Statt Verbrenner E-Motoren und schwere Batterien in die Autos zu packen bringt uns einer Lösung keinen Schritt näher
Das kommt auf die Sichtweise an. Klar, primär ist der E-Antrieb der Nachfolger/die Ablösung für die aktuelle Verbrenner-Technik. Aber wie schon beim Diesel (aus finanziellen Gründen) findet mit dem E-Antrieb sekundär, zb. wegen des Themas Reichweite/Lademöglichkeit usw, auch eine gewisse Sensibilisierung bzgl. Verbrauch statt (und der Frage woher der Strom kommt usw). Laut Aussagen einiger Autohändler zb. kaufen aktuell sehr viele Kunden ein E-Auto, um den Überschuß (nach dem Eigenverbrauch) ihrer Solaranlage lieber in Reichweite (Auto-Akku) statt relativ schlecht bezahlt (Einspeisevergütung) ins Netz zu speisen. Und genau diese "Kette" von selbst produzierten zu einem möglichst hohen Anteil dann auch selbst verbrauchten Strom findet immer mehr Nachahmer. Und selbst wer keine PV-Anlage hat, kommt ja nicht umher beim Thema E-Auto auch über Dinge wie Verbrauch/Fahrzeuggröße, oder Kurzstrecken-Alternativen wie ÖPNV/Pedelecs usw. nachdenken zu müssen.
Diese Chance muß bzw. sollte man natürlich auch noch etwas ausbauen/fördern. Aktuell bekommt man einen Zuschuss vom Staat wenn man ein E-Auto kauft. Warum nicht auch beim Pedelec? Oder wenn man als Autobesitzer den ÖPNV nutzt?
Laut Umweltbundesamt liegen selbst die Emission im Strommix bei
580 g pro in Deutschland verbrauchter kWh, das wären also 174 g/km für ein normales 30 kWh/100 km E-Auto oder 290 für dein 50 kWh/100 km Monster. Legen wir die rund 900 g/kWh CO2-Emissinen für
überschüssigen Nachtstrom, mit dem bis auf weiteres primär geladen wird (gerade von den von dir geschilderten "daheimladern") sind es sogar
2700 respektive 4500 g/km. Ich sehe da nicht wirklich einen Fortschritt zu einem 8 l/100 km Benziner mit 190 g/100 km, von "nicht auf den Verbrauch achten" mal ganz zu schweigen.
((( Vielleicht hier und da eine 0 zu viel? Absicht?

)))
Genau hier fängt das Problem doch schon an. Ein "normales" Auto mit 30kWh/100KM? Das ist die Model-S-Klasse, also obere Mittelklasse ab 2to mit Supersportwagen-Leistung/Ambitionen. Das bzgl. Verkaufszahlen (ok, aktuell Vorbestellungen) deutlich erfolgreichere E-Auto ist das Modell 3, mit ~20kWh/100KM (angegeben sind 15). Damit sind es schon nur noch ~120g/km. Und die aktuell verfügbaren bzw. kurz vor der Einführung stehen Klein- bis Kleinstwagen kommen nur noch auf 10-15kWh/100KM. Du nimmst also für deine Rechnung ganz bewusst ein Auto, was schon eher am oberen Ende des Verbrauchs anzusiedeln ist.
Und wer sein Auto mit dem eigenen PV-Strom zu Hause lädt, wird dies sicher auch nur dann tun, wenn die Sonne scheint. Und es lassen sich auch problemlos Anreize schaffen, dass die Fahrer ohne eigene PV dazu bewegt, ihr Auto tagsüber zu laden (am Arbeitsplatz, Parkhaus, Supermarkt usw). Und mit "nicht auf Verbrauch achten" hab ich doch ganz klar von "entsprechender Stromerzeugung (hoher EE-Anteil)" gesprochen, und nicht von "überschüssigem Nachtstrom".
Das stimmt sicherlich. Abwerten sollte man Batterieautos nur wegen der Rohstofflage, der mangelnden Reichweite und dem enromen Investitionsbedarf in Lademöglichkeiten, insbesondere zur Kompensation derselben.
Gut, also bleiben wir bei AKWs und Kohlekraftwerken, denn Solar-/Wind- und Wasserkraftanlagen benötigen ebenfalls Infrastruktur, Speichermöglichkeiten, ebenso Unmengen an Ressourcen und Investitionen. Wie praktizieren also nur noch den Fortschritt, der nichts kostet und auch keinen Ressourcen/Rohstoffe brauch.
Aber umgekehrt sollte man auch aufhören, E-Autos in den Himmel zu loben. E-Autos sind keine Lösung für unsere heutige Mobilitätsprobleme.
Unser Mobilitätsproblem (bzw. dessen Lösung) ist auch nicht in irgendeinem Antrieb zu suchen, sondern liegt darin begründet wie (welche Konzepte) wir Mobilität einsetzen. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Aber die Umstellung auf E-Mobilität gibt uns zumindest die Möglichkeit, direkt in einem "Aufwasch" auch an unserer Mobilität etwas zu ändern.
E-Autos sind möglicherweise nicht einmal eine lohnende Investition. Und vor allem sind E-Autos im hier und jetzt nicht umweltfreundlich.
Eine Mobilität die Energie benötigt ist nie "umweltfreundlich", da die Energie ja irgendwie erzeugt werden muß. Und solange wir nicht zb. den aus Zurück in die Zukunft bekannten "Fusionsgenerator" haben, der aus jeglichem Abfall Energie erzeugt, und dabei vielleicht noch Sauerstoff als Abfallprodukt generiert, wird der "normale" E-Antrieb das sauberste Konzept sein, was uns zur Verfügung steht. Und selbst mit Strom aus Treibstoff kann er sauberer als ein klassischer Verbrenner sein, ist es aber spätestens mit einem entsprechenden Anteil an Erneuerbarer-Energie. Wie der Strom erzeugt wird liegt an uns, nicht am Konzept E-Auto.
Und selbst im hier und jetzt ist ein E-Auto weniger umweltschädlich (auch im Gesamtpaket aus Produktion und Betrieb), als die aktuell von uns verwendete Technologie namens Verbrenner. Übrigens, Stand 2012 (afaik)
braucht es zur Erzeugung von 1 (in Worten "EINEM") Liter Treibstoff ca. 1,5 kWh Energie/Strom. Diesen Umstand, sowie die zur Instandhaltung über den Lebenszeitraums eines Verbrenners nötigen Ressourcen/Rohstoffe, ignoriert man gerne, wenn man das Konzept E-Antrieb versucht künstlich schlecht zu rechnen. Deswegen ist es müßig immer wieder davon zu hören, wie "umweltunfreundlich" der E-Antrieb bzw. dessen benötigte Energie (bzw. deren Gewinnung) ja eigentlich ist. Bevor man sich also hinsetzt und immer wieder damit anfängt, sollte man sich erstmal die Zeit nehmen, und sich auch die kompletten sekundären Belastungen des Verbrenner-Konzeptes in aller Gänze vor Augen führen.
1 Tropfen Öl verunreinigt 1000L Trinkwasser. Und 1 "Tropfen" Strom? Wieviel Motoröl (undichte Motoren) wird wohl jährlich vom Regen in die Wiesen neben den Straßen gespült? Wieviele alte gebrauchte Autos/LKWs verbrennen wohl jährlich welche Menge Motoröl (Undichtigkeiten im Motor), bevor der TÜV (wenn überhaupt) über die nicht bestandene AU die Plakette verweigert? Es gibt eine ganze Menge an Dingen, die man beim Verbrenner offensichtlich gerne ignoriert, gerade wenn man gegen den E-Antrieb argumentiert.
Und hast du schon mal die Bremsen eines vorrausschauend gefahrenden Verbrenners nach ein paar Jahren gesehen?
Ich bin einer von denen, die super vorrauschauend fahren. Aber das kann ich auch mit einem E-Auto. Nur das dort die Rekuperation so intensiv eingestellt werden kann, dass selbst beim Rekuperieren schon die Bremslichter angehen müssen. Von "Späßchen" wie der elektrischer Bremse (die kommen wird) mal ganz abgesehen.
Ich habe meine schon zweimal wegen mangelnder Nutzung/Rost wechseln lassen müssen, seitdem Bremse ich wieder absichtlich mehr und schärfer, wo runterschalten eigentlich energetisch attraktiver wäre...
Rost ist eigentlich nur ein Problem bei den hinteren Bremsen, da diese bei sehr leichtem bremsen kaum bis gar nicht belastet werden. Einfach 1x im Monat während langsamer Fahrt 2-3x die Handbremse ziehen, oder mal kräftig mit der Fußbremse bremsen, und schon gibt es hier keine Probleme mehr.
Ölwechsel entfallen bei E-Autos auch nicht, schließlich sind das keine Trockenläufer
Ein Tesla zb. brauch soweit mir bekannt (steht so auch auf der Webseite) keinen Ölwechsel. Hier werden die Betriebsflüssigkeiten der Antriebseinheit lediglich einmal bei 20.000KM kontrolliert, und dann afaik wieder bei 160/180.000KM. Ein Austausch ist hier eigentlich nicht vorgesehen, aber ggf. bei einer sehr hohen Laufleistung 1x im Autoleben erforderlich.
aber nur weil ein E-Motor drin sitzt, hören Autohersteller nicht plötzlich auf, am falschen Ende zu sparen
Das stimmt, nur haben sie deutlich weniger Möglichkeiten zu sparen. Schau mal im Netz nach Berichten von Wartungskosten von E-Autos. Da wird bei einem E-Auto nach zb. insgesamt 160.000KM auch mal nur der Wischer und die Bremsklötze gewechselt. Wobei das bei deutschen E-Autos vielleicht nicht ganz so positiv ausfällt, die werden schon einen gewissen Fokus auf potentiell wegfallende Wartungskosten gelegt haben, und entsprechende Maßnahmen/Vorgaben getroffen haben. Ein Vertragshändler hat ja schon mal durchklingeln lassen, das man die deutliche kürzeren Werkstattaufendhalte der E-Fahrzeuge mit höheren Kosten pro Arbeitseinheit kontern wird. Andere werden einfach pauschale Beträge nehmen (beim Zoe kostet die Inspektion/Wartung afaik pauschal 69€/Jahr).
und trotzdem wird ein tesla preislich nie mit einem vw mithalten können. und genau das ist der knackpunkt. der preis für e autos ist aktuell alles andere als akzepable und weit von dem entfernt was für den normal verbraucher erschwinglich ist.
Inkl. Förderung geht da es aktuell ab ca. 17.000€ für einen Zoe (Golfklasse) los. Und auch Tesla wird noch günstigere Modelle als den M3 anbieten. Elon hat ja von Anfang an gesagt, das man oben anfängt, und mit den teureren Modellen die günstigen finanzieren will (hier sind die Margen natürlich deutlich geringer als bei einem Model S/X).
Die meisten Fahrzeuge haben aber heute eher Elektronikprobleme.
Ein defekter Turbolader ist nun echt selten.
Woher nimmst du diese Info? Soweit mir bekannt (bin mit einigen Werkstattinhabern befreundet) suchen heutzutage die meisten Fahrzeuge wegen mechanischer Probleme die Werkstätten auf. Und defekte Turbolader gibts relativ häufig, nur merkt man das nicht immer gleich wenn die Leistung nachlässt (erst wenns blau qualmt merkens die Leute).
kann schon sein nur wenn ein system ausfällt hast du halt sofort ein totalausfall.
Gibt ein Video im Netz wo man sieht was passiert wenn zb. bei einem Tesla D ein Motor ausfällt. Dann kommt eine Warnung im Display dass der Motor vorne oder hinten nicht mehr funktioniert, und man jetzt nur noch mit dem anderen Motor fährt. Das wars, nix Totalausfall. Zeig mal einen Verbrenner der noch fährt, wenn ein Motor ausgefallen ist.