Ich vermute mal:
Weil reine Anwendungsnutzer keine guten und erst recht keine werbewirksamen Kunden sind. Professionelle Software, die wirklich hohe Leistung braucht, wird meist nur in wenigen, kleinen Nischen verwendet und sie macht optisch rein gar nichts her. Wenn man da mit einer Demo auf die große Bühne tritt, winken 99,9 Prozent der Zuschauer ab, weil sie dieses Programm nicht kennen und auch nichts besonderes darin sehen. 100 Anwendungen, die dann zusammen 50 Prozent der Zuschauer abdecken, würden dagegen den Rahmen jeder Produktpräsentation sprengen. Es fällt auf, dass von den Anwendungen, die gezeigt werden, mittlerweile teils über die Hälfte 3D-Renderer sind, obwohl nur sehr wenige Leute tatsächlich 3D-Modellierer sein werden. Spiele dagegen? Da erreicht, nachdem Gaming mittlerweile bis in gehobene Altersschichten ein verbreitetes Hobby ist, schon ein Titel 50 Prozent des Publikums direkt und der Rest sieht wenigstens beeindruckenden, bunten Kram. Und Gamer lassen sich auch leichter zu einem Kauf motivieren, denn "zu langsam" ist in Spielen "zu langsam". Bei Videoschnitt ist es dagegen nur "trink ich halt einen großen statt einen kleinen Kaffee während des Rausrenderns". Gerade hier im Forum ist zu beobachten, dass die wenigen Anwendungsfokussierten User teils sehr lange an ihren Systemen festhalten. Vor allem große 2011-v3-Systeme waren ewig im Einsatz, aber auch die wenigen 2066 wurden scheinbar gekauft, um zu bleiben. 1.000 PC-Gamer, die alle zwei Jahre aufrüsten, sind eine bessere Zielgruppe als 1.500 Video- und Foto-Enthusiasten, die ihre Systeme jeweils sechs Jahre nutzen.