Es geht darum, dass Bots genutzt wurden, um Grafikkarten bereits vor der offiziellen Freigabe durch Händler und Hersteller zu kaufen.
Das ist zweifellos nicht unbedingt der Inbegriff von Nächstenliebe und Altruismus, aber erstmal legal. Inwieweit der Händler Proshop gegen Auflagen von Nvidia verstoßen hat, werden die wohl unter sich klären, denn als Endkunde wird man da für sich auch bei einem Verstoß zivilrechtlich nichts ableiten können.
Diese Karten wurden später teurer auf eBay weiterverkauft. Das ist eines der besten Beispiele für unfairen Wettbewerb und Marktmanipulation die man zurzeit finden kann.
Man kann es auch gerade als funktionierenden Wettbewerb ansehen, der dann unter den Scalpern stattfindet.
Wenn alle wie vorgesehen erst nach Ablauf des Embargos kaufen könnten, wäre die Situation eine völlig andere.
Dass das überhaupt möglich war, ist einigermaßen absurd, da bin ich völlig bei dir. So sehr es auch mich wurmt, als Otto-Normal-Trottel ohne Bot und Skripte auch noch keine 5090 FE zu haben, erkenne ich deren Fähigkeiten, sowas zu programmieren, aber durchaus an. Neid will eben verdient sein.
Selbst dann würden Bots streng genommen immer noch gegen geltendes Recht verstoßen.
Zu jenem "geltenden Recht" darfst du gerne mal Quellen anführen, die aufzeigen, dass der Einsatz von Bots explizit verboten wäre. Mich erinnert das ein wenig an die damalige Diskussion um Sniper bei eBay, die inzwischen nicht einmal mehr AGB-mäßig untersagt sind.
Zusätzlich haben viele Händler in ihren AGBs Klauseln, die solche Praktiken ausdrücklich verbieten.
Das mag sein, doch ein Verstoß gegen allgemeine Geschäftsbedingungen ist nicht zwingend mit illegalem Handeln gleichzusetzen, auch wenn das besonders in reißerischen Artikeln à la "illegales Accountsharing bei Netflix - damit ist jetzt Schluss" behauptet wird.
Dass steigende Nachfrage das Angebot beeinflusst, ist logisch.
Na also, es besteht doch Hoffnung.
Dennoch halte ich es für völlig daneben, wie der Handel die Preise gestaltet.
Der Handel gestaltet die Preise so, weil hohe Nachfrage auf ein armselig geringes Angebot trifft, noch dazu garniert mit einem zweifellos beschissen schlecht organisierten Verkaufsstart seitens Nvidia.
Das rechtfertigt jedoch in keiner Weise Scalper, die sich durch Betrug vorab Zugang zu den Karten ergaunern.
Ein Scalper betrügt meinem Verständnis nach dann, wenn er zum verlangten Preis absichtlich (!) die Ware nicht (in der zugesagten Qualität) liefert, was für jeden sonstigen Handel ebenso gilt.
Allgemein kann ich nur allen das aktuelle
Video vom 8auer empfehlen, in dem er erfreulich unaufgeregt auf das Thema Preise & Scalper eingeht.
Bei allem verständlichen Frust werde ich wie schon zu PS5-Zeiten das Gefühl nicht los, dass nicht wenige ihre Spiele mal pausieren und dringend eine Schulstunde im Fach "Wirtschaft" nehmen sollten, denn es ist erschreckend, wie viele hier Ursache (knappes Angebot / hohe Nachfrage) mit dem Symptom (Scalper) verwechseln und so Kausalitäten verdrehen.