Human-Population massiv senken

Musst du auch nicht verzichten.
Aber wieso kostet ein Liter Benzin kaum mehr als ein Liter Milch?
Warum kosten Bananen, die von weit her importiert werden, weniger als Äpfel von nebenan?
Wieso kosten 100 Gramm Hühnerfleisch weniger als 100 Gramm Tomaten, obwohl letztere fast aus Wasser bestehen?
Wieso werden in Deutschland 50% der Lebensmittel weggeworfen?
Da läuft doch grundlegend was falsch und das muss eben angegangen werden

Richtig. Die Lösung heißt aber nicht (allein) Konsumverzicht, Primitivismus oder gar menschenfeindlichster Sozialchauvinismus, wie vom Threadstarter gefordert (welche Studiengänge an der Youtube- bzw. VK-Universität da wohl belegt worden sind?). Sondern (ja, auch) Umstellung des Konsums - aber nicht in dem man einfach Verbrauchsabgaben erhebt, die insbesondere diejenigen am stärksten treffen, die eh schon den größten Anteil ihres Haushaltseinkommens für Lebensmittel ausgeben müssen - , Weiterentwicklung der Produktivkräfte in der Landwirtschaft (Nachhaltigkeit und Flächeneffizienz, kleinbäuerliche Öko-Romantik ist Unfug) und eine am Bedarf, nicht an spekulativen Gewinnen ausgerichtete, entsprechend geplante Produktion. Ja richtig, geplant. Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen werden wir den Planeten in der Tat so sehr zugrunderichten, dass zumindest wir als Spezies hier keine Perspektive mehr haben. Wir treiben Riesenaufwand, um z.T. überflüssige Agrarprodukte herzustellen, produzieren viel mehr als benötigt, um Subventionen abzugreifen, schütten dann nochmal die Hälfte weg, damit die Preise stabil bleiben, schiffen einen Großteil des Krams dann nochmal unter enormem Klimagasausstoß um die halbe Welt und unterbieten die Produzenten in den Entwicklungsländern.

Das ist vollkommen sinnlos! Aber anscheinend können sich viele Menschen leichter eugenische Ansätze vorstellen, die Erdbevölkerung zwangsweise zurecht zu schrumpfen, als Ansätze zu einer nicht (oder zumindest: anders) privatgewinnorientierten Ökonomie.
 
Ich habe vor kurzem im Internet die Notwendigkeit aufzeigt die menschliche Anzahl auf 100 Milionen zu senken. Schnell wurde der Thread gelöscht. Man redet nicht gerne über unangemene Dinge.

1.) 10% der Menschheit beanspruchen 90% der verfügbaren Ressourcen. Sprich, man muss nicht die menschliche Population reduzieren, sondern die exzessive Ausbeutung durch einen kleinen Teil derselben. Was sich ändern muss, ist die Einstellung der Menschen, nicht ihre Anzahl. Was diese angeht, ist noch viel Luft. Und wenn man bedenkt, dass in modernen Gesellschaften der der Bevölkerungszuwachs paradoxerweise dort am geringsten ist, wo es den Menschen gut geht, wäre es vielleicht ein ganz guter Ansatz dafür zu sorgen, dass es mehr Menschen gut geht, statt dass es nur Wenigen sehr gut und Vielen extrem beschissen geht.

2.) Ökologische Systeme regulieren sich selbst. Wir müssen den Planeten nicht retten, der rettet sich selbst. Wir müssen versuchen, uns und unsere Existenz auf diesem Planeten zu retten. Wenn wir das nicht tun, geschieht das auf schmerzhafte Weise automatisch und uns geht's wie den Marienkäfern, die sich exzessiv vermehren, bis die Lebensgrundlage fehlt und weite Teile der aufgeblähten Marienkäfer-Population absterben. Der Unterschied ist nur der, dass sich Marienkäfer keine Gedanken über ihre Rolle, ihren Platz und ihre Existenz machen und es nicht als tragisch empfinden, wenn nur ein paar übrig bleiben. Es wird auch danach weiter Marienkäfer geben, das genügt. Aber wir Menschen fänden es doof, wenn ein paar übrig Gebliebene durch einen vermeidbaren Kollaps komplett von vorne anfangen müssten.

3.) Der Film "Interstellar" ist ja ganz lustig, strotzt aber vor Fehlern, auch was die dem Plot bestimmende anthropogene Katastrophe angeht. Ich will hier nicht ins Detail gehen, da für diese Diskussion nicht relevant, aber wenn du dich mit ökologischen Problemen auseinandersetzen möchtest - was grundsätzlich löblich ist - solltest du Fachquellen und nicht Hollywood zu Rate ziehen. Wenn dich ein Film zum Nachdenken anregt, ist das absolut in Ordnung, aber belasse es bitte nicht dabei und baue bitte deine Argumentation nicht darauf auf.
 
1.) 10% der Menschheit beanspruchen 90% der verfügbaren Ressourcen. Sprich, man muss nicht die menschliche Population reduzieren, sondern die exzessive Ausbeutung durch einen kleinen Teil derselben. Was sich ändern muss, ist die Einstellung der Menschen, nicht ihre Anzahl. Was diese angeht, ist noch viel Luft. Und wenn man bedenkt, dass in modernen Gesellschaften der der Bevölkerungszuwachs paradoxerweise dort am geringsten ist, wo es den Menschen gut geht, wäre es vielleicht ein ganz guter Ansatz dafür zu sorgen, dass es mehr Menschen gut geht, statt dass es nur Wenigen sehr gut und Vielen extrem beschissen geht.

Das Problem ist, dass durch die stark anwachsende Population eben auch die Anzahl der Menschen steigt, die nach Wohlstand streben, und damit dann auch die exzessive Ausbeutung weiter befeuern.
In Afrika/Asien ist der Lebensstadard historisch eben im Mittel deutlich niedriger als in der westlichen Welt. Aber deren Ziel ist ja gerade unseren Wohlstand zu erreichen. Durch dieses Bestreben wird auch weiterhin deren Umweltbelastung stetig steigen (während die in der westlichen Welt schon seit Ende der 80er langsam fällt).
Ein weiteres Problem: wir in der westlichen Welt haben mittlerweile des Bewußtsein dafür, dass sich etwas ändern muss. In den aufstrebenden Regionen ist das aber nicht so. Da muss sich alles dem Wohlstandbestreben unterordnen. Umweltschutz spielt da gar keine Rolle.
 
wir in der westlichen Welt haben mittlerweile des Bewußtsein dafür, dass sich etwas ändern muss.

Also, da bin ich fast vor Lachen vom Stuhl gerutscht. :D
Klar, man sieht deutlich, wie sich die deutsche Automobilindustrie bemüht, nachhaltig zu arbeiten und umweltbewusst zu entwickeln.
Das gleiche erkennt man bei den Energieunternehmen. Ich hab gelesen, dass RWE die Klagen zurück zieht und man die Schäden in der Natur, die durch den Kohleabbau entstanden sind, wieder rückgängig machen will.
 
Also, da bin ich fast vor Lachen vom Stuhl gerutscht. :D

Natürlich haben wir das. Das wir noch keine Lösung haben bzw. noch nicht genug tun/umsetzen, steht auf einem anderen Blatt.
In Afrika wird der Müll einfach auf ne offene ungeschützte Deponie gekippt oder in den Fluss geworfen. Das sind Zustände, über die sind wir schon seit weit über 100 Jahren hinaus sind.
Versuch doch da mal jemanden was von Mülltrennung zu erzählen. Die werden dich angucken und es einfach nicht verstehen.
 
In Afrika wird der Müll einfach auf ne offene ungeschützte Deponie gekippt oder in den Fluss geworfen. Das sind Zustände, über die sind wir schon seit weit über 100 Jahren hinaus sind.

Stimmt, statt es wie bis vor wenigen Jahrzehnten noch bei uns vor Ort einfach in den Fluss zu kippen, oder in ein Erdloch zu verscharren verschiffen wir unseren Müll nun eben nach Asien und Afrika und die kippen es dort bei sich in die Flüsse und Erdlöcher, sehr "fortschrittlich", wirklich, nicht. ;)

Für mich ist das zwar ehr eine Problemverlagerung, als eine Problemlösung, aber hey, für manche einfacheren Geister ist das auch schon Fortschritt, so wie für manche Veganer auch vegane Kreuzfahrten umweltfreundlich und die Zukunft sind, also ein "Fortschritt". :ugly:
 
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Das sind Zustände, über die sind wir schon seit weit über 100 Jahren hinaus sind.
Wohl kaum, nicht einmal im Ansatz. Bis in die siebziger war das bei uns ziemlich normal. Erst seit die Grünen zur politischen Kraft geworden sind, wird überall darauf geachtet. Bis in die siebziger war es im Prinzip in jedem größeren deutschen Fluss tabu zu schwimmen, zu groß war die Belastung. Alleine die Renaturierung der Emscher mit allen Zuläufen wird in Summe zehn Milliarden DM oder 5 Milliarden Euro kosten und läuft seit dreißig Jahren. Ein paar kleine Flüsschen, aber sie waren so belastet, das weiträumig Erde abtransportiert werden musste. Offene Deponieren gab es bis in die siebziger ebenso.
Umbau des Emschersystems – Wikipedia
Ruhr – Wikipedia

Wir reden also über eine Generation. Man sollte sich mit seiner Überheblichkeit gegenüber anderen etwas zurückhalten. Vor gut hundet Jahren gab es in Hamburg den letzten Cholera Ausbruch, weil es kaum Abwassersysteme gab, das Trinkwasser ungefiltert entnommen wurde und der gesamte Müll in die Elbe gekippt wurde. So waren sie, die "Herrenmenschen".

Der zu Hilfe gerufene bekannte Bakteriologe Robert Koch kommentierte die Verhältnisse beim Rundgang durch das Gängeviertel:[3] „Ich habe noch nie solche ungesunden Wohnungen, Pesthöhlen und Brutstätten für jeden Ansteckungskeim angetroffen wie in den sogenannten Gängevierteln, die man mir gezeigt hat, am Hafen, an der Steinstraße, an der Spitalerstraße oder an der Niedernstraße.[...] Ich vergesse, daß ich mich in Europa befinde.“
Choleraepidemie von 1892 – Wikipedia

Und um zum Thema zurückzukommen. Dann hält unser Freund Jadehoch das Vorgehen von Assad zur rein ökologischen Bevölkerungsreduzierung sicherlich für richtig, oder irre ich mich:

"In der Rebellenhochburg Idlib lässt Diktator Assad die Menschen ausrotten. Niemand hilft."
Syrien: In der Todeszone von Idlib, wo Baschar al-Assad Menschen jagen laesst | SPIEGEL Plus

..
 
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Das Problem ist, dass durch die stark anwachsende Population eben auch die Anzahl der Menschen steigt, die nach Wohlstand streben, und damit dann auch die exzessive Ausbeutung weiter befeuern.

"Wohlstand" ist Begriff ,der für unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten sehr unterschiedliche Bedeutungen hat.

Ein Wohlstandsbürger, der zwei spritfressende SUVs in der Auffahrt seines elektrisch klimatisierten Hauses stehen lässt, wenn er damit damit nicht gerade um die Ecke Waren einkaufen fährt, die zuvor einmal um die halbe Welt geschippert wurden oder zweimal im Jahr in den Urlaub fliegt und jedes Jahr den Flatscreen und sein Smartphone austauscht, hat einen ganz anderen ökologischen Fußabdruck als ...
... der Wohlstandsbürger in Anderswoistan, der stolzer Besitzer eines Stücks Ackerland und eines gesunden Viehbestands ist, der zwar nicht auf maximalen Ertrag gezüchtet sind, aber nicht nur ihn und seine Sippe vesorgt, sondern auch noch genug abwirft, damit er sich ein Windrad und Solarpaneele hinstellen kann, die sein Domizil mit Strom versorgen, weshalb er zum Neid seiner Nachbarn elektrisches Licht und sogar einen Fernseher mit Satellitenanlange besitzt, die er - sofern sie heil bleibt - noch seinen Nachkommen vererben wird. Außerdem ist er gut genug aufgestellt, um Arztrechnungen zu bezahlen und ab udn zu auch mal in die nächstgrößere Stadt zu fahren, um sich dort mit bescheidenem Luxus einzudecken.
Das sind jetzt beides extreme Entwürfe, beide basieren auf der Realität und dazwischen gibt es zig Variationen von Wohlstand, die alle weniger belastend sind als der worst case.

Aber ja, du hast nicht ganz unrecht: Schwellenländer streben falsches Vorbilder von Wohlstand an. Und diese Vorbilder liefern wir.

Und nicht nur das, wir haben keinen Anlass, uns aufs hohe Roß zu setzen. Unser Wohlstand ist auch unter kompletter Ignoranz ökologischer Schäden entstanden. Dass wir es uns heute aufgrund des großen Vorsprungs leisten können (Wobei da immer noch genug Widerstand existiert ...) unseren Wohlstand halbwegs sauber zu erhalten (Teilweise aber auch, indem wir die dreckigen Bestandteile des Wohlstandserwerbs outsourcen ...) berechtigt uns nicht, über Schwellenländer zu urteilen. Wenn uns (!) die Sache wichtig ist, dann sollten wir "denen" die Mittel in die Hand geben, ihren Wohlstand unter besseren Vorzeichen als den unseren zu erwerben.

Das wird so nicht geschehen, aber zum Glück (sic!) bedeutet jeder Gewinner auch, dass es Verlierer geben wird. Sprich, was Andere gewinnen, verlieren wir und eventuell ist das die Umverteilung von Wohlstand, gegen die man sich im Guten so sträubt.

Eine Ausnahme gibt es natürlich: Alle können verlieren.
 
Natürlich haben wir das. Das wir noch keine Lösung haben bzw. noch nicht genug tun/umsetzen, steht auf einem anderen Blatt.
In Afrika wird der Müll einfach auf ne offene ungeschützte Deponie gekippt oder in den Fluss geworfen. Das sind Zustände, über die sind wir schon seit weit über 100 Jahren hinaus sind.
Versuch doch da mal jemanden was von Mülltrennung zu erzählen. Die werden dich angucken und es einfach nicht verstehen.

Seit 100 Jahren? Im Jahr 1919 hatte "Deutschland" also schon solch ein Bewusstsein bzgl Mülltrennung?
1960 ist das Wasserhaushaltsgesetz in Kraft getreten, vorher wurde der Müll großteils auch einfach in Flüsse gekippt.
Also erzähl keinen Müll, lern Geschichte anstatt irgendwelche Falschbehauptungen aufzustellen und anderen Menschen die Intelligenz abzusprechen.

Und dieses tolle Bewusstsein der westlichen Welt? Meinst du Leute welche die Erderwärmung als vollkommen vom Menschen unbeeinflusst ansehen? Viele davon haben einen gewissen POTUS gewählt. SUVs werden immer beliebter. Es sind vor allem junge Menschen die umdenken. Vorbei sind die Zeiten wo ein dickes Autos ein Statussymbol war. Aber viele junge Menschen bedeutet nicht die komplette westliche Welt. Lange nicht.

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Ähhh...ja.


vielleicht zwei periphere Teilthemen herausgegriffen.

Bau (da kenne ich mich aus):
Lehmhäuser lösen gar nix.
Im Moment Hipper-öko Style für die, die nicht wissen, wohin mit dem Geld.
Lehmhäuser bedarf - richtig Lehm.
Nun schaut euch bitte an, wo es den Baustoff gibt und in welcher Menge er hergestellt werden kann, dann ist das Thema eigentlich für Mitteleuropa schon durch.
Nachhaltig ist da gar nix oder soll jetzt bei einem globalen Bedarf Mio. Tonnen Stroh analog zur Soja Bohne für die Tierfütterung hergestellt werden?
Darüber hinaus ist so was gut für das Einfamilienhaus, einige Afrikaner schaffen sogar 2-3 stöckig, fällt aber eben des Öfteren zusammen.
Für eine urbane Gesellschaften in Mitteleuropa oder Asien unbrauchbar. Städte gehen mit so was nicht.

Nachhaltig ist was, was ohne Reibungsverluste wieder hergestellt werden kann oder in solch rauhen Mengen vorhanden ist, dass es wurscht ist, dass man es verbraucht.
Heißt also, Holz-/Betonhybridhäuser und die Umstellung von Beton aus Sand auf Beton aus Bundsandsteinbruch.


Müll:
Solange wir unseren Wohlstandsmüll zur billigen Entsorgung nach Afrika (oder sonstwohin ) schicken, so lange wird sich bzgl. dem Umweltbewußtsein in Afrika nix ändern - wir machen es denen ja vor, wie es falsch ist.
Nur die Vorbildfunktion zieht und da gibt es für Europa und auch Deutschland die glatte Schulnote 6.
Wie viel vom Plastikmüll wird wiederverwertet oder verbrannt? - Aha...
Wie viel vom Hausmüll kommt in die Biogasanlage und wie viel wird mit Kohle und Heizöl verbrannt? - Aha.

Zur Überschrift und Diskussion:
Warum sollen sich Afrikaner einer Geburtenkontrolle unterziehen und Europäer nicht?
Damit wir uns im Wohlstand suhlen können und keine hungrigen Kinder zur Weihnachtszeit auf dem TV anschauen müssen?
Entweder die Geburtenkontrolle gilt für alle oder keinen und wenn wir endlich lernen würden zu teilen, gehen sich auch 20 Mrd. Menschen auf diesem Planeten aus - völlig problemlos.
 
Wohl kaum, nicht einmal im Ansatz. Bis in die siebziger war das bei uns ziemlich normal.
Ich empfehle dazu vom Deutschlandfunk das Mehrteilige Wo der Giftmüll seine Spuren zieht.
Besonderes Schmankerl: Früher hat man seinen Giftmüll in die DDR verbracht, weil das unschlagbar günstig war und wo er einfach nur in offene Deponien verklappt wurde, nach der Wende hatte man ihn wieder am Bein.

Edit: MDR exakt: Verstrahlt - Vergiftet - Vergessen Das Erbe der DDR Erdgas-Förderung | YouTube
Altmark: Giftiger Bohrschlamm im Boden | MDR.DE
DDR 1988: Peter Wensierski über den Film "Bitteres aus Bitterfeld" | YouTube
https://www.spiegel.de/video/vor-20-jahren-osteuropas-umweltsuenden-video-1084852.html
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497113.html
 
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Naja,

ohne eine massive Reduzierung der Weltbevölkerung wird auch der komplette Umstieg auf EE nichts bringen.

Das ist aber nur ein Schuh.

Der Ressourcenverbrauch an nicht wieder regenerativen Rohstoffen nimmt doch deswegen nicht ab.

Mehr Leute > höherer Wohlstand >höherer Energieverbrauch > mehr Nahrung > mehr Rodung > mehr Umweltzerstörung > höhere Preise ...

ich könnte jetzt ewig fortfahren.
 
Ich bitte das Folgende nicht im Sinne eines kommunistischen Manifests, sondern als rein mathematische, demographische und ggf. anthropologische Denkübung zu verstehen: Wenn jetzt die reichsten 10% der Weltbevölkerung 90% der derzeit erschlossenen, überwiegend fossilen Ressourcen verbrauchen, müsste man (theoretisch) erst einmal einen Ausgleich schaffen, durch den die Weltbevölkerung komplett in den Bereich von (minimal) befriedigter Grundbedürfnisse bis hin zu (maximal) moderatem Wohlstand kommt. Eine weitere Zunahme der Weltbevölkerung müsste im Einklang mit der weiteren Erschließung regenerativer und der Wiederaufbereitung begrenzter Ressourcen erfolgen.

Das klingt erst einmal utopisch, aber man darf nicht vergessen: Von 7,7 Milliarden Menschen leben ein paar Prozent extrem verschwenderisch, aber auch nur ein paar Prozent sind extrem arm und weit unter dem Existenzminimum, aber die meisten leben bereits jetzt innerhalb bzw. in Spuckweite der Wohlfühlzone. Logisch, sonst hätten wir heutzutage viel häufigere und viel härtere Umverteilungskonflikte. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist die, dass der weltweite Wohlstand, unabhängig von seiner Verteilung, mit Raubbau erkauft wird. Um weltweite Veränderungen anzustoßen, muss weltweit erst einmal jeder möglichst gleich viel zu gewinnen und gleich viel zu verlieren haben. Ungerechtigkeits- und Neiddebatten müssen raus aus der Gleichung. Um die Menschheit zu verändern, muss man erst einmal eine Menschheit haben, nicht aber zig Menschheiten, die durch ihre Teilhabe im Guten wie im Schlechten komplett voneinander getrennt sind.
 
@Mahoy:

Was würde -theoretisch- passieren, wenn man allen Menschen der Welt auf einen Schlag gute Bildung geben würde?

Wenn man auf einen Schlag die Weltwirtschaft nicht auf Aktiendividenden und Gewinnmaximierung, sondern auf eine gerechtere Verteilung des Wohlstandes mittels nachhaltiger Technologien und Arbeitsplätzen bringen würde?

Ich schreibe nicht im Sinne doktrinenhaften Sozialismus, sondern im Sinne des Humanismus.

Das geistige Potential von eben fast 8 Mrd. Menschen ist so unglaublich gewaltig und wir nutzen nur einen verschwindend kleinen Teil der Geisteskraft.

Ich bin überzeugt davon, dass auch im Sinne des jeweiligen persönlichen Glückes diese Kraft so unglaublich groß sein würde, dass all die jetzigen Probleme innerhalb wenigen Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr existent wären.

Wir müssten eigentlich nur allen die Chance zur Mitwirkung geben.
 
...
Von 7,7 Milliarden Menschen leben ein paar Prozent extrem verschwenderisch, aber auch nur ein paar Prozent sind extrem arm und weit unter dem Existenzminimum, ...
Da ist der Denkfehler, es sind eben nicht ein paar Prozent, die in Armut leben. Die Logik, dass es mehr Umverteilungskriege geben müsste schon fast naiv. Wenn du nichts mehr besitzt außer deiner Arbeitskraft, womit willst du dann Krieg führen? Verweigern für einen Hungerlohn zu arbeiten?

Schau dir mal die Zahlen an wieviele Menschen tatsächlich in Armut leben, laut dem was die Weltbank definiert, waren es 2018 knapp 3,4 Mrd. Menschen. Geht also eher in Richtung 50% der Weltbevölkerung...
 
Da ist der Denkfehler, es sind eben nicht ein paar Prozent, die in Armut leben. Die Logik, dass es mehr Umverteilungskriege geben müsste schon fast naiv. Wenn du nichts mehr besitzt außer deiner Arbeitskraft, womit willst du dann Krieg führen? Verweigern für einen Hungerlohn zu arbeiten?

Schau dir mal die Zahlen an wieviele Menschen tatsächlich in Armut leben, laut dem was die Weltbank definiert, waren es 2018 knapp 3,4 Mrd. Menschen. Geht also eher in Richtung 50% der Weltbevölkerung...
In den paar Jahrtausenden Menschheitsgeschichte war Hunger eigentlich immer ein recht starkes Motiv für einen Krieg/Revolution.

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Da ist der Denkfehler, es sind eben nicht ein paar Prozent, die in Armut leben.

Armut ist relativ, je nach Perspektive und Definition. Mir ging es um den Anteil der Weltbevölkerung, der nach *jeder* Definition als arm zu gelten hat, also permanent ums Überleben kämpft. Das mag nicht allumfassend sein, aber ansonsten verrennt man sich schnell.

Ein Beispiel: So ziemlich die komplette Bevölkerung Kubas gilt nach so ziemlich sämtlichen Standards als arm und noch nicht einmal frei. Aber die Menschen dort liegen im Zufriedenheitsindex dennoch immer mit an der Spitze und haben im Wesentlichen, was sie brauchen, trotz immer wiederkehrender Knappheit auch lebensnotwendiger Dinge (wie zum Beispiel Medikamente). Kuba ist nicht frei von Umweltproblemen, aber der größte Teil davon wird außerhalb erzeugt (z.B. Anstieg des Meeresspiegels etc.) und um dort die Regler von "weitestgehend zufrieden" auf "zufrieden" zu drehen braucht es nur ein wenig mehr politische Freiheit und eine punktuell bessere Versorgung - nichts davon vergrößert den ökologischen Fußabdruck.

Die Logik, dass es mehr Umverteilungskriege geben müsste schon fast naiv. Wenn du nichts mehr besitzt außer deiner Arbeitskraft, womit willst du dann Krieg führen? Verweigern für einen Hungerlohn zu arbeiten?

Ich sprach von Konflikten. Das können Kriege sein, aber dazu gehören beispielsweise auch Migrationsbewegungen. Dafür, was Menschen unternehmen, wenn sie tatsächlich und ohne Chance auf Besserung am Ende sind, gibt es genug historische Beispiele. Die meisten Menschen brauchen aber dort, wo sie sind, nicht viel mehr als das, was sie haben; vor allem aber eine gewisse Regelmäßigkeit, Planungssicherheit und (politische) Stabilität, Bildungs- und Erwerbschancen. Und noch einmal: All diese Dinge zerstören nicht zwingend die Umwelt.

Wenn wir davon reden, Armut damit zu bekämpfen, dass alle der Mär vom unbegrenzten Wachstum folgen, können wir gleich einpacken.
 
Armut ist relativ, je nach Perspektive und Definition. Mir ging es um den Anteil der Weltbevölkerung, der nach *jeder* Definition als arm zu gelten hat, also permanent ums Überleben kämpft. Das mag nicht allumfassend sein, aber ansonsten verrennt man sich schnell.

Gilt ein Mensch nicht als arm, wenn er nur 2 Dollar am Tag zum Leben hat?
 
Gilt ein Mensch nicht als arm, wenn er nur 2 Dollar am Tag zum Leben hat?

So ungefähr, und das zeigt das Problem: Ich bin ja beruflich viel herumgekommen und an vielen Orten dieser Welt hat man mit zwei Dollar am Tag nicht nur ausgesorgt, sondern kann sich mehr leisten als der Nachbar, der mit 50 Cent/Tag auskommen muss, aber trotzdem weder Hunger leidet noch unglücklich ist.

Wenn an wirklich reformieren will, muss man bei sich anfangen und überlegen, was man haben muss, und nicht, was man haben kann.
Ich sage nicht, dass wir alle in einer Langhaus wohnen, unsere (große) Schüssel Hirsebrei am Tag und ein glückliches Hühnchen am Wochenende haben müssen, während wir nach des Tages Arbeit im manuellen ökologischen Landbau unsere maximal zwei Kinder auf den Knien schaukeln, uns den Sonnenuntergang anschauen und im Hintergrund ein wieder heimisch gewordener Wolf heult.

Deutlich mehr (bzw. anderes) als das und zwar für jeden ist machbar, sofern niemand postuliert, man müsse jeden Menschen auf dem Planeten auf den Stand bringen, der in den Industrienationen als Quasi-Standard betrachtet wird, weil er praktischerweise genug Konsum zur Befeuerung eines verkorksten Wachstumsgedanken voraussetzt.
 
Wenn an wirklich reformieren will, muss man bei sich anfangen und überlegen, was man haben muss, und nicht, was man haben kann.

Für mich bedeutet es, dass die Grundlagen erfüllt sein müssen, wie der Zugang zu Trinkwasser. Dann der Zugang zu Bildung. Jeder Mensch auf der Erde sollte zumindest lesen und schreiben können.
 
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