AW: Geforce GTX 970 und der 3,5-GiByte-"Modus" - eine (zu späte) Aufklärung
Ich finde es schon ziemlich amüsant, was hier zu lesen ist - wenn man bedenkt, dass es "nur" um nVIDIA-GPU´s vom Typ GTX 970 geht und die "irrtümlich"

falsche Deklaration der technischen Daten.
Vieles hiervon ließe sich auch in "Diskussionen" über andere Themen verwenden - weil es - rein sachlich betrachtet - nämlich gar nichts mehr mit dem eigentlichen Sachverhalt zu tun hat.
Besonders belustigen mich die "Grabenkämpfe" der einzelnen "Fraktionen" - fast schon wie in der Politik im Bundestag . . .

Daher ist für mich auch nicht nachvollziehbar, wie sich einige "Diskutierer" verbal so miteinander raufen können (aber immer noch besser, als wenn die "Fäuste fliegen" ).
Sorry Jungs - es gäbe weit wichtigere Themen, bei denen man(n) allen Grund hätte, sich in den Haaren zu liegen . . .
Versuchen wir also mal, bei den Fakten zu bleiben.
Fakt ist, dass beim Launch der GTX 970 Angaben gemacht wurden, die entweder falsch oder nur durch geschicktes "Schönrechnen" zustande gekommen sind.
Als da wären:
- 4 GiB VRam-Speicher sind zwar verbaut, aber bei exessiver Nutzung nur 3,5 davon ohne "Leistungsverlust" anspechbar.
- dadurch bleiben von dem angeblich 256-Bit Speicherinterface effektiv nur 224 Bit übrig - was solange nicht auffällt, solange die Speicheranfrage mit weniger Bandbreite auskommt.
- die effektive Bandbreite reduriert sich damit statt der angegebenen 224GB/s auf nur noch 196GB/s.
- 2048KiB L2-Cache wären vorhanden, genutzt werden können davon aber nur 1792 KiB (durch die Abschaltung von 3 SMMs).
- 64 ROPs sind vorhanden, es können aber maximal davon 56 angesprochen werden - und davon nur 52 direkt (über die "angeschlossenen" SMMs).
Davon (fast) unberührt bleibt aber das tatsächliche Leistungsvermögen der GPU, welche sich in allen Tests abgezeichnet hat - ich sage "fast", weil es eben doch in Extremsituationen zu "unerwartetem Verhalten" (Nachladerucklern/Lags) kommen kann.
Damit ändert sich aber im Nachhinein kein bis dato veröffentlichter Benchmark und zeigt weniger FPS!
So bleibt die GTX 970, was sie bis dato war - eine preislich attraktive GPU (mit zwar "schlechteren", aber jetzt "richtigeren" technischen Daten).
Nun zu "Herangehensweise" seitens nVIDIA:
1. Das es - am Anfang - zu einem Kommunikationsfehler gekommen sein mag, will (und kann ich auch nicht) abstreiten.
2. Man hätte aber sehr schnell bemerken müssen (anhand der veröffentlichten Tests), dass falsche Angaben gemacht wurden und hätte die korrigieren müssen.
3. Leider hat man die Korrektur zu gegebener Zeit "versäumt", wohl in der Hoffnung, dass es nicht auffiele - dafür sprechen auch die "Treiberoptimierungen".
4. Nachdem von immer mehr Personen über unerwartetes Verhalten (max. 3,5GiB Ram-Ausnutzung, Lags bis zur Unspielbarkeit u. ä) berichtet wurde, kam von der Presseabteilung - nichts.
5. Erst gut 2 Wochen, nachdem nVIDIA zu diesem Sachverhalt befragt wurde, brachte man den Mut zur Wahrheit auf - allerdings genau nur dass, was sich aus dem beschriebenen Verhalten (zwangsläufig) schlußfolgern läßt!
Ob das wirklich alles war? Hoffen wir es
Und da schließt sich der Kreis zur Politik wieder - genau so wird es dort gehandhabt.
Wenn Vorwürfe auftauchen, stellt man sich erst einmal taub.
Kommen dann (belegbare) Fakten ans Tageslicht, wird weiter geschwiegen.
Und erst, wenn diese Fakten das Licht der breiten Öffentlichkeit gefunden haben, wird genau das zugegeben, was bis dato sowieso schon bewiesen war - eine vollständige Aufklärung des Sachverhalts unterbleibt aber leider.
Fazit:
Was man bei nVIDIA erreichthat - noch mehr Bekannheit (besser "schlechte" als gar keine Schlagzeilen).

Schließlich lesen sich die geschönten Angaben doch viel besser als die tatsächlichen - und in der Werbung ist diese Art doch mittlerweile gang und gäbe.
Und - es ist nicht das erste Mal, dass von nVIDIA in die "Trickkiste" gegriffen wurde - warum verwundert es dann noch . . . ?
Mich beschleicht ein leiser Verdacht - man hat sich einen Spruch zu eigen gemacht, der da lautet:
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
Ob diese Art des Umgangs mit dem Kunden (und damit Ihren Arbeitgebern, denn der Kunde zahlt letztendlich Ihren Lohn) die "richtige" ist läßt mich doch arg zweifeln.
Bleibt noch die Frage offen:
Was mache ich als Geschädigter (ich selbst bin nicht Be - ähh Geschädigt)?
Behalten, weil sie die Leistung liefert, die sich in den Vergleichen herausgestellt hat - oder verkaufen, weil sie nicht die technischen Merkmale aufweist, mit der sie angepriesen wurde?
That´s your turn . . .
Meine Meinung dazu:
Ungestraft sollte man dieses Verhalten seitens nVIDIA nicht akzeptieren - wie immer auch diese Reaktion aussehen mag . . .