[...]X2 und X4 können für das Projekt "Aurora" gedacht sein[...]
Der Aurora verwendet Ponte Vecchio, die 16 Xe-HPC-Chiplets verwenden wird, mit eigenem HBM2 und in 7 nm gefertigt.
Was sollte daran besonders sein.

Es gibt genügend, die sich ein CrossFire/SLI-System zusammengeschraubt haben und den Wert noch locker übertreffen und angeblich gibts hier sogar ein paar Spezis mit Dual-Titan's.
Und entsprechende "Heizblock-Experimente" gabs schon seit langem, so bspw. die Titan Z mit zwei GK110's (375 W, Netzteilempfehlung wg. Powerspitzen: 750 W) oder bspw. die Radeon R9 295X2 (500 W, Netzteilempfehlung 900 W).
Sehr interessant. Liest sich für mich auch ein bisschen nach "geht den Weg wie AMD", nur eher den von Vega.[...]
Nein, das passt tatsächlich nicht, insbesondere da das nichts mit AMD und der Zen-Architektur zu tun hat und derartige MCM-Designs auch nichts Neues sind, auch wenn das gerne einige bei AMD so verstehen möchten.
Im GPU-Bereich wird nach aktuellem Stand voraussichtlich AMD der Nachzügler sein, denn nVidia stellte schon im letzten Jahr auf einer Tech-Konferenz ein MCM-GPGPU-Design vor und von Intel's Xe-Architektur ist schon länger bekannt, dass auch dieses modular aufgebaut ist. Bei AMD weiß man derzeit nichts von einer derartigen Entwicklung und Arcturus wird voraussichtlich erneut ein monolithisches, Vega/GCN-basiertes Design sein, auch wenn man es später vielleicht in einer Dual-GPU-Konfiguration a la Radeon Pro Vega II Duo anbieten wird, was aber nichts mit MCM zu tun hat.
Für die geforderten Leistungssteigerungen durch die Industrie führt bei den Herstellern mittelfristig kein Weg an derart aufgeteilten Designs vorbei, denn diese sind anders nicht mehr effizient zu fertigen.
[...]Vielleicht kann es aber für Intel als Neuling hier doch durchweg günstiger / entspannter sein, die Abfallprodukte im Desktop zu vermarkten. [...]
Mit "Neuling" hat das nichts zu tun, Hierbei geht es einfach um Fertigungseffizienz und Projektquerfinanzierung und entsprechend macht es auch nVidia. *) Gamer müssen nicht umsonst Tensor Cores mitbezahlen. Für nVidia ist es deutlich wirtschaftlicher zwei Designs (GPGPU/Datacenter und eines für Consumer/Visualization) zu entwickeln und fertigen zu lassen als gar drei Designs.
Ein dedizierter Turing, nur für Gamer, hätte von nVidia noch weiter spezialisiert auf diesen Bereich ausgelegt werden können, jedoch sprachen wohl gute Gründe dagegen (nicht nur fertigungs/entwicklungstechnisch, sondern wahrscheinlich auch marktstrategisch).
Abseits dessen ist noch gar nicht klar, ob die Consumer-Xe-Chips/Chiplets von Intel überhaupt mit den HPC-Varianten vergleichbar sind. Dass das gesamte Design die "Xe-Architektur" nutzt, bedeutet nicht gleichzeitig, dass über alle Plattformen das gleiche Chiplet-Design verwendet wird. Hier wird man abwarten müssen. (Zudem wird das in 2021 kommende Xe-HPC-Design in 7 nm gefertigt, während Intel Consumer-Designs nur in 10 nm fertigen wird.)
*) Btw, auch AMD macht das im GPU-Sektor schon lange so. AMD hat schon seit Jahren keine dedizierte Architektur/GPU mehr für PC-Gamer entwickelt. Vega, Polaris und Navi waren alles Auftragsentwicklungen von AMD, die sie schlussendlich lediglich auch (nachträglich) für ihre eigenen Zwecke mitverwendeten. Selbst beim Ende 2020 kommenden RDNA2 besteht die Möglichkeit, dass es sich dabei lediglich um die "vollständige" Architektur handelt, die AMD in den neuen Konsolen-SoCs (2018/19) implementiert hat, sodass möglicherweise erst RDNA3 o. Ä. als etwas bezeichnet werden kann, dass AMD erstmals seit langer Zeit wieder gezielt für den PC (weiter)entwickelt haben dürfte.
Und HBM lebt doch weiter, da die Vorteile ganz klar sind
Nährt meine Hoffnung, den Speicher vllt doch auch auf "Big Navi" wiederzufinden.
Gruß T.
HBM war noch nie tot, wird halt nur nicht nenenswert für Consumer-Karten genutzt und zumindest in den nächsten 6 - 12 Monaten würde ich hier auch weiterhin davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Verwendung in solchen eher gering ist. GDDR6 bietet noch genug Luft und ist günstiger zu implementieren.
Abgesehen davon konnte AMD, die bisher die einzigen waren, die HBM auf Consumer-Karten einsetzten, den Bandbreitenvorteil aufgrund der jeweils schwächeren Architektur auch nie gewinnbringend einsetzen. Zuletzt musste sich die Radeon VII gar vielfach einer einfachen RTX 2080 geschlagen geben (-56 % weniger Bandbreite) und die Vega 64 reichte gerade so an die GTX 1080 heran (-34 % weniger Bandbreite). Am Ende alles eine Kosten/Nutzen-Frage.
Einfach abwarten und zurücklehnen. Intel hat hier beträchtliche Ressourcen und eine enorme Motivation, deren Fokus man vorerst aber nur mit Blick auf das Datacenter vollumfänglich erkennen kann. In wie weit Intel's Engagement auch auf den Consumer-Markt abfärben wird, bleibt abzuwarten. Unterm Strich wird mehr Konkurrenz hier auf jeden Fall den Konsumenten freuen können.