Halbleiter: Taiwan soll 48 Prozent der globalen Foundry-Kapazität kontrollieren

PCGH-Redaktion

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Jetzt ist Ihre Meinung gefragt zu Halbleiter: Taiwan soll 48 Prozent der globalen Foundry-Kapazität kontrollieren

Wenn es nach den Marktforschern von Trendforce geht, sollen auf Taiwan in 2022 48 Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für 12-Zoll-Wafer entfallen. Künftig soll die Halbleiterherstellung jedoch stärker lokalisiert werden.

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Geostrategisch ist diese Dominanz für die Republik China ein großer Vorteil, denn so können westliche Mächte Ihre Schutzhand nicht so ohne Weiteres von der Insel Taiwan nehmen - so kann man sich vor Aggressionen vom Festland vermutlich effektiver schützen als es eigene Streitkräfte alleine je könnten.

Dass vor allem Europa endlich aufwacht, ist aber so oder so wirklich höchste Eisenbahn - nach der Ansiedlung von Intel sollten weitere Hersteller schnellstmöglich folgen.
 
Geostrategisch ist diese Dominanz für die Republik China ein großer Vorteil, denn so können westliche Mächte Ihre Schutzhand nicht so ohne Weiteres von der Insel Taiwan nehmen - so kann man sich vor Aggressionen vom Festland vermutlich effektiver schützen als es eigene Streitkräfte alleine je könnten.
Das ist vollkommen richtig, aber m.A. nach auch der aller größte Grund, warum China so "scharf" auf Taiwan ist, neben dem "Wettbewerb" der Systeme und das es für eine Diktatur immer sehr nervig ist, eine erfolgreiche Demokratie als Nachbarn zu haben. Wie sehr China gewillt ist, das nicht zu akzeptieren, hat das Beispiel Hong Kong mehr als verdeutlicht.
 
Taiwan würde die Fabriken eher zerstören, als sie an Invasoren zu verlieren. Besonders, wenn das China immensen wirtschaftlichen Schaden durch Ausfall der weiterverarbeitenden Industrie bedeuten würde. Die Technik und die Anlagen selbst kommen aus dem Westen, das ist nichts was China mal eben nachbaut oder Ersatzteile hätte.

Das Kernproblem der EU ist weiterhin, dass elektronische Bauteile Zöllen unterliegen, komplett gefertigte Produkte aber zollfrei sind. China hat mit den jetzigen Handelsverträgen de Facto ein Verarbeitungsmonopol, oder zumindest einen wirtschaftlichen Vorteil. Wir verschiffen also Bestückungsautomaten Made in Germany nach China, damit dort Made in China Elektronik entsteht.

Da wird die EU ansetzen müssen. Weg mit den Importzöllen für elektronische Bauteile, oder her mit den Zöllen für komplett gefertigte Ware. Dann kann auch ein Werk in der EU wieder kompetitive Elektronikprodukte herstellen und nicht nur China und Korea. China steckt mitten im demographischen Wandel, da will die junge Generation nicht mehr in der Fabrik arbeiten wie die Eltern. Es will ja keiner deswegen die Globalisierung abschaffen, auch nicht China die irrsinnig abhängig vom globalen Handel sind, um genug Nahrung und Energie zu importieren. Vor 20 Jahren wurde die Xbox in Ungarn produziert. Das muss wieder normal werden, dass die EU einen guten Teil ihrer Konsumelektronik selbst produziert.
 
Wenn China es drauf anlegt steht der der Westen schnell Ohne Chips da. Es hat schon seine Gründe warum gerade die USA eine Hand über Taiwan halten.
Da kann man nur froh sein wenn Intel in DE eine Fab hochziehen.
 
Wenn China es drauf anlegt steht der der Westen schnell Ohne Chips da. Es hat schon seine Gründe warum gerade die USA eine Hand über Taiwan halten.
Da kann man nur froh sein wenn Intel in DE eine Fab hochziehen.
Wohl eher völlig umgekehrt, wie es jetzt schon der Fall ist!
Ja China kann es darauf anlegen das der Westen weniger Chips hat, der Westen kann aber eben dafür sorgen, dass China noch viel weniger Chips hat.
Wie lange hat doch gleich Huawei mit Embargo durchgehalten?
Das Know How sitzt ausschließlich im Westen (inkl. Süd Korea und Taiwan) für die Produktionsmachinen nur im Westen (Niedrlande)
Was kann China dagegen gleich aufbieten?
 
Wobei eine Intelfabrik in D die Abhängigkeit nicht reduziert sondern lediglich in die USA verschiebt.

Wenn es Europa tatsächlich ernst damit ist, muss es eigenes Know-How aufbauen und dann auch selbst produzieren.

Alles andere ist nichts halbes und nichts ganzes.
 
Nicht nur aufgrund des Know-Hows, auch aufgrund der Produktionsschritte ist Unabhängigkeit in der Halbleiterindustrie praktisch unmöglich. Man kann Abhängigkeiten von einzelnen Quellen vermeiden, aber mehr auch nicht. Die künftig in Deutschland mit niederländischen Maschinen und österreichischem Strom gemäß israelischen Baupläne belichteten Intel-Wafer werden zum Beispiel mit hoher Wahrscheinleich weiterhin aus China stammen und dann wahlweise in Costa Rica oder in Südostasien auf Substrate transplantiert werden, die von koreanischen Vorprodukten abhängen und die in der übernächsten Generation zusätzliches, in Taiwan belichtetes Silizium tragen. Das ganze verkauft ein US-Unternehmen dann in Brasilien, damit dort von indischen Entwicklern im Auftrag eines französischen Konzerns entwickelte Software läuft. Wer es noch globaler möchte, kann die Transportketten mitzählen. :-)

Der Standort der Fabs spielt eigentlich nur bei einer Frage eine entscheidende Rolle: Welche Region zahlt die hohe Subventionen und bekommt die Hand voll high-end-Arbeitsplätze dafür?
 
Aus dem Text ist mir noch nicht ganz klar für wen in der Studie eigentlich TSMC Werke in China gewertet wurden. China oder Taiwan?
 
Der Standort der Fabs spielt eigentlich nur bei einer Frage eine entscheidende Rolle: Welche Region zahlt die hohe Subventionen und bekommt die Hand voll high-end-Arbeitsplätze dafür?
Ist nur die Frage welche Kosten höher sind: die Subventionen oder die (langfristige) Ausfälle, wenn bestimmte Szenarien, bei nur einen Produktionsstandort eintreten.
 
Nicht nur aufgrund des Know-Hows, auch aufgrund der Produktionsschritte ist Unabhängigkeit in der Halbleiterindustrie praktisch unmöglich. Man kann Abhängigkeiten von einzelnen Quellen vermeiden, aber mehr auch nicht. Die künftig in Deutschland mit niederländischen Maschinen und österreichischem Strom gemäß israelischen Baupläne belichteten Intel-Wafer werden zum Beispiel mit hoher Wahrscheinleich weiterhin aus China stammen und dann wahlweise in Costa Rica oder in Südostasien auf Substrate transplantiert werden, die von koreanischen Vorprodukten abhängen und die in der übernächsten Generation zusätzliches, in Taiwan belichtetes Silizium tragen. Das ganze verkauft ein US-Unternehmen dann in Brasilien, damit dort von indischen Entwicklern im Auftrag eines französischen Konzerns entwickelte Software läuft. Wer es noch globaler möchte, kann die Transportketten mitzählen. :-)

Der Standort der Fabs spielt eigentlich nur bei einer Frage eine entscheidende Rolle: Welche Region zahlt die hohe Subventionen und bekommt die Hand voll high-end-Arbeitsplätze dafür?
Was du jetzt "aufgezählt" hast, ist nach meinem Verständnis die aktuelle Realität, die m.A. nach doch hochgradig durch Kosten geprägt ist?! Diese Schritte könnten doch im "Extremfall" ebenfalls im "Westen" ausgeführt werden.
Verstehe mich nicht falsch, ich sehe absolut die Globalisierung, nur wenn sich der jetzige Konflikt weiter zuspitzt und sich lange Sicht, Global, in ein "Kampf" der Systeme verwandelt, wird man doch andere Möglichkeiten finden und ich glaube eher an "keine" Abhängigkeit von Basilien und Costa Rica. Oder liege ich hier so falsch?
 
Von einen Hersteller abhängig zu sein, kann auf Dauer nur schlecht sein.
Und muß in der Zukunft verhindert werden.
 
Was du jetzt "aufgezählt" hast, ist nach meinem Verständnis die aktuelle Realität, die m.A. nach doch hochgradig durch Kosten geprägt ist?! Diese Schritte könnten doch im "Extremfall" ebenfalls im "Westen" ausgeführt werden.
Verstehe mich nicht falsch, ich sehe absolut die Globalisierung, nur wenn sich der jetzige Konflikt weiter zuspitzt und sich lange Sicht, Global, in ein "Kampf" der Systeme verwandelt, wird man doch andere Möglichkeiten finden und ich glaube eher an "keine" Abhängigkeit von Basilien und Costa Rica. Oder liege ich hier so falsch?

Natürlich kann man Halbleiter theoretisch in jedem Land produzieren, in dem es Energie und Sand gibt. Außer dem Vatikan und vielleicht Monaco (Wert pro m² Strand?) sollte jeder Staat diese Bedingungen erfüllen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass aktuelle CPUs die Kooperation von Standorten in einem halben bis vollen dutzend Ländern erfordern und nicht wenige der Anlagen an diesen Standorten gibt es weltweit nur zwei, drei mal. Schlüsselpositionen wie die Belichterfertigung bei ASML nur ein einziges Mal aber keinen einzigen Arbeitsschritt auf dem für Ryzen 7000 oder Core i-12000 benötigten Niveau auch nur in zehn verschiedenen Ländern – und da zähle ich bereits die jeweilige Konkurrenz mit. Selbst Intel hat bei keinem einzigen Schritt mehr Alternativen zur Auswahl als sich an einer Hand abzählen ließen. Allein zwei Drittel aller weltweit in PCs, Notebooks oder Servern verbauten CPUs müssten durch nur zwei Testing-&-Packaging-Werke laufen.

Wer sich Unabhängigkeit von anderen Nationen zum Ziel setzt, wird im Pinzip die komplette globale Halbleiterindustrie lokal nachbauen müssen. Selbst wenn man durch Kooperationen den Einstieg schafft: Wie soll das skalieren, wenn pro Standort nur noch 1/5 der heute üblichen Mengen übrig bleibt, bei ungleichmäßiger Auslastung möglicherweise auch 1/10 oder weniger, während die Gesamten Entwicklungsfixkosten gleich bleiben und auch ein großer Teil der Anlagenfinanzierung mit dem Stückzahlen skaliert? Selbst wenn man das Nachholen von Jahrzehten Entwicklungs-Know-How nicht mitzählt, sprechen wir hier von einer Vervielfachung der auf die Endkunden umzulegenden Preise. Die UVP der Radeon 8900 EU läge dann bei 8900 EUR.
 
@ PCGH_Torsten

Ich habe mir die augenblickliche Lage doch nicht ausgesucht und das Verhalten "bestimmter" Länder dazu.

Wer aufmerksam die Presse ließt und einigen Politikern und Experten zugehört hat, hat die letzten 2 Monate auch hin und wieder das Wort Sanktionen gegenüber China und oder Indien unter gewissen Voraussetzungen wahrgenommen und auch den Begriff "Kampf der Systeme" gehört. Auch ist es kein Geheimnis das die Volksrepublik China durchaus laut ausgesprochen hat, die Republik China (Taiwan) unter Umständen mit militärischer Gewalt dazu zu bringen, sich an die Volksrepublik zu binden oder wieder mit ihr Zwangs zu vereinen, gegen den ausdrücklichen Willen der Republik China.
Das die Welt im Moment aus einer Vielzahl von Gründen Kopf steht, habe ich mir bestimmt nicht ausgesucht, ich beschreibe nur mögliche Worst Case Szenarien, die durchaus passieren könnten, wie "wir" anhand der augenblicklichen Lage durchaus sehen können und eventuell auch müssen, auch wenn das Niemand oder die absolut Wenigsten für möglich gehalten haben.
 
Jetzt ist Ihre Meinung gefragt zu Halbleiter: Taiwan soll 48 Prozent der globalen Foundry-Kapazität kontrollieren
Ich hatte mir unter "Globalisierung" immer vorgestellt, die Produktionen verteilen sich, anstatt sich in ienem Land zu konzentrieren. Das ist bedrohlich. Denn wir sind massiv von Taiwan abhängig und ich will mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn Rotchina meint, die Republik China zu überfallen.
 
Das ist vollkommen richtig, aber m.A. nach auch der aller größte Grund, warum China so "scharf" auf Taiwan ist, neben dem "Wettbewerb" der Systeme und das es für eine Diktatur immer sehr nervig ist, eine erfolgreiche Demokratie als Nachbarn zu haben. Wie sehr China gewillt ist, das nicht zu akzeptieren, hat das Beispiel Hong Kong mehr als verdeutlicht.

Es ist mit Sicherheit ein wichtiger Grund, das sehe ich auch so. Gleichzeitig ist der hohe Wert der auf Taiwan ansässigen Wertschöpfung aber auch die beste Versicherung der Republik gegen Aggressionen der Volksrepublik. Es ist eine schwierige Balance.

Ich hatte mir unter "Globalisierung" immer vorgestellt, die Produktionen verteilen sich, anstatt sich in ienem Land zu konzentrieren. Das ist bedrohlich. Denn wir sind massiv von Taiwan abhängig und ich will mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn Rotchina meint, die Republik China zu überfallen.

Eigentlich war der Gedanke immer eher, dass man Wertschöpfung so aufteilt, dass verschiedene Standorte immer das tun, was sie besonders gut können - wobei gut hier ggf. natürlich auch günstig heißt und das umso mehr, je weniger Spezialistenwissen und -können für die damit verbundenen Tätigkeiten erforderlich ist.
Dass dieses Vorgehen gerade bei hochspezialisierten Produkten gerne auch zur Konzentration von Know-How an einigen wenigen Orten führt, ist, gerade auch in Kombination mit Patentgesetzgebung und ähnlichen Faktoren, leider die logische Konsequenz.
 
Dass dieses Vorgehen gerade bei hochspezialisierten Produkten gerne auch zur Konzentration von Know-How an einigen wenigen Orten führt, ist, gerade auch in Kombination mit Patentgesetzgebung und ähnlichen Faktoren, leider die logische Konsequenz.
Da kommen wir dann in den Bereich der kapitalischen Verdrängung und Monopolbildung. Als Abnehmer von Waren sollte am hier und da bereit sein, minimal mehr zu brzahlen und mehrere Zulieferer in unterschiedlichen Ländern am Leben halten. Das ist langfristig erfolreicher, kurzfristig aber teurer. Es reichen Naturkatastrophen, Kriege ober Pandemie, und der Ärger ist da. Beispiele sind neben der Chips z.B. auch Medikamewnte, die fast ausschließlich in Indien und China hergestellt werden.
 
Auch wenn die Nachrichtenlage anderes erwarten lässt: Katastrophen sind zu selten, um in dieser Weise eingepreist zu werden. IBM zum Beispiel hat einige Zeit daran festgehalten, dass jede Komponente von zwei unabhängigen Herstellern lieferbar sein muss; nur deswegen gibt es heute AMD-CPUs wie wir sie kennen. Aber was es nicht mehr gibt: IBM-PCs. Hätte Intel irgendwann die Lieferung an alle Hersteller eingestellt, hätte IBM mit der zweigleisigen Taktik einen echten Vorteil gehabt. So hatten sie nur Mehrkosten und die Konkurrenten konnten den Wettkampf zwischen mehreren Anbietern auch noch zur Kostenreduktion ausnutzen.

Wie man in den letzten Jahren gesehen hat, ist der wirtschaftliche Vorteil einer verteilten Produktion selbst bei Eintritt einer Krise begrenzt. Insbesondere Autohersteller konnten deutlich weniger herstellen als geplant, weil Vorprodukte aus einzelnen Quellen schlicht nicht verfügbar waren. Aber weil das alle Hersteller ähnlich traf, waren nicht individuelle, massive Umsatzverluste die Folge, sondern eine allgemeine Knappheit, deutlich steigende Preise und weiterhin hohe Gewinne für die Konzerne. Volkswirtschaftlich wäre es natürlich wünschenswerter, wenn Autos dank Redundanzen weiterhin in Produktion und erschwinglich gewesen wären. Aber betriebswirtschaftlich zählt nicht die Versorgungssicherheit, sondern nur der Profit am Ende und für den sind Parallelstrukturen Gift.
 
Auch wenn es vielleicht an Haarspalterei grenzt: Es gibt weder 8-Zoll noch 12-Zoll Wafer, sondern nur solche mit 200mm und 300mm Durchmesser. Nach 6 Zoll hat die Halbleiterindustrie einheitlich auf metrisch umgestellt.
 
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