uhr

Netanyahu: Israel will nach dem Krieg Verantwortung für Gaza übernehmen

Nach dem Krieg gegen die Terrormiliz Hamas im Gazastreifen will Israel nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die gesamte Verantwortung für die Sicherheit im Gazastreifen übernehmen. "Israel wird für unbestimmte Zeit die gesamte Verantwortung für die Sicherheit (...) übernehmen", sagte Netanyahu in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC News. Andernfalls würde es zu einem "Ausbruch des Terrors der Hamas" in einem unvorstellbaren Ausmaß kommen, erklärte er. "Wir haben gesehen, was passiert, wenn wir sie (die Verantwortung) nicht haben", betonte er.

Das hört sich nach einer dauerhaften Besetzung an.
01:59 Uhr

Netanyahu erwägt "taktische kleine Pausen"

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat erklärt, dass Israel "taktische kleine Pausen" bei den Kämpfen im Gazastreifen in Betracht ziehen werde, um die Einfuhr humanitärer Güter zu erleichtern oder den Abzug von Geiseln zu ermöglichen, die von Hamas-Kämpfern festgehalten werden.

Netanyahu bekräftigte gegenüber dem US-Sender ABC News jedoch die Ablehnung eines Waffenstillstands durch sein Land, solange nicht aller Geiseln, die im von der Hamas regierten Gazastreifen gefangen gehalten werden.
Naja, wenigstens etwas.
 
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