Der Geist von McCarthy hat gerade angrufen; er will seine Parolen zurückhaben.
Gibt es außerhalb der US-Idiotengürtels immer noch Leute, die soziale Politik ernstlich mit Sozialismus gleichsetzen?
Und was die SPD angeht, kann man dieser hauptsächlich Planlosigkeit und Wankelmut vorwerfen. Damals hat damals die Privatisierung vorangetrieben, was, wie wir alle wissen, natürlich total DDR-typisch ist

und Desozialisierung zur Folge hatte.
Heute wird in der SPD über eine teilweise Deprivatisierung nachgedacht, und zwar aus sozialen Gründen.
Ein Instrument dafür sind nun einmal Enteignungen, die - wie nun schon mehrfach festgestellt - im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert sind und paradoxerweise von den Schwarzen und Gelben (also denen, die das ständig das Hohelied des Privateigentums singen) viel häufiger angewandt werden, um Lobbyisten zufrieden zu stellen.
Das Problem nun ist aber, dass jetzt doch tatsächlich so ein blassroter Jungspund wagt, zur Abwechslung nicht über Enteignungen des Privatbürgers, sondern Enteignungen von Spekulanten nachzudenken. Und schon sieht mancher sowohl das Ende der freiheitlich demokratischen Grundordnung als auch der herrschenden Wirtschaftsordnung in Form eines Instant-Revivals der DDR hereinbrechen.
Ich würde es gerne schonend formulieren, aber dafür fehlen selbst mir die Worte, daher schreibe ich es mal ganz unverblümt: Sagt mal, Leute, wart ihr im Bierkeller, als der Herrgott Hirn vom Himmel warf?

Die junge SPD macht nichts Anderes, als eine erwiesenermaßen verfehlte Politik der alten SPD zu korrigieren. Den einzigen Vorwurf, den man der SPD machen kann ist der, dass sie so lange dafür gebraucht haben.
Ob das Vorgehen jetzt wirklich zielführend wäre, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber wenn ich mir den Murks anhöre, der dazu aus allen anderen Lagern kommt, scheint mir die Idee der SPD doch immer noch der beste dumme Einfall zu sein, den irgend jemand gerade anzubieten hat.