Ja natürlich welches Bild soll denn der Islam sonst abgegeben, wenn im Namen Allahs im 21. Jahrhundert noch tausende Menschen abgeschlachtet werden?
Laute Kritik von hohen Geistlichen des Islams = unhörbar...
Du kannst hier an dieser Stelle noch so sehr den Islam als friedfertige Religion verteidigen, die täglichen Pressemitteilungen erzählen eben was anderes.
Es liegt an den Gläubigen des Islams, diese Wahrnehmung zu verändern, nicht an jenen, die jeden Tag den Mist lesen müssen.
Wenn ich mal kurz de Advocatus diaboli spielen darf: Auch im Namen der sogenannten westlichen Wertegeneinschaft - ihr wisst schon, die mit den durch Aufklärung reformierten und verfeinerten christlichen Tugenden - sterben Tausende. Täglich.
Trotzdem wird das nicht als systematisches Problem gewertet, sondern als das Handeln schlechter Menschen, die besagte Werte nicht hochhalten. Die Führer der westlichen Welt sagen ihr Sprüchlein auf, wie entsetzlich das Ganze doch sei, dass man es ganz und gar nicht gutheißen würde und daran arbeite, es zu unterbinden, aber am Ende sieht doch nur jeder zu, dass er den eigenen Hintern an die Wand bekommt.
Was die Bedrohung durch den Islam angeht, sollte man ein wenig zwischen Wahrnehmung und Fakten differenzieren.
Um es mal auf ein simpl(ifiziert)es Beispiel einzukochen: Durch islamistische Terroranschläge starben in diesem Jahrtausend weltweit weniger Menschen, als durch serbische Freischärler im Kosovo-Konflikt. Und das geschah nicht nur mitten in Europa, sondern wenn ich nicht ganz falsch liege (Was sogar dann schwer fiele, wenn ich nicht kurz danach vor Ort gewesen wäre ...), waren die Serben doch stark überwiegend Christen und die Kosovo-Albaner stark überwiegend Muslime, oder?
Was ich damit sagen will ist: Man darf den Kontext nicht ausblenden. Die Massaker im Kosovo waren vermutlich nur zu sehr geringem Teil religiös motiviert, eine viel größere Rolle spielten politische und ethnische Gründe. Dennoch, ihre christliche Prägung hat die Mörder nicht gebremst.
Ich wäre jedenfalls sehr dafür, Differenzierung auch bei der Bewertung des Islam walten zu lassen. Sicherlich gibt es religiöse Fundamentalisten, aber diese werden nur allzu oft mit jenen vermischt, für die Religion nicht Zweck, sondern Mittel ist - oder manchmal auch nur das ein vorhandener, aber nicht ursächlicher Bestandteil des Lebens. Es käme ja beispielsweise auch niemand auf den Gedanken, die Aggressionen von Nazi-Deutschland als christliche Kreuzzüge zu werten, nur weil damals noch die meisten Soldaten Angehörige einer christlichen Konfession waren, von Feldgeistlichen betreut wurden und auf den Koppelschlössern der Wehrmacht standardmäßig "Gott mit uns!" stand (außer bei der Reichsluftwaffe, da war im Flugzeug kein Platz mehr für den Allmächtigen, sonst hätte man weniger Bomben mitnehmen müssen).
Wenn in islamisch geprägten Regionen Krieg geführt werden, sind - wer hätte es gedacht - die Teilnehmer überwiegend Muslime. Da sollte man sich wohl eher fragen, was Andere dazwischen verloren haben ... Aber die passen natürlich nur auf, dass diese - Vorsicht, bitterer Sarkasmus - doofen Musels nicht versehentlich die Ölfelder kaputt machen, während sie sich die Köpfe einschlagen.
Ab und zu musste natürlich schon immer etwas nachgeholfen werden, damit sich auch die "richtigen" Muslime die Köpfe einschlagen. Dumm war nur, dass die das irgendwann gemerkt und ihr Feindbild ein wenig erweitert haben. Das war dann eher schlecht, weil sie im Vergleich zur anerkannt friedlichen westlichen Nationen nicht so schöne Waffensysteme haben, die chirurgisch Bösewichte erledigen und Umstehenden Bonbons in die Tasche stopfen.
Wie es schon Sir Peter Ustinov treffend formulierte: "Ich denke, der Terrorismus ist ein Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen."
Jede Wette, hätte man den heutigen islamistischen Terroristen rechtzeitig Predator-Drohnen und genug Raketen zur Verfügung gestellt, hätten sie auch fein säuberlich und bestmöglicher Rücksichtnahme auf Unbeteiligte ihre Todeslisten ausgewählter verdienstvoller Persönlichkeiten abgearbeitet, statt mühevoll geistig arme Würstchen zu bearbeiten, bis die endlich bereit sind, den Märtyrertod zu sterben und dabei möglichst viele Menschen mitzunehmen, damit die Bevölkerung dann vor lauter Angst (Terror) den oben genannten Persönlichkeiten klarmacht, ihr außen- und wirtschaftspolitisches Konzept zu überdenken.
Inzwischen ist die Sache ein Selbstläufer, der Kreislauf aus Tod und Vergeltung läuft auf Hochtouren und es geht nur noch darum, wer als der Stärkere gewinnt, nicht wer noch als der Klügere nach- oder vergeben könnte. Das noch nachträglich zu beheben erfordert mehr Einsicht und langwierige Detailarbeit, als ich im Moment irgend jemandem zutraue.