... es gebe kollektiv und massenhaft Existenzängste. Das ist einfach Quatsch. Im Politbarometer vom Januar 2026 sollten die Leute ihre eigene wirtschaftliche Lage beurteilen, und dabei stuften sie 62% als gut, 30% als teils/teils und nur 7% als schlecht ein, und das deckt sich auch mit den Ergebnissen anderer Umfragen dieser Art.

Du willst Fakten statt "Bauch gefühl" ?
OK, dann schauen wir mal über den Tellerrand von Mindfactory hinaus auf die Top-Distributoren in Deutschland (Also, Ingram Micro, TD SYNNEX & Co.).
Wenn 62 % der Leute im Politbarometer sagen, ihre Lage sei 'gut', dann spiegelt sich das definitiv nicht in den Bilanzen derer wider, die die Hardware ins Land bringen:
Die Hardware-Sparte (Client Computing) der großen Distributoren in DACH ist seit dem Peak 2021/22 massiv rückläufig. Dass die Gesamtumsätze oft stabil wirken, liegt nur an Cloud-Abos und Software, nicht am Verkauf von Grafikkarten. Das physische Geschäft mit PC-Komponenten für Endkunden ist 2026 auf einem Tiefpunkt.
Wir sehen aktuell eine paradoxe Situation, die Lager sind teils voll mit überteuerten Karten, die niemand abnimmt, weil die Distribution sie zu hohen Preisen (wegen der GDDR7-Kosten) eingekauft hat.
Es ist ein Trugschluss zu glauben, eine 'gut bewertete wirtschaftliche Lage' korreliere mit der Bereitschaft für 2.500€-GPUs. Die Leute haben Geld für das Wesentliche, aber sie verweigern den Herstellern die Gefolgschaft bei dieser Preis-Eskalation.
Die -80 % Absatz bei Mindfactory im Vergleich zu meinen Q4/23-Zahlen (4.700 Einheiten/Woche vs. 955 heute) sind kein statistisches Rauschen. Es ist die Quittung dafür, dass man den Markt in einer Phase allgemeiner Konsumzurückhaltung mit Luxus-Preisen konfrontiert hat. Wer das als 'keine Existenzangst' abtut, verkennt, dass 'Existenz' für den Markt eben bedeutet, dass die Kunden genug Geld für Hobbys übrig haben müssen - und das ist 2026 für die breite Masse schlicht nicht mehr der Fall.
Die Distributoren sitzen auf teuer eingekauften Beständen, während der Consumer-Markt aufgrund der Preis-Eskalation schlichtweg den Dienst quittiert hat. Wer glaubt, dass ein 3.000-Euro-Produkt in einem inflationären Umfeld keine 'Schmerzgrenze' kennt, nur weil 60 % der Leute noch ihre Miete zahlen können, versteht die Dynamik von Luxusgütern nicht. Der Markt wird nicht 'leiser', er wird gerade aktiv beerdigt.
Und nur mal nebenbei bemerkt. Nem Corona gesättigten Home Office Markt mit Mondpreisen zu begegnen um Umsatzeinbußen zu kompensieren ist so als würde auf einer Kirmes der Betreiber einer Raupenbahn versuchen wegen ausbleibender Kundschaft durch Preiserhöhung versuchen die Betriebskosten zu decken und sich über noch weniger Kundschaft ärgern.
Kannst ja mal beim Bundesanzeiger die aktuellen bzw. letzten Geschäftszahlen der top 5 - 10 distris miteiner zu den Vorjahren vergleichen und deine Aussage auf Plausibilität prüfen.
Als ob das allein an der zu geringen Mehrleistung von 40xx zu 50xx läge! Na logisch, weil die Absatzeinbußen auch nur diese Leistungsklassen betreffen.
Wenn das Politbarometer recht hätte, müssten auch E-Bikes, High-End-Kameras und Hi-Fi-Anlagen Rekordumsätze feiern. Tun sie aber nicht. Überall dort, wo die Preise die 2.000-Euro-Marke für ein Hobby geknackt haben, sehen wir denselben massiven Einbruch der Stückzahlen wie bei Mindfactory (von ~4.700 auf ~950 pro Woche).
Das 'gut' im Politbarometer bedeutet 'ich komme klar', nicht 'ich lasse mich von Hardware-Herstellern ausnehmen'. Wer den 80%-Absturz bei GPUs als 'keine Schmerzgrenze' abtut, ignoriert, dass dieses Muster aktuell fast jedes technische Luxushobby erstickt.
Ich sag ja nicht das sich dadurch der Markt also die Nachfrage für immer und ewig verabschiedet, aber sollte das noch sehr langer anhalten, werden sich die ein oder anderen Händler und Distributoren definitiv verabschieden. Sofern sie es eben nicht schaffen ihre Geschaftsgrundlage mittelfristig breiter aufzustellen. Reine Consumerhardware Händler werden die nächste Zeit reihenweise über die Wupper gehen, und das ist weiß Gott keine stumpfsinnige Schwarzmalerei oder Pessimismus.
Schöne Karnevalstage noch... Äh ja genau auch in dieser Branche kämpft man gerade mit dem Effekt des rückläufigen "Disposable Income".
Luxusgüter sind hochgradig elastisch: Im Gegensatz zu Brot oder Strom (unelastisch), verzichten Menschen bei Grafikkarten etc. sofort, wenn der Preis überproportional zur Leistung steigt, und zwar auch ohne das sich die Mehrheit plötzlich unterhalb der Armutsgrenze sieht.
In diesem Sinne... Hellau und Alaaf