Ein Relikt aus alter Zeit
Das Zinn ist vorgeschrieben
Die verzinnte Kupferleitung bleibt auch weiterhin das Herz im Inneren des Kabels. „Zwar hat man auch manche Anlagen mit Aluminiumkabeln ausgestattet, doch diese haben sich nicht bewährt“, weiß Hans Herzog von KBE. „Denn zum einen sind sie nicht so flexibel wie Kupferkabel, zum anderen gibt es keine geeigneten Steckverbinder für solche Aluminiumkabel.“
Die Verzinnung ist dabei ein Relikt aus Zeiten, in denen die Isoliermaterialien noch Schwefelbestandteile aufwiesen. „Schwefel würde das Kupfer aufkorrodieren, sodass man einst das Zinn als physikalisch-chemische Trennschicht zwischen Kupferdraht und Isolierung aufgebraucht hat“, erklärt Ilker Aksoy von Prysmian. „Inzwischen ist der Schwefel aus den Isoliermaterialien verschwunden, das Zinn ist aber geblieben und ist jetzt so etwas wie ein Qualitätsmerkmal für ein Solarkabel.“ Die Verzinnung ist zudem in die neue Norm mit eingeflossen.
Neben der Verzinnung ist bei der Herstellung unter anderem die Festigkeit der Kabellitzen von Bedeutung. Diese dürfen nicht zu fest sein, damit das Kabel flexibel bleibt. Die einzelnen Drähte dürfen aber auch nicht zu locker verdrillt sein, damit das Kabel nicht zu sehr eingedrückt werden kann. Wichtig ist aber auch, dass die Kabellitzen gleichmäßig dick sind. Denn die Norm schreibt eine Mindestdicke der Isolierschicht und des Außenmantels vor. Diese wird immer an der dünnsten Stelle gemessen. Diese dünnste Stelle befindet sich wiederum an der dicksten Stelle der Drahtlitze. Damit wirkt sich jede Abweichung der Dicke dieser Litze sofort auf das gesamte Kabel und damit auf die Kosten aus.