Damit nicht genug: Nach dem Tambora-Ausbruch wurde China von verheerenden Hochwassern heimgesucht. Tausende Menschen starben. In Indien stockte der Regen bringende Monsun, in weiten Regionen verdorrten die Felder, zahllose Menschen verließen ihre Heimat. Manche Forscher vermuten, dass durch die Wanderströme vor allem im Norden Indiens eine weltweite Choleraepidemie ausgelöst wurde. Vor dieser Zeit war die Seuche im Wesentlichen auf die Pilgerstraßen hinduistischer Mönche im Gangestal beschränkt gewesen. Jetzt trugen vom Hunger Vertriebene den Erreger bis ins regenreichere Bengalen. Von dort gelangte das Bakterium Vibrio cholera mit britischen Truppen nach Nepal und Afghanistan. Nachdem die meist tödlich verlaufende Infektionskrankheit auch am Kaspischen Meer auftrat, breitete sie sich die Wolga hinauf bis ins Baltikum aus – und über die muslimischen Pilgerwege Richtung Mekka bis in den Mittleren Osten. Als die erste Cholerawelle im Sommer 1832 schließlich New York erreichte und die Bewohner der Metropole in Panik aufs Land flohen, ahnte niemand, dass auch diese Epidemie eine mittelbare Folge des Vulkanausbruchs im fernen Indonesien war.