Nun ja, am Ende des Tages ist es das Produkt von Adidas, auch wenn das unschön sein mag.
Nö. Am Ende des Tages ist es ein Produkt von z.B. mir, dass ich privat bei eBay verkaufen möchte. Das mag mal von Adidas hergestellt worden sein, aber im Gegensatz zu Spieleherstellern, die nur noch nutzlose Lizenzen vermieten und einem dann gändigerweise Serverzugang gewähren, hat Adidias immer noch einen Gegenstand verkauft und der neue Besitzer kann damit machen, was er will.
Auf welcher Grundlage die eBay dazu verpflichten wollen, Angebote rauszufiltern, ist mir vollkommen schleierhaft. Sie haben kein Vertragsverhältniss mit eBay und einzelnen Händlern den Handel zu verbieten, dürfte sogar gegen Wettbewerbsvorschriften verstoßen. Das Maximum wäre imho, dass sie möchte-gern-professionellen-Adidias-Händlern qualitative Auflagen erteilen (z.B. "eigener Internetauftritt") - aber schon wenn sie die selektiv kündigen wollen, weil sie einfach weniger haben wollen, dürfte es schwierig werden. Weiß jetzt, nicht ob es da bei Kleidung, etc. extra Regelungen gibt, aber z.B. im PKW-Sektor bei Vertragshändlern gab es da schon Prozesse drüber. Ergebniss: VW&Co kündigen keinen Händlern mehr (sondern ändern die Mindestanforderungen an z.B. Showrooms halt im zwei Jahresabstand, bis der Händler kündigt

)
Privatverkäufe zu verbieten, wie hier gefordert, geht doch sehr weit darüber hinaus.
Hm, auf der Metaebene finde ich den Schritt absolut richtig und aus firmenstrategischer Sicht absolut nachvollziehbar, auf lange Sicht vielleicht sogar kundenfreundlich.

Erklärung?
Durch diesen Schritt wird versucht zu verhindern, dass riesige Monopolisten entstehen, welche den Wettbewerb soweit im Keim ersticken, dass sie ihren Lieferanten (hier: Adidas) dann Bedingungen diktieren können. Im Grunde das, was bei den Haus- und Hofzulieferern großer Discounter heute schon regional passiert. Die produzierenden Unternehmen werden dadurch unter enormen Kostendruck gesetzt, Produktion ausgelagert, Arbeitsplätze gestrichen usw. usf.
Hier musst du aber aufpassen, wie die Marktverhältnisse sind - denn die Abhängigkeiten können in viele Richtungen bestehen und jedesmal ausgenutzt werden. In Anbetracht von unzähligen Sportartikelherstellern und sehr großen Marken sehe ich hier die Gefahr eher in Gegenrichtung: Der Hersteller diktiert den Händlern die Bedingungen (was, über Kosten, dann ganz schnell oben genannte Folgen hat) und wer nicht spurt, der hat in Zukunft halt eine riesen Lücke im Sortiment und somit massive Wettbewerbsnachteile.
Ein besseres Beispiel als Discounter wären hier wohl Fast-Food-Franchises, die ihre Restaurantbetreiber bis zum geht nicht mehr terrorisieren können.
Und imho macht Adidas hier gerade genaus das: eBay erlaubt es Privatleuten, unsere Produkte im nicht-normierten Markenshop-Umfeld zu verkaufen? Gar zu eigenen Preisvorstellungen? RAUS!!!
Bei den hier anvisierten Internet-Firmen kommt noch hinzu, dass sie allein aufgrund der zentralisierten Lagerung und des globalen Vertriebs enorme Kostenvorteile (auch durch die Stückzahlen) gegenüber Konkurrenten mit lokalen Ladengeschäften haben und somit ein echter Wettbewerb durch die täglich stattfindenden "Sales" quasi nicht stattfindet.
Das ist aber ein allgemeines Problem des Einzelhandels - er kann halt preislich kaum konkurrieren. Dafür kann er andere Stärken haben (gute Beratung, direktes Ausprobieren, Kleinkram der keine Bestellung rechtfertig, zum sofort-mitnehmen, anschauliche Warenpräsentation,...). "kann"...