Mehrere Staaten - auch Deutschland - haben ihre Zahlungen für das UN-Palästinenserhilfswerk gestoppt. Was wird Mitarbeitern im Gazastreifen vorgeworfen - und weshalb ist das UNRWA so umstritten?
Warum steht das UNRWA aktuell in der Kritik?
Die israelische Regierung hat dem UN-Hilfswerk Informationen vorgelegt, wonach zwölf seiner Mitarbeiter in den Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 verwickelt gewesen sein sollen, bei dem etwa 1140 Menschen getötet und rund 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden sind.
Von den zwölf Beschuldigten seien neun umgehend entlassen worden, einer sei nicht mehr am Leben und die Identität der beiden anderen werde derzeit ermittelt, so UN-Generalsekretär António Guterres. Er kündigte an, die Beschuldigten würden zur Rechenschaft gezogen, auch durch eine strafrechtliche Verfolgung. "Die abscheulichen Taten dieser Mitarbeiter müssen Konsequenzen haben."
Die Vereinten Nationen selbst gaben bislang keine weiteren Details zu den Vorwürfen bekannt. Das Nachrichtenportal Axios zitierte einen ranghohen israelischen Beamten, demzufolge Geheimdienstinformationen auf eine "aktive Beteiligung" von UNRWA-Mitarbeitern hinwiesen. Außerdem sollen demnach Fahrzeuge und Einrichtungen von UNRWA genutzt worden sein.