AW: EA ist Negativdebatte leid: Man habe schon viel mehr für den PC geleistet als Microsoft
Der gute Herr beweist nur, dass man offensichtlich nicht auf dem Weg der Besserung ist. Es ist durchaus zutreffend, dass ein schlechter Ruf die Tatsachen gern übersteigt, aber man hat als Unternehmen mit so einer Größe den Ruf dann in der Summe schon selbst zu verantworten. Und es ist auch gemeinhin bekannt, dass ein ruinierter Ruf nicht so leicht wiederherzustellen ist (schon gar nicht mit solchen PR-Stunts) sondern erst durch langfristige Qualität wieder aufgebaut werden muss (mehr Qualität und langfristiger als bei einer neuen Marke, der die Kunden neutral gegenüberstehen).
Andere Unternehmen verstehen schon lange:
- Im Zweifel lieber nichts sagen (diese News von heute ist absolut kontraproduktiv, zum Einen weil sie EA als beleidigtes Kleinkind dastehen lässt, und zum Anderen weil es kein positives Licht auf EA wirft, wenn sie mehr geleistet haben für PC Gaming als Microsoft, denn Microsoft hat hier vor allem in jüngster Zeit außer Schließungen und, genauso wie EA, großen Versprechungen gar nichts geleistet. In jedem Fall ist das Argument "ich rauche zwar, aber dafür will ich nicht kritisiert werden, denn ich kenne da einen der raucht noch mehr als ich" absoluter Kindergarten).
- Keine Worte, sondern Taten (man gelobt alles mögliche, dann kommt Spionage-Origin, dann gelobt man alles mögliche, dann kommt Abzocker-DungeonKeeper, usw. das geht schon seit ein paar Jahren so)
- Die PR Arbeit endlich auf ein professionelles Niveau heben um die ständigen ur-peinlichen 180er abzustellen (nein Origin Client ist super > ok wir geben zu war kacke, Dungeon Keeper ist gut und so > ok wir geben zu das war blöd, SimCity kann aus technischen Gründen nicht offline angeboten werden > ok Schmäh ohne, geht doch, etc.). EA ist notorisch ungeschickt mit dem PR-Sprech, wie auch das folgende Beispiel zeigt:
Was muss man geraucht haben um zu behaupten Origin wäre ein anderes Geschäftsmodell als Steam? Es bezweifelt keiner, dass es marginale Unterschiede gibt und Steam viel breiter aufgestellt ist (und neben direct-to-consumer für Valve auch als Publisher-Plattform für Drittstudios fungiert - wovon EA wohl auch träumt), aber verschiedene Geschäftsmodelle? Da lügt er sich selbst mit Wirtschaftsjargon an (oder lässt sich anlügen) und macht sich prompt wieder lächerlich. Auch die Aussage man wolle nicht in Konkurrenz zu Steam treten kann doch kein Mensch glauben

(ganz abgesehen davon ist in unserem Wirtschaftssystem die Frage ob man zu jemandem in Konkurrenz treten will oder nicht kein Wunschkonzert, wo der Marktteilnehmer entscheidet - wenn man mit einem Produkt den Markt betritt, dann ist man automatisch in Konkurrenz zu ähnlichen Produkten...)
Wie man als Unternehmen beliebt wird ist auch recht einfach:
Man nimmt der Gewinnmaximierung etwas Stellenwert (ich sage nicht, dass man zur Wohltätigkeitsorganisation werden muss, Dinge verschenken muss oder keinen Gewinn machen darf) und rückt das in den Vordergrund, was der Kunde haben will (und nicht das, was der Analyst/Marktexperte glaubt, was die größten Einnahmen generieren wird).