Naben wechseln lassen lohnt sich quasi nie. Entweder man kennt jemanden, der einspeichen kann und Spaß dran hat, es für lau zu machen (kennt man garantiert nicht. eher 3 Leute, die es mal versucht haben, nur um dann doch in den Laden zu gehen), oder man kann 40-70 € pro Rad allein für die Arbeit rechnen. (s.u.)
Zur Größe:
Bei einer Größe Unterschied sollte man mal gucken, ob man irgendwo testen kann und/oder wie sich die Maße zum aktuellen Rad verhalten. Mir wurde auch unisono ein 20" empfohlen. Bestellt habe ich, mangels Verfügbarkeit und dank Querkopf, einen 22" Rahmen. Der wurde dann zugunsten eines 24" zurückgeschickt und wenn das mit dem kürzeren Vorbau nicht komplett daneben geht (heute bestellt), was ich bezweifle, ist es genau der Rahmen, den ich will.
Aber ich bin ja manchmal auch ein Bisschen exzentrisch
Was ich ist eigentlich das wichtigste bei einem Mountainbike? Die Gabel? Oder die Schaltgruppe? Oder der Rahmen?
Geschmacks- und Fahrstilsache.
Der Rahmen ist natürlich immer wichtig - aber weniger die Klasse, in der er liegt, als dass er schlichtweg zum Fahrer und der gewünschten Fahrhaltung passt. Je nach weiteren Wünschen kann das zwar teuer werden, wenn es keine Billigangebote gibt, die z.B. die gewünschte Größe mit den gewünschten Anbaumöglichkeiten bieten, aber per se muss man schon recht extrem fahren, ehe man einen teureren Rahmen aus Stabilitätsgründen braucht. Der einzige andere Vorteil, den ein Rahmen bieten kann, ist ein geringes Gewicht. Aber das wird imho massiv überbewertet. Selbst sehr schwere Räder wiegen kaum mehr als 1/5tel desjenigen, der draufsitzt und ein Rahmen hat am komplette Fahrrad wiederum einen Anteil von vielleicht 20-30% maximal. Ehe man da 100 € mehr für 500 g weniger ausgibt, kann man auch die Trinkflasche kleiner machen und unterwegs nachkaufen
Nach dem "passenden" Rad sind mir am vor allem die Teile wichtig, deren Austausch unverhältnismäßig teuer ist:
- Naben: Eine normale Deore kostet 15 €, eine SLX 30 €. Eine von beiden Nachzurüsten kostet pro Rad schnell mal 40-50 € zusätzlich. Warum überhaupt noch jemand Altus oder gar Acera verbaut, ist mir ein Rätsel
- Felgen: Ähnliches, nur sind günstige Modelle hier meist einfach nur schwerer. Wer breite Reifen fahren will, kann aber mal auf breite Felgen achten.
- Kurbel: Bei billigen Acera & Co kann man die Kettenblätter afaik nie wechseln und ein Tretlagerwechsel macht z.T. auch mehr Ärger, als das Ding wert ist. Was haltbares ab Deore aufwärts kostet wiederum nur n 20er mehr, den kann man gleich ausgeben
Danach kommen für mich die Teile, deren Austausch zwar möglich ist, bei denen man minderwertiges aber einfach schneller bereut, als das billig Zeug seinen (niedrigen) Preis abgedient hat:
- Gabel. Leider verdammt schwer, was solides zu bekommen, ohne dass der Rest vom Rad sehr teuer wird, aber was man von billigen Gabeln hört und was ich schon sehen konnte... - für mich war das letztlich der Knackpunkt zum Eigenbau.
- Reifen
- Bremsen (wobei man hier stark gucken sollte, wieviel man braucht. V-Brakes mir vernünftigen Klötzen sind für kräftige Händer alles andere als schlecht, sehr günstig im Unterhalt und in 26" kriegt man auch passende Felgen)
Kurz vor Schluss wäre dann für mich die Schaltung dran. Zunächst die Hebel, dann Schaltwerk, dann Umwerfer - einfach, weil der Austausch in dieser Reihenfolge billiger wird bzw. weniger Unterschied macht. Insgesamt bin ich da aber sehr anspruchslos. Außerhalb von Bikeparks kann man eigentlich vorrausschauend genug fahren, um auch mal einen etwas langsameren Gangwechsel zu verkraften. Und dass die Billig-Dinger nicht immer so ganz von alleine perfekt eingestellt sind, kann einem als Fertigkäufer egal sein
Ganz zum Schluss: Kassette, Kränze, Kette. Die Übersetztungen sollten zwar den eigenen Geschmack treffen - aber Verschleißteile von minderer Qualität werden halt einfach früher getauscht.
P.S.:
Randnotiz - ich hab meinen Umwerfer jetzt haaaaaalbwegs zur Mitarbeit bewegt. Wenn man die Hakenscheibe, die den Zug halten soll, so dreht, dass er über den großen Vorsprung läuft und damit effektiv den Anlenkpunk bei eingezogenem Zug verschiebt, hat man genug Zugstrecke, damit die Anschläge wieder Sinn machen. Dummerweise greift das ganze aber nicht ganz gleichmäßig => Ich kann jetzt mit dem großen Kranz alle Ritzel (bzw. die unteren 7, aber mit passendem Schaltwerk wären vermutlich auch 8 drin) erreichen, ohne dass die Kette schleift. Aber der mittlere Kranz kommt nicht ans größte Ritzel. Und an die 2-3 kleinsten kommt er auch nicht, wegen der breiten 8er Kette auf der schmalen 10er Kurbel. Ähnlich gehts dem kleinsten Kranz, da hab ich nur ~3 Gänge zur Verfügung
Aber die Gesamtspannweite von 22:28 bis 44:11 ist jetzt erstmal verfügbar und der Rest kommt dann in 2-3 Jahren, wenn Geld für 3*10 oder 3*9 da ist.