.... Und du trittst nicht drauf?...
Ich bemühe mich, das nicht zu machen. Und einen gewissen Wandel in der Gesellschaft, können wir doch alle gut erkennen. Ich habe nicht gesagt "Die Boomer machen das", die Gesellschaft ist erheblich größer als die paar Jahre mit geburtenstarken Jahrgängen, also grob die Zeit von 1955-1970.
Dazu könnte man jetzt tiefer einsteigen, aber ich bin kein Soziologe. Ich und die Generationen vor mir sind als Kinder ohne viel Technik über Fischertechnik und Legosteine hinaus groß geworden. Wir haben den ganzen langen Tag zusammen gespielt. Ungefähr so, wie "die kleinen Strolche", den ganzen Tag Blödsinn machen. Da hat man relativ gut in Gruppen gelernt, wie unterschiedlich Menschen sind, wir normierten uns gegenseitig, erkannten, ab wann Provokationen los gehen und wie sie wirken, lernten zu deeskalieren und zu eskalieren usw.
In den nachfolgenden Generation erlebte ich immer mehr Menschen, die anders groß geworden sind. Der "Horror" sind für mich aktuell sichtbar getragene große Kopfhörer im Straßeverkehr, die ganz klar ausdrücken "SPRICH MICH NICHT AN". Die Gesellschaft wird, so meine gefühlte Wahrnehmung, ignoranter und empathieloser. Das ist keine Generatiosfrage. Ich erlebe da keine Sprünge.
Ich erkenne eine langsame Entwicklung der Gesellschaft von der Horde zur Herde. Und Herde ist immer ignorant gegenüber anderen. Warum sollte man Verletzten helfen, was habe ich davon. Wer steckt heute z.B. Obdachlose an und erfreut sich daran? Sowas gab es meiner Erinnerung nach früher nicht, dafür gab es andere Gewalt intensiver. Die Gesellschaft wird härter, ausgrenzender und egoistischer. Langsam, aber stetig.
Jetzt geht es hier nur konkret um Spiele versus Fernsehen. Das eine ist etwas Aktives, das andere etwas Passives. Das erste bringt einem aber viel weniger Sozialverhalten bei. Man zieht in Spielen sein Ding durch und lebt in Welten, die von der "Subpopulation Programmierer" geprägt werden, diese Welten sind z.B. häufig hochgradig sexistisch, das sind "Traumwelten von Spätpubertierenden". In Filmen dagegen erlebt man vorgelebtes Sozialverhalten. Und auch da sehe ich erheblichen Wandeln. Ich schaue z.B. auch kaum noch Filme, weil es keine "sinnvollen" Dialoge mehr gibt. Alles nur noch kurz, knapp, nicht aufeinander eingehend, Geschrei, Streit, Gewalt
Das war mal anderes. Einer der letzten Kinofilme die ich z.B. geliebt habe war "Gottes Werk und Teufels Beitrag" von 1999, ein Film über Abtreibungen. Ganz großes Kino. Aber sowas finde ich schon lange nicht mehr. Da spiele ich doch zur Entspannung lieber ein wenig am Rechner oder treffe Freunde.