Was sagt denn die Hamas dazu?
Was woll? Die werfen den Israelis schon seit Beginn der Blockade Genozid vor und haben das auch schon vorher bei weitaus geringeren Anlässen gemacht. (Oder auch ganz ohne.) Weitere Steigerungsmöglichkeiten demgegenüber haben sie jetzt nicht mehr.
Wenn ich mir die geschichtliche Hintergründe so anschaue, wurden die Juden aus der Region, die Palästinas genannt wurde und die neben den Küstenstreifen auch Jordanien und Teile Syriens umfasst, vertrieben, bevor jemand die Region Palästinas genannt hatte.
Wenn also die Hamas Palästinas gründen will, müssen sie dann nicht auch Jordanien auslöschen und Teile Syriens annektieren?
Nö. Die Hamas erhebt ja keinen Anspruch auf "die Region", sondern auf die Heimat der "Palästinenser". Und mögen zwar indirekt nach den Philistern benannt sein, aber a) war deren Siedlungsgebiet sogar wesentlich kleiner als das heutige Israel, weil die Trockengebiete der Region damals noch ernsthafte Hindernisse waren und b) ist das wirklich reine Etymologie. Inhaltlich gründet sich das Zusammengeörigkeitsgefühl der "Palästinenser" allein auf die gemeinsame Leidensgeschichte seit der/durch die Ausrufung Israels. Vorher gab es schlichtweg keine "Palästinenser", sondern nur eine ganze Reihe arabischer Gruppen in der Gegend, die eher neben- denn miteinander lebten. Enger Kontakt miteinander und ein einigendes, gemeinsames Anliegen kamen erst zu stande, als sie alle miteinander vertrieben wurden und in den gleichen Flüchtlingslagern endeten. arabische Volksgruppen außerhalb des heute von Israel kontrollierten Gebiets haben diese Erfahrung nicht durchgemacht und fühlen sich daher nicht den "Palästinensern" zugehörig, auch wenn sie in der Regel sympathisieren.
Die taz hat da diese Woche übrigens
einen Artikel aus einem der Lager im Libanon, in dem Palästinenser seit 2-3 Generationen festsitzen. Bringt zwar inhaltlich nicht viel neues (
die Zahlen der israelischen NGO zu den Opfern auf beiden Seiten kann man sich vielleicht mal angucken - bis vor drei Wochen stand es 1330 zu 10672 erfolgreiche Tötungen "für" Israel/gegen Palästina), vermittelt aber einen Eindruck davon, wie eingeschränkt die Perspektive von Millionen von Menschen wegen ihrer miserablen Lebensbedingungen ist.
... da spricht aus Sicht der Russen sicher nichts dagegen. In Moskau gibt es sicherlich auch etliche westliche Vertreter der Presse.
Die, die hinter Gittern sitzen, zählen nicht.
Aber Pressekonferenzen könnte man ja auch für Putins Best Friends aus Asien oder Afrika geben, wenn man denn welche geben wollte. Seitwann braucht der Zar den Westen für sowas?
Diese Aussage und Deine weiteren Bewertungen sind prinzipiell das, was ich mir auch so denke, aber ich hätte es gerne etwas konkreter. Es ist ja nicht "der Iran" und es sind nicht "alle Iraner", es ist, so meine Vermutung, eine recht kleine Gruppe, die treibend dahinter steckt. Und in anderen vermutlich beteiligten Ländern ebenfalls. Und zumindest in den demokratischen Staaten würde ich hoffen, dass das besser auszuklären wäre. Aber es macht scheinbar niemand und benennt die handvoll Akteure.
Ich meinte in dem Fall natürlich die Regierungen der genannten Länder. Bei einem nicht demokratischen Land wie dem Iran verkörpert der Staat allgemein nicht die Interessen seiner Bevölkerung, im konkreten Fall der USA scheinen mir außenpolitische Überlegungen auch kaum eine Rolle bei Wahlen zu spielen. Die geopolitische Strategie der Regierungen wird also von den entsprechenden zuständigen im Hinterzimmer ausgebrütet. Im Falle des Irans kann man sich ein paar namenhafte Anführer dazu denken, weil Ajatollah & Co ja seit jeher außenpolitisch sehr aktiv sind, im Falle der USA ist es unübersichtlicher. Nicht zuletzt, weil da im Laufe der Zeit auch diverse allgemeinere Agenden reingespielt haben dürften: Für die US-Rüstungsindustrie ist Israel allgemein von großer Bedeutung, heute ist es auch ein beliebtes Investitionsgebiet anderer US-Wirtschaftsbereiche, in der Vergangenheit war der Kampf gegen die überwiegend von der UdSSR unterstützen Nachbarn durchaus auch im Kontext des kalten Krieges zu betrachten und allgemein hat der US-Einfluss auf Israel vor Anfang an darauf abgezielt, ein Gegengewicht zu den ausgeprägten sozialistischen Tendenzen der Kibbuzim zu schaffen, etc..
Da mischen also viele Köche am Brei mit und für wenigstens Dreiviertel davon ist es auch in jedem anderen Kontext üblich, dass sie das lieber verdeckt machen. Ich denke aber nicht, dass solche Detailanlaysen von großer Bedeutung sind, solange es in der US-Bevölkerung keine größere Kritik an der Israel-Unterstützung gibt. Die Hinterzimmergespräche untergraben keine gegenläufigen, demokratischen Prozesse, sondern sind einfach nur eine Form von Geheimhaltung durch Leute, die ihre Agenda und ihre Finanzen nicht gerne in aller Öffentlichkeit ausbreiten. Das ist in den USA ja bis ins Präsidentenamt eine beliebte und von den Wählern akzeptierte Verhaltensweise.
Die Hamas sitzt auf riesigen Vorräte an Benzin, Lebensmitteln und Medikamenten. Alles schön in Tunneln untergebracht, um Monatelang gegen Israel kämpfen zu können. Warum sollte Israel entsprechende Produkte nach Gaza liefern, wenn doch gefälligst Die Hams als verantwortliche Organistation ist Mitbürger versorgen muss.
Gibt es da zahlen zur "Riesigkeit" dieser Vorräte? Notnahrung und Trinkwasser für 30000 Kämpfer mal zwei Monate ist je erstmal nicht viel im Vergleich zu den, was zwei Millionen Zivilisten jeden Tag für ein normales Leben brauchen.
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Für die Leute, die hier immer Offtopic-Debatten über deutsche Integrationspolitik starten, gab es in der gleichen taz-Ausgabe übrigens auch noch einen zweiten Artikel darüber, wieso der
""importierte"" Antisemtismus eine urdeutsche Eigenproduktion ist.